Prénoms

Given Names
Ein regelhafter Film, der erzählend variiert, multipliziert, zum Roman nomadischen Weltwissens expandiert. Nurith Aviv kommt mit Blumen in der Hand, tritt ein, findet die passende Kadrierung und hört zu. Für Agnès V., die eigentlich Arlette hieß, spricht die Regisseurin. Alle anderen sprechen selbst und kommen – über nichts weniger als die Geschichte ihrer Vornamen – ins Erzählen. Chowra, Gulya, Hind, usw., dreizehn an der Zahl, dreizehn Miniaturen von A wie Agnès Varda bis Z wie Zeynep Jouvenaux. Sie sind Kolleg*innen aus der Filmbranche (ebenfalls Filmemacher*innen oder Bühnenarbeiter*innen), Psychoanalytiker*innen, Literaturprofessor*innen, Ingenieur*innen. Aber all das bedeutet hier nur etwas, wenn es im Bezug zum Vornamen steht. Wie faszinierend schlicht dieser Film anmutet und wie beschenkt man doch beim Zuhören wird. Als Botschaften betrachten sie ihre Namen, als Verbindungsstück zum familiären und kulturellen Hintergrund, als Spur auch der Wünsche und Sehnsüchte derer, die sie auf die Welt gebracht haben. In ihrem filmischen Werk erschließt Nurith Aviv Zeichen, Buchstaben, Worte, Sprachen. Sie selbst spricht viele, auch die der Kamera. Ein Glücksfall.
von Nurith Aviv (Regie, Buch)
mit Chowra Makaremi, Edouard Rosenblatt, Gulya Mirzoeva, Hind Meddeb, Judon Guy, Marc-Alain Ouaknin, Nathalie Bély, Rim Bouhedda, Sarah Lawan Gana, Tewfik Allal, Yue Zhuo, Zeynep Jouvenaux
Frankreich 2026 Französisch 82' Farbe Weltpremiere | Dokumentarische Form

Mit

  • Chowra Makaremi
  • Edouard Rosenblatt
  • Gulya Mirzoeva
  • Hind Meddeb
  • Judon Guy
  • Marc-Alain Ouaknin
  • Nathalie Bély
  • Rim Bouhedda
  • Sarah Lawan Gana
  • Tewfik Allal
  • Yue Zhuo
  • Zeynep Jouvenaux

Stab

Regie Nurith Aviv
Buch Nurith Aviv
Kamera Nurith Aviv
Montage Hippolyte Saura, Nurith Aviv
Produzent*innen Serge Lalou, Sophie Cabon

Produktion

Les Films d'Ici

Paris, Frankreich

Nurith Aviv

Nurith Aviv hat rund 20 Dokumentarfilme gedreht. Ihr Hauptinteresse gilt der Erforschung von Sprache. Retrospektiven ihres Werks wurden im Jeu de Paume, Centre Pompidou, Forum des Images, in New York und in Genf gezeigt. Sie ist die erste von der CNC offiziell anerkannte Kamerafrau in Frankreich und hat als DOP an Filmen von Agnès Varda, Amos Gitaï, René Allio und Jacques Doillon mitgewirkt. Zoher Behrendt widmete ihr den Film Nurith Aviv, Woman with a Camera. Nurith Aviv: Filmer la parole (Éditions Exils, 2023) versammelt Texte von rund 40 Autor*innen über ihre Filme.

Filmografie

1988 Kafr Qar’a, Israël; Dokumentarfilm 1992 La tribu européene (The European Tribe); Dokumentarfilm 1998 Makom Avoda (A Place, A Work); Dokumentarfilm 2000 Circoncision (Circumcision); Dokumentarfilm 2001 Allenby, Passage; Kurz-Dokumentarfilm 2002 Vaters Land (Loss); Kurz-Dokumentarfilm 2004 D’une langue à l’autre (From Language to Language); Dokumentarfilm · L’alphabet de Bruly Bouabré (The Alphabet of Bruly Bouabré); Kurz-Dokumentarfilm 2008 Langue sacrée, langue parlée (Sacred Language, Spoken Language); Dokumentarfilm 2011 Traduire (Translating); Dokumentarfilm 2013 Annonces (Announcements); Dokumentarfilm 2015 Poétique du cerveau (Poetics of the Brain); Dokumentarfilm 2017 Signer en langues (Signing in Languages); Kurz-Dokumentarfilm 2018 Signer (Signing); Dokumentarfilm 2020 Yiddish; Dokumentarfilm 2022 Des mots qui restent (Words That Remain); Dokumentarfilm 2024 Lettre errante (Wandering Letter); Dokumentarfilm 2025 Son portrait, mon portrait (Her Portrait, My Portrait); Kurz-Dokumentarfilm 2026 Prénoms (Given Names); Dokumentarfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026