Zusätzliches

23.06.2022
Berlinale fordert Freispruch für Tsitsi Dangarembga

Mit großer Besorgnis sehen die Internationalen Filmfestspiele Berlin dem am 27. Juni 2022 bevorstehenden Gerichtsverfahren gegen Tsitsi Dangarembga in Harare, Simbabwe entgegen. Die Schriftstellerin, Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels und Filmemacherin war im Februar 2022 Mitglied der Internationalen Jury der Berlinale.

Dangarembga wurde im Juli 2020 auf einer Demonstration in Harare gemeinsam mit der Journalistin Julie Barnes verhaftet. Die beiden Frauen forderten damals die Freilassung von Journalist*innen und institutionelle Reformen; Dangarembga trug ein Plakat, auf dem sie „ein besseres Simbabwe für alle“ forderte. In dem seit zwei Jahren immer wieder aufgeschobenen Prozess werden den beiden Frauen jedoch Aufwiegelung von Gewalt, Friedensbruch und Bigotterie sowie Verstöße gegen geltende Corona-Maßnahmen vorgeworfen. Zwischenzeitlich wurden sie zwar auf Bewährung freigelassen, aber auch 26-mal vorgeladen. Im aktuell laufenden Prozess vor dem Antikorruptionsgericht in Harare soll nun entschieden werden, ob das Verfahren jetzt eingestellt wird oder ob es irgendwann zu einem Urteilsspruch kommt.

„Als eine Institution, die sich weltweit für die Meinungsfreiheit und für die Freiheit von Kunst stark macht, fordern wir die Regierung Simbabwes dazu auf, Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes freizusprechen bzw. das Verfahren einzustellen. Beide haben sich immer wieder auf mutige und künstlerisch überzeugende Weise für die Freiheit eingesetzt. Das Recht auf Meinungsfreiheit ist in der Verfassung des Landes verankert - würde es diesen Frauen verwehrt, wäre dies gegen die Verfassung“, sagt das Berlinale-Leitungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian.


Presseabteilung
23. Juni 2022