Underground

Dunkel und Licht, Spiegelungen und Projektionen, schemenhafte Umrisse, ein Schatten, der die Gestalt einer jungen Frau annimmt. Kaori Odas Underground führt behutsam hinab in die Tiefen der Höhlen von Okinawa und überlagert Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerung und sinnlich-haptische Erfahrung. Der Film ist eine kreative Erweiterung von Gama (2023), benannt nach der lokalen Bezeichnung der Höhlen und Tunnelsysteme. Erneut voll experimenteller und visueller Meisterschaft entdeckt und entfaltet Oda die unterirdischen Räume als Ort der transgenerationalen Erinnerung an die Schlacht um Okinawa im April 1945. Während „peace guide“ Mitsuo Matsunaga mit nüchterner Stimme von den Schicksalen der Zivilpersonen berichtet, die vor den Bombardements der US-Truppen hier Zuflucht suchten, gleitet der „Schatten“, verkörpert von der jungen Frau, durch die Höhlen, berührt Felswände und Spuren der Vergangenheit. Wortlos, mit tastenden Fingern. In magischen Bildschichten überlagert Kaori Oda Erinnerungskultur und historische Wunden. Die unfassbaren Berichte vom kollektiven Selbstmord werden umrahmt von einer sinnlichen Klangkulisse. Underground zeigt ein Leben mit den Schatten.
von Kaori Oda (Regie, Buch)
mit Nao Yoshigai, Mitsuo Matsunaga, Mikie Nishihara, Eiga Matsuo, Hayato Nagasaki
Japan 2024 Japanisch 83' Farbe Internationale Premiere | Dokumentarische Form

Mit

  • Nao Yoshigai
  • Mitsuo Matsunaga
  • Mikie Nishihara
  • Eiga Matsuo
  • Hayato Nagasaki

Stab

Regie Kaori Oda
Buch Kaori Oda
Kamera Yoshiko Takano
Montage Kaori Oda
Musik Miyu Hosoi
Sound Design Iwao Yamazaki
Produzent*innen Ryohei Tsutsui, Eijun Sugihara

Produktion

trixta

Yokohama, Japan

Weltvertrieb

Parallax Films

Beijing, Volksrepublik China

Kaori Oda

Kaori Oda, 1987 in Osaka, Japan, geboren, ist Filmemacherin und Künstlerin. 2016 promovierte sie in Sarajevo in Filmmaking, betreut von Béla Tarr. Aragane (2015), in einer bosnischen Kohlemine gedreht, feierte Weltpremiere beim Yamagata International Film Festival. Toward a Common Tenderness (2017) wurde beim DOK Leipzig und TS’ONOT / Cenote (2019), gefilmt in Unterwasserhöhlen in Yucatán, in Rotterdam uraufgeführt. GAMA (2023) wurde bei der MoMA Doc Fortnight und Cinéma du Réel gezeigt. Oda erhielt 2020 den Nagisa-Oshima-Preis und 2021 den New-Face-Award des japanischen Bildungsministers.

Filmografie

2010 Thus a Noise Speaks 2014 Ko Oh; Kurzfilm 2015 Aragane 2017 Toward a Common Tenderness 2019 TS’ONOT / Cenote 2023 GAMA 2024 Underground

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025