Ein regelhafter Film, der erzählend variiert, multipliziert, zum Roman nomadischen Weltwissens expandiert. Nurith Aviv kommt mit Blumen in der Hand, tritt ein, findet die passende Kadrierung und hört zu. Für Agnès V., die eigentlich Arlette hieß, spricht die Regisseurin. Alle anderen sprechen selbst und kommen – über nichts weniger als die Geschichte ihrer Vornamen – ins Erzählen. Chowra, Gulya, Hind, usw., dreizehn an der Zahl, dreizehn Miniaturen von A wie Agnès Varda bis Z wie Zeynep Jouvenaux. Sie sind Kolleg*innen aus der Filmbranche (ebenfalls Filmemacher*innen oder Bühnenarbeiter*innen), Psychoanalytiker*innen, Literaturprofessor*innen, Ingenieur*innen. Aber all das bedeutet hier nur etwas, wenn es im Bezug zum Vornamen steht. Wie faszinierend schlicht dieser Film anmutet und wie beschenkt man doch beim Zuhören wird. Als Botschaften betrachten sie ihre Namen, als Verbindungsstück zum familiären und kulturellen Hintergrund, als Spur auch der Wünsche und Sehnsüchte derer, die sie auf die Welt gebracht haben. In ihrem filmischen Werk erschließt Nurith Aviv Zeichen, Buchstaben, Worte, Sprachen. Sie selbst spricht viele, auch die der Kamera. Ein Glücksfall.