Berlinale: Panorama


Panorama

Künstlerische Vision gegen kommerzielle Interessen? – Das Panorama stellt sich zur Aufgabe, Brücken zu schlagen. Ausgesprochene Adressaten sind dabei auch Filmeinkäufer.

Im Programm des Panoramas werden neue Filme renommierter Regisseure und Regisseurinnen, Debütfilme und Neuentdeckungen präsentiert. Die Filmauswahl ist ein Ausblick auf die Tendenzen des Arthouse-Kinos. Traditionell bildet das Autorenkino – Filme mit individueller Handschrift – das Herzstück des Programms.

Alle Filme im Panorama feiern ihre Welt- oder Europapremieren. Bei Pressekonferenzen und Publikumsgesprächen im Anschluss an die Vorführungen erhalten Pressevertreter und Zuschauer die Gelegenheit, sich mit Regisseuren, Produzenten und Darstellern über die Filme auszutauschen und zu diskutieren.

Das Panorama präsentiert seine Filme in drei Programmreihen mit unterschiedlichem Profil:

Die öffentlichen Premieren dieser Reihe finden als Abendvorstellungen im Zoo Palast und im Kino International statt.

Im Rahmen des Panoramas werden folgende Auszeichnungen unabhängiger Jurys vergeben:

  • Panorama Publikums-Preis, an dem Jahr für Jahr über 20.000 Berlinale-Besucher teilnehmen
  • Teddy Award, der weltweit bedeutendste queere Filmpreis, der seinen Anfang im Panorama nahm und Filme aus allen Sektionen der Berlinale auszeichnen kann
  • Preis Bester Erstlingsfilm, gestiftet von GWFF
  • Preis der FIPRESCI-Jury
  • Label Europa Cinema
  • Preis der C.I.C.A.E.
  • Amnesty International Filmpreis
  • Preis der Ökumenische Jury
  • Heiner-Carow-Preis, ausgelobt von der DEFA-Stiftung

Weitere Informationen zu den Preisen der Berlinale finden Sie unter Preise und Jurys.

Manfred Salzgeber, Rose-Marie Couture, Wieland Speck
Manfred Salzgeber und Wieland Speck

Hervorgegangen ist das Panorama aus der „Info-Schau“, dem Ergänzungsprogramm zum Berlinale Wettbewerb der 1970er Jahre. 1980 wurde Manfred Salzgeber – einer der wichtigsten Innovatoren in der Berliner Off-Kinolandschaft der 1970er Jahre und Mitinitiator des Internationalen Forums des Jungen Films – damit beauftragt, der Sektion ein inhaltliches Format zu geben. 1982 nahm Salzgeber Wieland Speck an seine Seite und baute ein Programm auf, das gesellschaftliche Konflikte und neue Ästhetiken aufgriff und sich dabei niemals scheute, unbequem zu sein. 1986 gab er der Sektion den Namen Panorama.

Seit 1992 wird die Sektion von Wieland Speck geleitet. Er entwickelt die Arbeit seines Vorgängers inhaltlich konsequent fort. Sein Ziel: Den anspruchsvollen Independent-Film aus seiner Nischenexistenz heraus ins Rampenlicht des internationalen Marktes zu führen.

Sean Penn in Gus Van Sants Milk (Panorama 2009)

Engagement für den schwul-lesbischen und Transgender-Film beweist das Panorama verstärkt seit den 1980er Jahren mit Filmen wie Rob Epsteins und Richard Schmiechens The Times of Harvey Milk, Greta Schillers Before Stonewall, Gus Van Sants Mala Noche oder Pedro Almodóvars The Law of Desire.

Von Anfang an widmete das Panorama dem Kurzfilm große Aufmerksamkeit und engagierte sich durch die Präsentation von jährlich etwa 25 Werken im Programm, weil auf diesem Terrain spannende ästhetische Auseinandersetzungen geführt und Talente früh entdeckt werden. Zur Berlinale 2007 mündete die leidenschaftliche Panorama-Kurzfilmarbeit in die neue Sektion Berlinale Shorts, die in Zusammenarbeit mit dem Berlinale Wettbewerb entstand.

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