Rosa steigt hinab in ihre Kindheit, zu jenen verstörenden Momenten, als ihre Mutter inhaftiert wurde, beschuldigt, den Mann ihrer Nachbarin getötet zu haben. Jahrzehnte später begibt sie sich mit der Mutter, die sie nie wirklich hatte, auf eine magisch-realistische Reise, um endlich schöne Erinnerungen wiederzufinden – durch die Landschaften Nordbrasiliens und jene ihres Seelenlebens. Auf schimmernden Hügeln, im gleißenden Wüstenlicht, im klapprigen Hot Dog Van und im farbkräftigen Motel- und Barambiente verläuft dieser Roadtrip, der – die Mutter on/off, mal älter als sie, mal jünger – von der Anverwandlung und Verschränkung der Rollen lebt, häusliche Gewalt, tiefe Verunsicherung und die Weitergabe von Urteilen verhandelt und über brasilianische Gelassenheit zu queerer Zärtlichkeit und Heilung führt. Mit dem Mut zum fragmentarisch-zyklischen Erzählen psychischer Realitäten, mit viel Suspense, Soundscape und Film-Referenzen sowie zwei tollen Darstellerinnen, Verônica Cavalcanti und Luciana Souza, baut Janaína Marques‘ experimentierfreudiges Spielfilmdebüt eine Rakete, in der Wunden und Stärkung, Mütter und Töchter sowie Frauenleben und Wärme ihren Platz finden.