Berlinale: Preise Generation


Preise und Jurys in der Sektion Generation

Die Jurymitglieder dieser Sektion sind nicht älter als das Publikum im Kino. Elf Kinder und sieben Jugendliche ehren die besten Filme mit den Gläsernen Bären. Lobende Erwähnungen werden für besondere Leistungen vergeben. Zwei Internationale Jurys vergeben zudem Preise in den Wettbewerben Generation Kplus und Generation 14plus.

The Rocket, Satellite Boy, The Amber Amulet, Ezi un lielpilseta

Die Mitglieder der Kinderjury Generation Kplus - Hannah Bulling, Matthias Caspari, Rosa Elina Ehrlich, Rocco Görhardt, Lenius Jung, Felix Katulski, Magdalena Kollmann, Ada Maria Nardi, Lonja Emily, Louise Siebenmann, Maja Tischmann und Fabian Welke - vergeben die folgenden Preise:

Gläserner Bär für den Besten Film: The Rocket von Kim Mordaunt

Nachdem ein kleiner Junge sein Zuhause verloren hat, begibt er sich mit seiner Familie auf eine spannende Reise durch eine beeindruckende Naturlandschaft. Unterwegs begegnen ihnen viele Gefahren. Doch seine größte Aufgabe steht ihm noch bevor: endlich beweisen, dass er auch er Glück bringen kann.

Lobende Erwähnung: Satellite Boy von Catriona McKenzie

Ein spannender Film, gedreht in toller Landschaft und mit richtig guter Musik, hat uns die Kultur der Aboriginals in Australien näher gebracht. Er überzeugte uns durch seine ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen der beiden jungen Hauptdarsteller.

Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm: The Amber Amulet von Matthew Moore

Ein Junge im kreativen Kostüm kennt sich aus mit der Kraft der Steine und weiß deren Energie gezielt einzusetzen. Er macht eine traurige Frau wieder froh und zauberte auch uns ein Lächeln aufs Gesicht.

Lobende Erwähnung: Ezi un lielpilseta (Die Igel und die Stadt) von Ēvalds Lācis

Ein ernstes Thema in eine lustige Geschichte gepackt hat uns zum Lachen gebracht. Tolle Tiere erobern sich mit Witz und Verstand ihre Welt zurück.

Preise der Internationalen Jury im Wettbewerb Generation Kplus

Mammu, es Tevi mīlu, Satellite Boy, Cheong, Ezi un lielpilseta

Die Mitglieder der Generation Kplus Internationalen Jury - Jan Naszewski, Rosario Garcia-Montero und Katharina Reschke - vergeben die folgenden Preise:

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den besten Langfilm, im Wert von € 7.500 gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk:
Mammu, es Tevi mīlu (Mama, ich lieb dich) von Jānis Nords

Eine kleine Lüge kann alles verändern, denn es braucht oft eine größere Lüge, damit niemand hinter die Sache kommt. Der Film berührte uns tief. Denn er eröffnet uns den Blick in die inneren Konflikte eines Jungen, der Verantwortung für sein Tun übernehmen muss und dabei erfährt, dass Freundschaft und Ehrlichkeit Hand in Hand gehen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Film!

Lobende Erwähnung:
Satellite Boy von Catriona McKenzie

Manchmal muss man sein Zuhause verlassen, um zu wissen, wo man herkommt. Um ihre Heimat zu retten, ziehen zwei Jungen auf die Reise durch eine atemberaubende Landschaft. Gute Geister und Traditionen begleiten sie und helfen ihnen auf ihrem Weg zurück. Am Ende des langen Fußmarsches steht Pete vor großen Entscheidungen – und er weiß mehr über seine eigenen Wurzeln.

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den besten Kurzfilm, im Wert von € 2.500 gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk:
Cheong von Kim Jung-in

Um Akzeptanz zu gewinnen, muss man erst lernen, auch andere zu akzeptieren. Ein Mädchen gibt einen ihrer Sinne auf – und betritt so die Welt ihres Vaters. Und obwohl sie diese durch seine Augen nicht sehen kann, erscheint alles reich und befriedigend. Ein sehr berührender und subtiler Eindruck vom Leben blinder Menschen und ihrer Angehörigen.

Lobende Erwähnung:
Ezi un lielpilseta (Die Igel und die Stadt) von Ēvalds Lācis

Spätestens seit Jurassic Park wissen wir, dass sich die Natur immer ihren Weg bahnt. Es ist also nur natürlich, dass die Tiere auch in der Stadt lernen, nach den dort herrschenden Regeln zu spielen. Das menschliche Wirtschaftssystem ist nichts im Vergleich zu den Gesetzen der Natur. Wenn sich also ein Beton-Dschungel zurück in einen Wald verwandelt, wisst ihr, dass daran einige Igel beteiligt waren.

Preise der Jugendjury im Wettbewerb Generation 14plus

Baby Blues, Pluto, Rabbitland, Treffit

Die Mitglieder der Jugendjury Generation 14plus - Indira Geisel, Maxim Mersini, Jonas Mileta, Zoë Noack, Sarah Rheinfurth, Carla Romagna und Kalvin Schmidt-Rimpler Dinh - vergeben die folgenden Preise:

Gläserner Bär für den Besten Film: Baby Blues von Kasia Rosłaniec

Der diesjährige Gewinnerfilm überzeugt uns durch die völlig unvorhersehbare Entwicklung seiner Geschichte. Der auffällige Schnitt und die innovative Regieführung verleihen ihm eine vielfarbige Dynamik. Der Film enthüllt auch starke und komplexe Charaktere, die oft auf widersprüchliche Weise handeln. Diese jungen Menschen scheinen unfähig, ihre Fehler wahrzunehmen und Verantwortung für sie zu übernehmen. Sie fühlen sich gefangen zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der belastenden Pflicht, junge Eltern zu sein.

Lobende Erwähnung: Pluto von Shin Su-won

Unsere Lobende Erwähnung geht an einen Film, der ungerechte Bildungsstrukturen und mehr noch eine Gesellschaft im Ganzen auf besondere Weise kritisiert. Die Charaktere entführen uns in ihre Welt aus Isolation und Machtlosigkeit angesichts eines brutalen Gruppenzwangs. Wir spürten die kosmische Dimension der Handlung und das explosionsartige Gefühl, ganz allein im Universum zu sein.

Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm: Rabbitland von Ana Nedeljković und Nikola Majdak

Der diesjährige Gewinnerfilm regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern verbindet Ironie und schwarzen Humor. Simpel und effektiv kritisiert er die politischen Strukturen nach denen wir leben und bewirkt ein leichtes Unbehagen gegenüber unserem Alltag. Der Film ist von weltweiter Relevanz und überzeugte mit technischer Besonderheit und originellem Stil.

Lobende Erwähnung: Treffit (The Date) von Jenni Toivoniemi

Zwei junge Leute treffen in einer ungewöhnlichen Situation aufeinander. In kürzester Zeit entwickelt sich aus einer Routine ein unkonventionelles Date. Uns überzeugte der Kurzfilm, da er unterschwellig weit mehr erzählt als er zeigt. Durch seine originelle Situationskomik offenbart er eine komplexe zwischenmenschliche Thematik und die Doppeldeutigkeit der Beziehung, die einen noch nach dem Kinobesuch begleitet.

Preise der Internationalen Jury im Wettbewerb Generation 14plus

Shopping, Baby Blues, Första gången, Barefoot

Die Mitglieder der neuen Generation 14plus Internationalen Jury - Andrew Okpeaha MacLean, Lucy Mulloy und Xavier García Puerto - vergeben die folgenden Preise:

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den besten Langfilm, im Wert von
€ 7.500 gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung:
Shopping von Mark Albiston und Louis Sutherland

Ein in jeder Hinsicht überzeugender Debütfilm mit einem fantastischen Hauptdarsteller. Wir liebten es, ihn auf der Leinwand zu beobachten, und fühlten immer mit ihm. Ein brillanter Schnitt, mutige Bildkomposition und eine komplexe, zugleich schmerzhafte wie liebevolle Darstellung von Familie. Wir honorieren die Einmaligkeit der Welt, die ihr uns eröffnet habt. Eure Hingabe an die eigene Vision ist jederzeit spürbar.

Lobende Erwähnung:
Baby Blues von Kasia Rosłaniec

Mit unserer Lobenden Erwähnung feiern wir eine fantastische, starke filmische Stimme, die harte Realitäten mit unerwartetem Humor und Stil zu konfrontieren weiß. Deine starke Bildsprache, die überzeugenden Charaktere und eine knallharte Erzählweise haben uns sehr fasziniert.

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den besten Kurzfilm, im Wert von
€ 2.500 gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung:
Första gången (The First Time) von Anders Hazelius

Unsere Auszeichnung gilt einem unterhaltsamen und überraschenden Film, der sich jeglicher Vorhersehbarkeit entzieht. Unsicherheit und sozialer Druck vereinen zwei schüchterne Menschen in einem Moment von schönster und unverfälschter Ehrlichkeit. Dieser auch visuell starke Film ist das Werk eines einfühlsamen und bemerkenswerten Filmemachers.

Lobende Erwähnung:
Barefoot von Danis Goulet

Die Jury möchte einer Kurzfilmmacherin danken, die uns in eine faszinierende Welt entführt, die so nur selten auf der Leinwand zu sehen ist. Der Film zeichnet das sensible Porträt eines Mädchens, das bis ins schmerzhafte Extrem geht, um dazuzugehören. Dein Storytelling ist beeindruckend und übt eine starke emotionale Wirkung aus. Wir sind sehr gespannt auf Deine zukünftige Arbeit.

Nach jeder Vorführung bei Generation werden Fragebögen verteilt. Die Bögen bieten die Möglichkeit, sich über die gesehenen Filme Gedanken zu machen und die eigene Meinung aufzuschreiben. Wer seinen Filmfragebogen nicht gleich im Kino abgeben möchte, kann ihn in Ruhe zu Hause ausfüllen und bis einen Monat nach dem Festival per Post an Generation schicken.

Rund 1.500 Zuschauer geben jährlich ihren Filmfragebogen ab. Wer offen, ehrlich und spannend über sein Filmerlebnis schreibt, hat die Chance, im folgenden Jahr selbst über die Vergabe der Gläsernen Bären zu entscheiden. In die Kinderjury können nur Kinder berufen werden, die zum folgenden Festival zwischen elf und 14 Jahren sein werden. Die Juroren der Jugendjury sind mindestens 14 und höchstens 18 Jahre alt.

Die Fragebögen werden auch an die Macher der teilnehmenden Filme weitergeleitet. So erfährt jeder Regisseur aus erster Hand, wie sein Film beim Berliner Publikum angekommen ist.

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