Internationale Kurzfilmjury

Die Mitglieder der Internationalen Kurzfilmjury Basim Magdy, Christine A. Maier und Sebastian Urzendowsky haben während des Industry Event im März folgende Preise verkündet:
Videos der Preisverkündungen und der Reaktionen der Gewinner*innen

Überreicht werden die Trophäen im Rahmen der feierlichen Preisverleihung während des Summer Special am 13. Juni auf der Museumsinsel.

Goldener Bär für den Besten Kurzfilm

Nanu Tudor (My Uncle Tudor)
von Olga Lucovnicova

Jury-Begründung: „In Nanu Tudor (My Uncle Tudor) führt uns Olga Lucovnicova durch den komplexen Prozess, einem Kindheitstrauma zu begegnen. Aus den Nahaufnahmen intimer Details des Familienhauses setzt sie Stück für Stück das Bild einer scheinbar idyllischen Welt zusammen, voll unschuldiger Nostalgie. Dem gegenüber stehen jedoch die Unterhaltungen mit ihrem Onkel Tudor, aus denen immer deutlicher die schrecklichen Erlebnisse ihrer Kindheit hervortreten, die er mal leugnet, mal eingesteht ohne Reue zu zeigen. Präzise umkreist Lucovnicovas subtiler filmischer Blick ihre Familienmitglieder. Ihr persönlicher Mut zusammen mit ihrem herausragenden filmischen Können schaffen einen eindringlichen, emotional vielschichtigen Film.“

Silberner Bär Preis der Jury (Kurzfilm)

Xia Wu Guo Qu Le Yi Ban (Day Is Done)
von Zhang Dalei

Jury-Begründung: „Ein Familienbesuch beim Großvater wird zum langsamen, liebevollen Abschied zwischen ihm und seinem Enkelsohn. Die fein verwobenen Familiendynamiken und das hervorragende Schauspiel des Ensembles lassen uns in einen wahrhaftigen Moment im Leben der Figuren eintauchen. Die kunstvolle Inszenierung wirkt natürlich und unaufdringlich. In Xia Wu Guo Qu Le Yi Ban (Day Is Done) zeichnet Zhang Dalei mit seiner reichen filmischen Sprache ein sensibles Familienporträt, das über die kurze Form hinausweist.“

Berlin Short Film Candidate for the European Film Awards

Easter Eggs
von Nicolas Keppens

Die Jury 2021

Basim Magdy (Ägypten) - Künstler

Mit subtilem Humor, psychedelischen Farbspielen und fantasievoll ausufernden Titeln entwirft Basim Magdy surreale Welten und Narrative. Sein Schaffen umfasst Film, Fotografie, Malerei, Arbeiten auf Papier und Installationen. Die Filme wurden unter anderem in der Tate Modern, beim Locarno Film Festival, beim New York Film Festival und beim IFFR Rotterdam gezeigt. Er hatte weltweit zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen und ist zum Beispiel in den Sammlungen des MoMA, Guggenheim, Centre Pompidou, der Sharjah Art Foundation und Koç Foundation Collection (ARTER) vertreten. Er war Künstler des Jahres der Deutschen Bank, gewann den New:Vision Award des CPH:DOX, den Experimental Award von Curtas Vila do Conde und den Abraaj Art Prize, Dubai.

© Danielle Küchler Flores

Christine A. Maier (Österreich) - Kamerafrau

Die Kameraarbeit von Christine A. Maier war auf der Berlinale in Filmen von Henner Winckler, Amie Siegel, Jamie Babbit und Jasmila Žbanić zu sehen, deren Film Grbavica 2006 den Goldenen Bären erhielt. Quo vadis, Aida?, die jüngste und bereits vielfach ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Žbanić, feierte ihre Premiere 2020 im Wettbewerb der Filmfestspiele Venedig. Dort begann auch vor 23 Jahren Maiers Karriere mit ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm Nordrand unter der Regie von Barbara Albert. Bereits zwei Jahre später erhielt sie den Österreichischen Förderpreis für Filmkunst. 2018 folgte der Österreichische Filmpreis für Beste Kamera für Licht von Barbara Albert. 2020 wurde sie mit dem FC Gloria Filmpreis und dem Kunstpreis für Film- und Medienkunst der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet.

© Clarissa Thieme

Sebastian Urzendowsky (Deutschland) - Schauspieler

Als Kind wurde Sebastian Urzendowsky entdeckt und spielte noch vor seinem Schauspielstudium in mehreren Spielfilmen mit. Für internationale Aufmerksamkeit sorgte er 2006 mit seiner Hauptrolle in Pingpong von Matthias Luthardt, der bei der Semaine de la Critique in Cannes Premiere feierte. Es folgten Produktionen unter anderem von Peter Weir und Mia Hansen-Løve. Im Berlinale-Wettbewerb war er beispielsweise in Der Felsen von Dominik Graf (2002), Lichter von Hans-Christian Schmid (2003) und Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky (2007) zu sehen sowie 2019 im Panorama in Jessica Forever von Caroline Poggi und Jonathan Vinel. 2010 wurde er beim Filmfestival Max Ophüls Preis zum Besten Nachwuchsdarsteller gekürt. Für seine schauspielerische Leistung in Mitten in Deutschland: NSU - Die Täter von Christian Schwochow erhielt er 2017 seinen zweiten Grimme Preis.

© Puria Safary