The Sense of Violence

Fast wissenschaftlich analysiert Kim Mooyoung das Bildmaterial seines Footagefilms – Chronikbild, Architekturbild, Filmbild; Feindbild, Frauenbild, Familienbild – und legt dabei Erinnerungsspuren an jenen Bilderkampf frei, der während des Korea-Kriegs begann und unter Südkoreas Park Chung-hee in den 1960er und 70er Jahren neue Formen annahm. Der staatstragenden Ideologie des Antikommunismus wurde per Gesetz ein Fundament gebaut, über Bilder, Narrative. Die reale Gewalt ließ die Zensurbehörde in der künstlerischen Darstellung mit Gefühlen von Trauer oder moralischer Überlegenheit garnieren oder ganz verschwinden. Stringent montiert, spürt The Sense of Violence dem propagandistisch geschürten Hass und seinen Camouflagen in den Archiven nach, schreibt alternative Filmgeschichte. Eine Frauenstimme aus dem Off kommentiert und reflektiert die Muster, in denen sich die Gewalt erhalten hat – in denen sie versteckt ist. Und irgendwann wird nicht nur Erkenntnis hörbar, sondern auch der Schmerz spürbar, den die Propaganda in Köpfe und Körper von Generationen eingraviert hat. Ein reicher und fabelhaft argumentierter Film, der nach Erinnerungen sucht, die die Ideologie nicht reproduziert hat.
von Kim Mooyoung (Regie, Buch)
mit Kim Sung-Chil, Jun Mi-kyung, Yun Yong, Choi Ji-won
Südkorea 2024 Koreanisch, Englisch 114' Farbe & Schwarz-Weiß Internationale Premiere | Dokumentarische Form

Mit

  • Kim Sung-Chil
  • Jun Mi-kyung
  • Yun Yong
  • Choi Ji-won

Stab

Regie Kim Mooyoung
Buch Kim Mooyoung
Kamera Kim Mooyoung
Montage Kim Mooyoung
Musik Matutamtada Worramet
Sound Design Kim Mooyoung
Produzent*in Kim Mooyoung
Executive Producer Kim Mooyoung

Produktion

Void Space

Seoul, Südkorea

Weltvertrieb

Void Space

Seoul, Südkorea

Kim Mooyoung

Kim Mooyoung ist Filmemacher und arbeitet an forschungsbasierten, medialen Ausstellungen. Sein erster Spielfilm, Night Light (2018), wurde in der Sektion Vision beim Busan International Film Festival gezeigt und gewann den Passionate Staff Award beim Seoul Independent Film Festival sowie den Best Cinematography Award bei den Wildflower Film Awards Korea. Kims experimenteller Kurzdokumentarfilm Gold Dragon Mountain (2021) wurde zum Seoul Independent Film Festival und zum Oberhausen International Short Film Festival eingeladen.

Filmografie

2013 concrete 2016 Land Without People 2017 Day and Night; Kurzfilm 2018 Bam Bit (night light) 2021 Hwang Ryong San (Gold Dragon Mountain); Kurz-Dokumentarfilm 2024 The Sense of Violence

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025