Memories of a Window

Nach der Niederschlagung von Straßenprotesten im Iran beginnt eine Gruppe von Studierenden und Zivilist*innen, die Unruhen aus den Fenstern ihrer Wohnungen und Autos heraus zu filmen. Durch diese kollektive Arbeit schaffen sie nach und nach ein alternatives Archiv, das die Geschehnisse dokumentiert und die offizielle Darstellung widerlegt. Nachdem bei den Protesten eine Frau erschossen wird, beginnt eine Filmstudentin, einen Brief an die Tote zu schreiben. Während sie schreibt, vermischen sich ihre eigenen Bilder von den Demonstrationen mit verwackelten Clips, die hinter Fenstern aufgenommen und anonym online geteilt werden. Das verbreitete Filmmaterial verwandelt den privaten in einen öffentlichen Raum, in dem das Persönliche politisch wird. Die vertikalen Videos spiegeln den begrenzten Blick wider: Durch die Fenster sieht man lediglich Fragmente der Bewegung, die sich draußen entwickelt. Durch den Akt des Schreibens an jemanden, der nicht mehr antworten kann, stellt die Filmstudentin eine Frage, die über jedem Bild zu schweben scheint: Kann eine Revolution auch hinter einem Fenster beginnen?
von Mehraneh Salimian (Regie, Buch), Amin Pakparvar (Regie, Buch) USA / Iran 2026 Farsi 19' Farbe & Schwarz-Weiß Weltpremiere | Dokumentarische Form empfohlen ab 14 Jahren

Stab

Regie Mehraneh Salimian, Amin Pakparvar
Buch Mehraneh Salimian, Amin Pakparvar
Montage Amin Pakparvar, Mehraneh Salimian
Musik Sohrab Karamroudi
Sound Design Sohrab Karamroudi
Szenenbild Sara Azampanah
Koproduzent*innen Amin Pakparvar, Mehraneh Salimian

Produktion

Grainy Pixel Film

Chicago, USA

Mehraneh Salimian

Die iranische Filmemacherin hält einen MFA in Film von der School of the Art Institute of Chicago (SAIC). In ihrem Werk, das Dokumentarfilme, Spielfilme und Videoinstallationen umfasst, erforscht sie die Schnittstelle zwischen öffentlichen und privaten Räumen sowie die sensorischen Dimensionen persönlicher und kollektiver Erinnerung. Ihre Arbeiten wurden weltweit auf Filmfestivals gezeigt und an bedeutenden Orten ausgestellt, darunter die Expo Chicago, die Dittmar Memorial Gallery der Northwestern University und die SITE Gallery der SAIC.

Filmografie

2024 Mahdudeh badbadak (Height of the Kite); Kurz-Dokumentarfilm, Koregie Amin Pakparvar 2025 Lamse sange ghabr (Gravestone's Touch); Kurz-Dokumentarfilm, Koregie Amin Pakparvar 2026 Khaterate panjereh (Memories of a Window); Kurz-Dokumentarfilm, Koregie Amin Pakparvar, Berlinale 2026

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Amin Pakparvar

Der 1998 geborene Filmemacher und Essayist entwickelte während seines Masterstudiums im Fach Visual and Critical Studies an der School of the Art Institute of Chicago ein besonderes Interesse an der Archivrecherche. In seiner Arbeit untersucht er, wie zeitgenössische iranische Archive zu Möglichkeitsräumen der Geschichtsschreibung umgedeutet werden können, um Gegenwart und Zukunft kritisch neu zu definieren. Seine Dokumentarfilme wurden auf internationalen Festivals gezeigt, unter anderem in Durban, Teheran und Athen, und auf großen Kunstmessen wie der Expo Chicago präsentiert.

Filmografie

2020 Mir va mar (Death and the Dragon); Kurz-Dokumentarfilm 2024 Mahdudeh badbadak (Height of the Kite); Kurz-Dokumentarfilm, Koregie Mehraneh Salimian 2025 Lamse sange ghabr (Gravestone's Touch); Kurz-Dokumentarfilm, Koregie Mehraneh Salimian 2026 Khaterate panjereh (Memories of a Window); Kurz-Dokumentarfilm, Koregie Mehraneh Salimian, Berlinale 2026

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026