O processo

The Trial
Die Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff im Jahr 2016 wurde durch einen Korruptionsskandal ausgelöst, in den unter anderem ihr damaliger Vize Michel Temer verwickelt war. Regisseurin Maria Ramos folgt dem Prozess gegen Rousseff aus der Perspektive ihres Verteidigerteams. Das Justizdrama entfaltet sich langsam, und die Auftritte der unterschiedlichen Parteien werden allmählich zum Gerichtstheater. Während im Verhandlungssaal große Emotionen kalkuliert ausgespielt werden, warten auf den Korridoren die Lobbyisten und Claqueure. Und draußen vor den modernistischen Regierungsgebäuden Brasílias skandieren die Demonstrant*innen wie ein antiker Theaterchor. Nur die Hauptperson, Dilma Rousseff selbst, bleibt professionell und unnahbar.
Nach ihren preisgekrönten Dokumentarfilmen Justiça und Juízo, in denen Ramos das brasilianische Justizsystem unter die Lupe nahm, richtet sie nun ihren analytischen Blick auf den überwiegend politisch motivierten Prozess gegen Dilma Rousseff. Beobachtend und unkommentiert zeigt sie die Strukturen der Macht, das große Spektakel und die kleinen Details, die man selten zu sehen bekommt.
von Maria Augusta Ramos
mit Dilma Rousseff, Jose Eduardo Cardozo
Brasilien / Deutschland / Niederlande 2018 Portugiesisch 137’ Weltpremiere | Dokumentarische Form

Mit

  • Dilma Rousseff
  • Jose Eduardo Cardozo

Stab

Regie, Buch Maria Augusta Ramos
Kamera Alan Schvarsberg
Montage Karen Akerman
Sound Design Bernardo Uzeda
Ton Marta Lopes
Ausführende Produzentin Maria Augusta Ramos
Produzentin Maria Augusta Ramos
Koproduzent*innen Paulo de Carvalho, Gudula Meinzolt, Wout Conijn
Koproduktion Autentika Films Berlin
Canal Brasil Rio de Janeiro
Conijn Film Amsterdam

Produktion

Nofoco Filmes Produções Cinematográficas

Maria Augusta Ramos

Geboren 1964 in Brasília. Die brasilianisch-niederländische Dokumentarfilmerin studierte an der Nederlandse Filmacademie in Amsterdam. Ihre Filme wurden auf internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. 2013 erhielt sie für ihr Gesamtwerk und ihre herausragende filmische Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte den Marek-Nowicki-Preis der Helsinki Foundation for Human Rights.

Filmografie (Auswahl)

2004 Justiça (Justice); Dokumentarfilm 2007 Juízo (Behave); Dokumentarfilm 2013 Morro dos pazeres (Hill of Pleasures); Dokumentarfilm 2015 Seca (Drought); Dokumentarfilm · Futuro Junho (Future June); Dokumentarfilm 2018 O processo (The Trial); Dokumentarfilm, Panorama

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018