Anmaßung

Anamnesis
„Was sehen wir, wenn wir nichts sehen können?“ Diese Frage stellt Chris Wright, einer der beiden Regisseure, am Anfang aus dem Off. Es ist eine große Frage, eine, mit der Wright in ein zentrales Dilemma dokumentarischen Filmemachens vordringt.
Was man in Anmaßung nicht sieht, ist das Gesicht des wichtigsten Akteurs, Stefan S. Er sitzt in einem Brandenburger Gefängnis, lebenslang, Freigang ist möglich, die Entlassung auf Bewährung eine Perspektive, obwohl die Schuld schwer wiegt. Nachdem er sie gestalkt hatte, tötete Stefan S. eine Arbeitskollegin. Das löst Unbehagen aus. Wer beschäftigt sich gern mit einem Verbrecher? Wer möchte ihn überhaupt sehen?
Die schwierigen Facetten menschlicher Existenz abzuspalten war noch nie Chris Wrights und Stefan Kolbes Sache. Und so sehen die Filmemacher hin, obwohl sich Stefan S. entzieht. Ersatz für das abwesende Tätergesicht finden sie, indem sie einer Handpuppe und zwei Handpuppenspielerinnen das Feld überlassen. Hinzu kommen Masken, Spiegelungen und Projektionen. Das Motiv der Fäden und Schnüre hält den Film zusammen, und der Kommentar aus dem Off hat die Courage, die Zweifel am eigenen Tun auszusprechen.
von Chris Wright, Stefan Kolbe
mit Nadia Ihjeij, Josephine Hock
Deutschland 2021 Deutsch,  Untertitel: Englisch 111’ Farbe

Mit

  • Nadia Ihjeij
  • Josephine Hock

Stab

Regie, BuchStefan Kolbe, Chris Wright
KameraStefan Kolbe
MontageChris Wright
MusikJohannes Winde
TonChris Wright
ProduktionsleitungTina Börner
Produzent*inHeino Deckert
Ausführende*r Produzent*inHeino Deckert

Produktion

Ma.ja.de. Filmproduktion

Leipzig, Deutschland

+49 341 9839696

majade.de majade.de

Weltvertrieb

Deckert Distribution

Leipzig, Deutschland

+49 341 2156638

deckert-distribution.com/ deckert-distribution.com/

Chris Wright

Geboren 1972 in Radcliffe, Vereinigtes Königreich. Er studierte Filmschnitt und arbeitet als Editor und Dokumentarfilmer, meistens in Kooperation mit Stefan Kolbe.

Filmografie

1999 Nernich – Nirgends nichts (Nernich – Nowhere Nothing); Ko-Regie: Stefan Kolbe, 76 Min. 2003 Technik des Glücks (The Progress of Happiness); Ko-Regie: Stefan Kolbe, 68 Min. 2006 Das Block (The Block); Ko-Regie: Stefan Kolbe, 75 Min. 2010 Auf dem Wachstumspfad (The Disciple); Ko-Regie: Stefan Kolbe, 29 Min. · Kleinstheim (The Home); Ko-Regie: Stefan Kolbe, 87 Min. 2014 Pfarrer (Priests); Ko-Regie: Stefan Kolbe, 90 Min. 2016 Mutterglück (Mother's Joy); Ko-Regie: Stefan Kolbe, 40 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2021

Stefan Kolbe

Geboren 1972 in Halle an der Saale, DDR. Er absolvierte ein Kamerastudium und hat seit 1997 zahlreiche Dokumentarfilme gedreht, die meisten in Zusammenarbeit mit Chris Wright.

Filmografie

1997 Gurke & Brot (Bread & Pickle); Ko-Regie: Robert Jäger, 42 Min. 1999 Nernich – Nirgends nichts (Nernich – Nowhere Nothing); Ko-Regie: Chris Wright, 76 Min. 2003 Technik des Glücks (The Progress of Happiness); Ko-Regie: Chris Wright, 68 Min. 2006 Das Block (The Block); Ko-Regie: Chris Wright, 75 Min. 2010 Auf dem Wachstumspfad (The Disciple); Ko-Regie: Chris Wright, 29 Min. · Kleinstheim (The Home); Ko-Regie: Chris Wright, 87 Min. 2014 Pfarrer (Priests); Ko-Regie: Chris Wright, 90 Min. 2016 Mutterglück (Mother's Joy); Ko-Regie: Chris Wright, 40 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2021

Termine

Mi 09.06. 21:30

Open Air Kino HKW

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So 13.06. 21:30

Frischluftkino@Studentendorf

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