FAQs – Dialog & Sicherheit

Als inklusive Plattform für alle Filmbegeisterten bietet die Berlinale vielfältige Räume für kulturellen Austausch und respektvollen Dialog – offen und pluralistisch.

Auf unseren Bühnen, in Q&As sowie bei zahlreichen Veranstaltungen laden wir Filmschaffende, Gäste und Publikum ein, Eindrücke und Perspektiven zu teilen. In den folgenden FAQs finden Sie die Grundsätze, die wichtig sind, um für ein sicheres und wertschätzendes Festivalerlebnis zu sorgen.

Viele dieser Themen sind Teil eines kontinuierlichen Lern- und Austauschprozesses – innerhalb der Berlinale ebenso wie im Dialog mit anderen. Wir entwickeln uns stetig weiter und lernen dazu. Wir laden Sie daher ein, diese Seite regelmäßig zu besuchen.

Über offenen Dialog, Meinungsfreiheit und respektvollen Austausch

Alle unsere Gäste haben das Recht auf freie Meinungsäußerung im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Wir stehen hinter dem Recht unserer Filmschaffenden, über die Impulse hinter ihrer Arbeit und ihre Erfahrungen in der Welt zu sprechen. Die Berlinale heißt unterschiedliche Standpunkte willkommen.

Wir möchten ein Umfeld schaffen, in dem wir einander zuhören und voneinander lernen können, und bitten dabei um einen respektvollen Dialog und kulturelle Sensibilität. Unsere Moderator*innen und Mitarbeiter*innen sind gut vorbereitet und begleiten alle Anwesenden durch die Veranstaltungen.

Wir bitten unsere Gäste darum, anzuerkennen, dass sie zwar frei darin sind, ihre Ansichten zu äußern, andere jedoch ebenso frei sind, anderer Meinung zu sein und ihre eigenen Perspektiven zu vertreten. Auch das ist eine Form der freien Meinungsäußerung.

Wie alle Kulturorganisationen trägt auch die Berlinale die Verantwortung, dass Diskussionen bei unseren Veranstaltungen innerhalb des gesetzlichen Rahmens stattfinden. In Deutschland gibt es weitreichende Gesetze zur Meinungsfreiheit, die nur dort enden, wo sie die Rechte anderer verletzen, wo Äußerungen diskriminierend werden oder wo die öffentliche Ordnung und Sicherheit verletzt werden.

Wir glauben auch, dass es in der Verantwortung kultureller Veranstaltungen liegt, das Recht auf freie Meinungsäußerung selbstbewusst zu verteidigen und gleichzeitig einen Dialog zu ermöglichen, der den Menschen hilft, zuzuhören und zu verstehen.

Das Festival ist verpflichtet, die Sicherheit aller Gäste zu gewährleisten. Wir können Filmschaffenden, wo möglich, bei ihrer Recherche über die Gesetze zur Meinungsfreiheit in Deutschland unterstützen und beantworten gerne auch Fragen. Diese Gespräche sind streng vertraulich und werden im Geiste des gegenseitigen Vertrauens und der Unterstützung geführt. Statements oder andere Kommunikationsmittel, die Filmschaffende in diesen Gesprächen freiwillig mitteilen, werden weder von Dritten rechtlich geprüft noch an externe Behörden weitergegeben.

Eingeladene Gäste äußern sich aus eigenem Antrieb – über ihre Filme und, wenn sie möchten, auch darüber hinaus. Wir werden Gäste nicht auffordern, uns vorher mitzuteilen, was sie sagen möchten, stehen ihnen aber gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn dies gewünscht wird.

Wenn jedoch abwesende Filmschaffende die Berlinale bitten, eine Erklärung durch Festivalmitarbeitende vorlesen oder ein Video zeigen zu lassen, ist die Berlinale nicht verpflichtet, etwas zu zeigen, das möglicherweise illegal ist oder gegen geltende Antidiskriminierungsgesetze verstößt.

Die Berlinale orientiert sich ausschließlich an ihrem eigenen kulturellen Auftrag und handelt in allen künstlerischen und programmatischen Entscheidungen unabhängig. Diese Unabhängigkeit der Kunst ist in Deutschland gesetzlich legitimiert.

Die Berlinale und alle Häuser der KBB (Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH) unterstehen einem Aufsichtsrat unter dem Vorsitz des Staatsministers für Kultur und Medien, welchem weitere Menschen aus Politik und Kultur angehören. Die Aufgabe des Aufsichtsrats besteht in der finanziellen Kontrolle und der Sicherstellung einer soliden strategischen Planung; er ist nicht an künstlerischen Entscheidungen, der Programmgestaltung oder dem Tagesgeschäft beteiligt.

Wichtig ist auch, dass der mehrheitliche Teil von etwa 60 % der Finanzierung der Berlinale aus eigenen Mitteln stammen, während nur die übrigen 40 % des Budgets als öffentliche Mittel vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM – auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages), von der Europäischen Union und vom Land Berlin bereitgestellt werden.

Als öffentliche Veranstaltung unterliegt die Berlinale den Gesetzen Deutschlands und damit weitreichenden Regelungen zum Schutz der Meinungsfreiheit und Menschenwürde sowie spezifischen Grenzen – etwa zu Hassrede, Aufstachelung zu Gewalt und Diskriminierung. Die meisten Aussagen im Zusammenhang mit dem Israel/Gaza‑Konflikt gelten rechtlich als Meinungsäußerungen und sind daher zulässig.

Der Ausdruck „From the River to the Sea” erfordert besondere Aufmerksamkeit, und es gab Fälle, in denen seine öffentliche Verwendung im Land Berlin strafrechtlich verfolgt wurde. Die rechtliche Auslegung entwickelt sich hier noch weiter, und es gibt derzeit Verfahren vor deutschen Gerichten, die möglicherweise weitere Klarheit darüber schaffen, wie dieser Ausdruck in verschiedenen Kontexten zu behandeln ist.

Generell haben bestimmte Begriffe in Deutschland aufgrund des Holocausts und der Erinnerungs- und Versöhnungskultur des Landes ein zusätzliches historisches Gewicht. Das bedeutet nicht, dass Austausch vermieden werden soll, aber dieser erfordert Sorgfalt und Sensibilität im Umgang mit Sprache.

Nein, das ist nicht wahr. Die Berlinale hat ihre Akkreditierungs- oder Gastrichtlinien in dieser Hinsicht nicht geändert. Im Herbst 2024 wurde uns eine Unklarheit in den allgemeinen Hausregeln unserer Dachorganisation, der KBB, bekannt. Wir haben das Interesse unserer Gäste an präzisen Informationen sofort unterstützt und eine klärende Änderung initiiert, die umgesetzt wurde. Der betreffende Absatz bezog sich ausschließlich auf eine deutsche Standardrechtsvorschrift zum Tragen und Verwenden verbotener Symbole und Zeichen, die nachweislich strafbar sind, wie beispielsweise dem Hakenkreuz. Das Tragen oder Zeigen anderer Zeichen und Symbole nationaler oder politischer Ausdrucksweise oder Solidarität (z. B. eine Wassermelone, ein Keffiyeh usw.) ist nicht verboten und fällt vollständig unter das deutsche Grundrecht auf freie Meinungsäußerung.

Über Sicherheit und Schutz bei der Berlinale

Als Veranstaltung mit jährlich Hunderttausenden von Besuchenden hat für uns die Sicherheit aller Beteiligten oberste Priorität. Unsere Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, einen reibungslosen und angenehmen Ablauf für alle sicherzustellen. Viele engagierte Berlinale‑Kolleg*innen arbeiten dafür Hand in Hand – von unseren Gästebetreuer*innen über das Veranstaltungsmanagement und die Teams an den Einlässen bis hin zu unseren Sicherheitskräften. So stellen wir sicher, dass wir gut vorbereitet und abgestimmt sind und alle im Interesse der Filmschaffenden, Gäste und dem Publikum handeln.

Alle Besucher*innen, Gäste und Mitarbeitenden können sich an die Festivalleitung, die Gästebetreuerinnen oder die Kolleg*innen vor Ort in den Spielstätten wenden; diese helfen gern weiter.

Um Vorfälle von Belästigung, Diskriminierung oder anderen Grenzüberschreitungen im Zusammenhang mit der Berlinale zu melden, kann man sich ganzjährig per E-Mail an wenden. Alle Angaben werden vertraulich behandelt.

Weitere Informationen und Links zu unabhängigen Beratungsstellen, die nicht mit der Berlinale verbunden sind, finden sich außerdem unter berlinale.de/de/antidiskrimierung.html.

Während der Berlinale und unmittelbar danach steht ein Awareness-Team zur Verfügung, um Menschen auf dem Festival zu unterstützen. Es bietet vertrauliche Erstberatung für Besucher*innen und Mitarbeiter*innen an, die Diskriminierung oder Belästigung erlebt oder beobachtet haben. Die genauen Einsatzzeiten des Awareness-Teams, seine Kontaktstelle am Potsdamer Platz sowie die Telefon- und E-Mail-Adressen finden sich unter berlinale.de/de/antidiskrimierung.html.

Unser Berlinale-Sicherheitsteam ist vor Ort, um in Sicherheitsfragen zu unterstützen Die Mitarbeiter*innen verhalten sich gegenüber dem Publikum oder Gästen freundlich und niemals einschüchternd. Sie haben nicht die Aufgabe, die Rede des Publikums oder der Teilnehmenden auf der Bühne zu überwachen oder einzuschränken.

Wie bei allen Großveranstaltungen trägt die Polizei dazu bei, die Sicherheit der Menschen im öffentlichen Raum zu gewährleisten. Im täglichen Ablauf des Festivals betrifft dies in erster Linie logistische und verkehrstechnische Angelegenheiten innerhalb der Stadt. Die Berlinale behält die Verantwortung innerhalb ihrer Veranstaltungsorte. Die Polizei betritt oder agiert innerhalb der Veranstaltungsräume nur, wenn dafür ein klarer und rechtlich begründeter Anlass vorliegt.

Persönliche Daten werden nur weitergegeben, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Dies würde eine formelle Anfrage der Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft oder eine andere rechtsgültige Anordnung im Zusammenhang mit der Untersuchung einer bestimmten Straftat erfordern.

Die Berlinale hat eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Gästen und unterstützt mit Zugang zu unabhängigen Beratungsdiensten, einschließlich rechtlicher und anderer professioneller Beratung.

Weitere Informationen für einen sicheren Aufenthalt

Um Räume für respektvollen Umgang und Dialog zu fördern, ist es wichtig, Schutz vor Diskriminierung zu gewährleisten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Hinweise zur Antidiskriminierung und Awareness.

Die Barrierefreiheit und Inklusivität des Festivals sind uns wichtig. Für diejenigen, die Unterstützung benötigen, steht Hilfe zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter Barrierefreiheit und Awareness.

Ein respektvoller Dialog ist auch in unseren digitalen Räumen und Diensten von entscheidender Bedeutung. Wir unterstützen dies durch unsere Social-Media-Netiquette.

Die KBB-Hausregeln bieten ein gemeinsames Verständnis dafür, wie man das Festival besucht und worauf man sich verlassen kann. Die Regeln gewährleisten gegenseitigen Respekt.

Bei weiteren Fragen besuchen Sie unsere Kontaktseite.