Berlinale: Pressevorführungen


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Eine Gruppe Unbescholtener wird des Menschenhandels angeklagt und inhaftiert. Die Behörden vermelden einen Schlag gegen die organisierte Kriminalität, die Öffentlichkeit ist beruhigt. "Pagadores" nennt man die Opfer eines solchen Verfahrens in Mexiko. Tatiana Huezo lässt in ihrem zweiten Langfilm eine junge Mutter ihren Leidensweg erzählen: Unschuldig ihrer Freiheit beraubt, wird sie denen übergeben, für die sie büßt – in einem Privatgefängnis, das unter der Kontrolle des Golf-Kartells steht.
Tempestad ist ein Reisefilm, 2.000 Kilometer im Bus von Matamoros bis Cancún, durch ein stürmisches, wolkenverhangenes, düsteres Land. Überall Kontrollen durch martialisch aussehende Schwerbewaffnete, überall Angst. Ein Land in einem unsichtbaren Krieg, mit unsichtbaren Fronten. Man sieht die Protagonistin nie, hört nur ihre Stimme. Die Bilder schaffen Platz für unsere Vorstellung, fangen die Monstrosität der Erzählung auf. Wo sie zur Identifikation einladen, da täuschen sie, laden ein, über andere Schicksale, andere Geschichten nachzudenken. Eine davon erzählt der Film selbst, die einer Zirkusartistin, die ihre Tochter verloren hat. Ein notwendiger Bruch in einem Film von ungeheurer Wucht.

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