2025 | Historische Berlinale-Debüts

Confessions of a Dangerous Mind – George Clooney

Szenen aus Confessions of a Dangerous Mind

George Clooney begeistert als Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor und Aktivist für Menschenrechte. Mit einer weiteren Passion überzeugt der US-Amerikaner bei der Berlinale 2003: Sein Regiedebüt Confessions of a Dangerous Mind (2002) wird in den Wettbewerb eingeladen. Mit Erfolg: Hauptdarsteller Sam Rockwell freut sich über den Silbernen Bären als Bester Schauspieler, während George Clooney das wichtige Signal empfängt, dass er auch hinter der Kamera reüssiert. Gleich mit seinem Erstling wagt er den Spagat, historische und gesellschaftlich relevante Stoffe elegant und zugleich mit trockenem wie zynischem Humor zu erzählen, sicherlich geprägt durch die Arbeit mit den Coen-Brüdern oder Steven Soderbergh. Dies wird sich in seinen späteren Regiearbeiten fortsetzen.

Küsschen für den Regisseur: Sam Rockwell erhält den Silbernen Berliner Bären für seine Hauptrolle in Confessions of a Dangerous Mind

In Confessions of a Dangerous Mind begegnen wir der amerikanischen TV-Legende Chuck Barris. Er blickt zurück auf sein Leben als erfolgreicher Produzent (Barris: „Ich habe den Äther mit schwachsinnigem Entertainment verpestet.“) und Erfinder von „The Dating Game“ („Herzblatt“) oder „The Gong Show“. Aber neben seinem Aufstieg im TV-Business lebt er noch eine zweite Karriere: als CIA-Auftragsmörder, der 33 Menschen umgebracht haben soll. Für Chuck Barris kommen Thrill und Belastung zusammen…

Debütant George Clooney erweist sich als neugieriger und kluger Filmemacher. Schon das Drehbuch zu Confessions of a Dangerous Mind begeistert ihn, zumal er als Kind in Quizsendungen seines Vaters, einem Fernsehmoderator, die Texttafeln halten durfte. Clooney inszeniert sein Debüt auch formal spannend, nutzt unterschiedliche Bild- und Lichtgestaltung – von verblassendem Technicolor für die lieblichen 1950er-Jahre bis hin zur Handkamera für die raueren 1970er-Jahre und die aufkommende Reagan-Ära. Erkennbar auch seine Faszination für historische Themen. Seine preisgekrönte Regiearbeit Good Night and Good Luck (2005) über die antikommunistische Kampagne der McCarthy-Ära dreht er in schwarz-weiß. In die Vergangenheit reist er erneut mit The Monuments Men (2013), 2014 im Wettbewerb außer Konkurrenz, der wahren Geschichte über ein Sonderkommando, das im Zweiten Weltkrieg Kunstgüter in Sicherheit bringen soll.

Photo-Call auf der 64. Berlinale 2014 für The Monuments Men: Bill Murray, John Goodman, George Clooney, Jean Dujardin und Matt Damon

Die Arbeit hinter der Kamera gefällt George Clooney ganz offensichtlich. Nach seinem Berlinale-Debüt führt er bei zehn weiteren Filmen Regie, von Good Night, and Good Luck bis zur in den 1920er-Jahren angesiedelten Footballkomödie Leatherheads (2008), The Ides of March (2011) oder zuletzt The Boys in the Boat (2023). Was an Clooney beeindruckt, sind nicht nur seine Fähigkeiten am Set, sondern sein unvergleichliches Talent, die Besten ihres Fachs für seine Projekte zu begeistern. Schon die Cast&Crew-Liste von Confessions of a Dangerous Mind liest sich wie ein Who-is-Who Hollywoods: Drew Barrymore, Julia Roberts, Maggie Gyllenhaal, Brad Pitt und Matt Damon bei den Darsteller*innen, Charlie Kaufman schreibt das Drehbuch, Newton Thomas Sigel führt die Kamera, die Montage besorgt Stephen Mirrione.

Es muss kaum erwähnt werden, dass der Star die Berlinale vor und nach seinem Regiedebüt als umjubelter Schauspieler besucht, ob mit From Dusk Till Dawn (1995, R. von Robert Rodriguez), Three Kings (1999, R. David O. Russell), Steven Soderberghs Solaris (2002), Syriana von Stephen Gaghan (2005), Soderberghs The Good German (2006) und Hail, Caesar! von Joel & Ethan Coen (2015).

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