Nach der Niederschlagung von Straßenprotesten im Iran beginnt eine Gruppe von Studierenden und Zivilist*innen, die Unruhen aus den Fenstern ihrer Wohnungen und Autos heraus zu filmen. Durch diese kollektive Arbeit schaffen sie nach und nach ein alternatives Archiv, das die Geschehnisse dokumentiert und die offizielle Darstellung widerlegt. Nachdem bei den Protesten eine Frau erschossen wird, beginnt eine Filmstudentin, einen Brief an die Tote zu schreiben. Während sie schreibt, vermischen sich ihre eigenen Bilder von den Demonstrationen mit verwackelten Clips, die hinter Fenstern aufgenommen und anonym online geteilt werden. Das verbreitete Filmmaterial verwandelt den privaten in einen öffentlichen Raum, in dem das Persönliche politisch wird. Die vertikalen Videos spiegeln den begrenzten Blick wider: Durch die Fenster sieht man lediglich Fragmente der Bewegung, die sich draußen entwickelt. Durch den Akt des Schreibens an jemanden, der nicht mehr antworten kann, stellt die Filmstudentin eine Frage, die über jedem Bild zu schweben scheint: Kann eine Revolution auch hinter einem Fenster beginnen?<br />