Berlinale: Internationale Jury


Preise der Internationalen Jury

Die Mitglieder der Internationalen Jury 2015, Darren Aronofsky (Präsident), Daniel Brühl, Bong Joon-ho, Martha De Laurentiis, Claudia Llosa, Audrey Tautou und Matthew Weiner, vergeben folgende Preise:

Goldener Bär für den Besten Film

Hanna Saeidi nahm den Preis für ihren Onkel entgegen





Taxi
von Jafar Panahi

Silberner Bär Großer Preis der Jury





El Club (The Club)
von Pablo Larraín

Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis

für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet


Ixcanul (Ixcanul Volcano)
von Jayro Bustamante

Silberner Bär für die Beste Regie





Radu Jude für
Aferim

Ex aequo

Silberner Bär für die Beste Regie





Malgorzata Szumowska für
Body

Silberner Bär für die Beste Darstellerin





Charlotte Rampling in
45 Years

Silberner Bär für den Besten Darsteller





Tom Courtenay in
45 Years

Silberner Bär für das Beste Drehbuch





Patricio Guzmán für
El Bóton de Nacár

Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung





Sturla Brandth Grøvlen für die Kamera in
Victoria

Ex aequo

Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung

Nahmen den Preis für Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk entegegen: die beiden Produzenten Artem Vasiliev und Andrey Saveliev





Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk für die Kamera in
Pod electricheskimi oblakami

Darren Aronofsky, Jury-Präsident, USA

Nach seinem Studium an der Harvard University hatte Darren Aronofsky sein Debüt als Kinoregisseur 1998 mit Pi – System im Chaos (Pi), der beim Sundance Festival den Preis für die beste Regie erhielt und bei den Independent Spirit Awards für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. 2000 präsentierte er seine umjubelte Literaturverfilmung Requiem for a Dream beim Filmfestival Cannes und 2006 seinen Kultfilm The Fountain in Venedig. Ebenfalls bei der „Mostra del Cinema“ in Venedig erhielt The Wrestler 2008 den Goldenen Löwen und bei den AFI Awards in Los Angeles wurde The Wrestler als „Film des Jahres“ gekrönt. Der Film bedeutete auch das aufsehenerregende Comeback seines Hauptdarstellers Mickey Rourke.
2011 stellte Darren Aronofsky den im Ballettmilieu spielenden Black Swan vor, der in der Kategorie „Beste Regie“ sowohl beim Oscar als auch bei den Golden Globes, der Director’s Guild of America und beim britischen BAFTA nominiert wurde. 2014 startete Aronofskys bildgewaltiges Drama Noah weltweit im Kino.

DANIEL BRÜHL, DEUTSCHLAND

Daniel Brühl gehört zu den deutschen Stars, die zugleich auch eine erfolgreiche internationale Karriere aufgebaut haben. Nachdem er 2002 für Das weiße Rauschen, Vaya con Dios und Nichts bereuen mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, feierte er im Jahr darauf seinen Durchbruch mit Good Bye, Lenin!, der im Wettbewerb der Berlinale lief. Für die Rolle erhielt er neben einem weiteren Deutschen Filmpreis auch den Europäischen Filmpreis. Internationale Rollen hatte er u.a. in Anton Corbijns A Most Wanted Man, Quentin Tarantinos Inglorious Basterds, Bill Condons Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt und Michael Winterbottoms Die Augen des Engels. Zuletzt wurde Brühl nach zahlreichen Produktionen in Deutschland, Spanien, Frankreich oder den USA für Ron Howards Rush – Alles für den Sieg u.a. für den Golden Globe nominiert. Seine jüngste Rolle war an der Seite von Helen Mirren in Simon Curtis‘ Woman in Gold.

BONG JOON-HO, SÜDKOREA

Der 1969 im koreanischen Seoul geborene Bong Joon-ho studierte zunächst Soziologie, bevor er die Korean Academy of Film Arts (KAFA) absolvierte. Anfangs arbeitete er als Drehbuchautor und Regieassistent, während er parallel zahlreiche Kurzfilme inszenierte. Sein Langfilmdebüt Hunde, die bellen, beißen nicht kam 2000 in die Kinos. Für Memories of Murder wurde er anschließend unter anderem beim Filmfestival in San Sebastián mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2006 wurde The Host nach seiner Weltpremiere in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes zum besucherstärksten Film Südkoreas aller Zeiten. Mit Mother wurde Bong Joon-ho erneut zum Festival nach Cannes eingeladen, dieses Mal in die Reihe Un Certain Regard. Sein englischsprachiges Debüt Snowpiercer mit Chris Evans, Tilda Swinton und John Hurt lief 2014 im Forum der Berlinale.

Martha De Laurentiis, USA

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Dino gründete Martha De Laurentiis 1980 ihre heute unter dem Namen De Laurentiis Company bekannte Produktionsfirma. Seither zeichnete sie für die Produktion von über 40 Spielfilmen und Fernsehserien verantwortlich, darunter Stephen Kings Regiedebüt Rhea M – Es begann ohne Warnung, Das Schlafzimmerfenster von Curtis Hanson, Michael Ciminos 24 Stunden in seiner Gewalt, Breakdown und U-571 von Jonathan Mostow oder Brett Ratners Roter Drache. Die von ihr produzierte Bestseller-Adaption Hannibal von Ridley Scott lief 2001 außer Konkurrenz im Wettbewerb der Berlinale. Als Executive Producer ist sie auch an der gleichnamigen Serie mit Mads Mikkelsen beteiligt, deren dritte Staffel 2015 in den USA anläuft. Über letztere sprach De Laurentiis auch 2014 als Gast der Berlinale Talents.

Claudia Llosa, Peru

Die in Peru geborene Claudia Llosa studierte zunächst Kommunikationswissenschaften in Lima und anschließend Drehbuch an der Escuela TAI in Madrid. Ihre Karriere begann sie mit Werbearbeiten, bevor sie schließlich ihre eigene Produktionsfirma gründete. Ihren ersten Spielfilm Madeinusa brachte sie 2006 ins Kino. Drei Jahre später wurde sie mit dem vom World Cinema Fund geförderten Film La teta asustada (Eine Perle Ewigkeit) in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen und dort mit dem Goldenen Bären sowie dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde der Film als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert. 2012 war sie mit dem Kurzfilm Loxoro zu Gast im Programm der Berlinale Shorts und gewann den Teddy Award. Ihr englischsprachiges Debüt Aloft mit Jennifer Connelly, Mélanie Laurent und Cillian Murphy nahm 2014 am Berlinale Wettbewerb teil und wurde 2015 im Sundance Spotlight gezeigt.

Audrey Tautou, Frankreich

Gleich für ihre erste Kinorolle in der Komödie Schöne Venus wurde Audrey Tautou für den französischen Filmpreis César ausgezeichnet. Der weltweite Durchbruch gelang ihr in der Titelrolle von Jean-Pierre Jeunets Die fabelhafte Welt der Amélie, für den sie 2001 eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis sowie 2002 Nominierungen für den César und den BAFTA erhielt. Zu ihren weiteren Filmen gehören neben Cédric Klapischs erfolgreicher L’auberge espagnole-Trilogie, Not on the Lips von Alain Resnais, Salvadoris Liebe um jeden Preis oder Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft auch internationale Produktionen wie The Da Vinci Code – Sakrileg oder Kleine schmutzige Tricks von Stephen Frears. Zuletzt drehte die Französin unter anderem mit Claude Miller (Thérèse) und Michel Gondry (Der Schaum der Tage).

Matthew Weiner, USA

Seit 2007 verantwortet Matthew Weiner als Creator, Executive Producer und Autor die erfolgreiche und von der Kritik gefeierte Serie Mad Men, die aktuell mit ihrer siebten und letzten Staffel im US-Fernsehen ausgestrahlt wird. Bislang wurde er für seine Arbeit an der Serie mit neun Emmys, zwei BAFTAS, drei Golden Globes, mehreren Preisen der Writers Guild of America sowie zahlreichen weiteren Ehrungen ausgezeichnet. Regelmäßig steht Weiner für die Serie auch als Regisseur hinter der Kamera und wurde dafür bereits zweimal für den Directors Guild of America Award nominiert. 2013 feierte sein Spielfilmdebüt Are Your Here mit Owen Wilson und Amy Poehler Premiere beim Toronto International Film Festival. Als Drehbuchautor war der US-Amerikaner außerdem an Fernsehserien wie Becker, The Naked Truth oder The Sopranos beteiligt. Für letztere zeichnete er außerdem als Executive Producer verantwortlich.

Der Goldene Bär


Die Bären-Trophäen sind nach einer Vorlage der Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) gestaltet. Seit der Gründung des Festivals werden sie von der Berliner Gießerei Noack hergestellt. Das Wappentier der Hauptstadt ziert auch das Berlinale-Logo.