Mes fantômes arméniens

My Armenian Phantoms
Als Kind begegnet Tamara Stepanyan dem armenischen Kino im Fernsehen, im Wohnzimmer mit ihrer Familie. Die Mutter eine virtuose Cellistin, ihr Vater ein ab den 1970er Jahren berühmter Schauspieler: In den Filmen, die Tamara im TV sieht, spielt Vigen Stepanyan oft mit. Ausgehend von dieser ersten verblüffenden Entdeckung erzählt der Film vom Aufwachsen in einer künstlerischen und kritischen Familie in den Jahren des Zerfalls der Sowjetunion. Die Familie emigriert in den Libanon, gewinnt Distanz und leidet unter Sehnsucht; Tamara studiert Regie. Mit ausgesuchten Filmzitaten aus dem Kino-Erbe Armeniens – von Sergei Paradzhanov über Artavazd Peleshyan und weit darüber hinaus – schafft sie eine Annäherung an ihren eigenen Weg als Frau und zum Film. Sie hebt die Erzählung aus dem Privaten heraus und zeigt in der Verbindung von Familienvideos und filmhistorischem Footage die Muster und Eigenarten des weitgehend unbekannten (sowjetisch-)armenischen Kinos. Ihr vierter Langfilm beginnt als invitation au voyage an das Publikum und wird schließlich zu einem zärtlich intimen Dialog mit ihrem 2020 verstorbenen Vater: „Erinnerst du dich, Papa?“ Kardiogramm einer Utopie. Eine Geisterbeschwörung.
von Tamara Stepanyan (Regie, Buch), Jean-Christophe Ferrari (Buch)
mit Vigen Stepanyan
Frankreich / Armenien / Katar 2025 Armenisch, Russisch 75' Farbe & Schwarz-Weiß Weltpremiere | Dokumentarische Form

Mit

  • Vigen Stepanyan

Stab

Regie Tamara Stepanyan
Buch Tamara Stepanyan, Jean-Christophe Ferrari
Montage Olivier Ferrari
Musik Cynthia Zaven
Sound Design Jocelyn Robert
Produzent*innen Céline Loiseau, Alice Baldo, Tamara Stepanyan
Executive Producers Céline Loiseau, Karina Simonyan

Produktion

TS Productions

Visan

French Kiss Production

Weltvertrieb

Cinephil

Tamara Stepanyan

Tamara Stepanyan, geboren 1982 in Yerevan. Anfang der 1990er Jahre zogen sie und ihre Eltern in den Libanon und sie studierte später an der National Film School of Denmark. Sie lebt in Frankreich und gilt als eine der neuen Stimmen des zeitgenössischen armenischen Kinos. Ihr Langfilmdebüt Embers (2012) wurde beim Busan International Film Festival uraufgeführt. Those from the Shore (2016) und Village of Women (2019) nahmen an zahlreichen internationalen Festivals teil und wurden mehrfach ausgezeichnet. Derzeit vollendet sie ihren ersten, in Armenien gedrehten Spielfilm Save the Dead.

Filmografie

2010 Petites pierres (Little Stones); Kurzfilm 2011 19 février (19th of February) 2012 Embers 2016 Ceux du rivage (Those From the Shore) 2019 Village des femmes (Village of Women) 2025 Mes fantômes arméniens (My Armenian Phantoms)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2025