Carlo Chatrian

Carlo Chatrian ist Künstlerischer Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Chatrian wurde 1971 geboren, studierte Literatur und Philosophie und schloss sein Filmstudium mit einer Arbeit über die Filme von Jacques Rivette ab. Schon während seiner Zeit an der Universität besuchte er Filmfestivals als logischen Kontrapunkt zu seinen Studien und begann bald darauf, in der Programmgestaltung zu arbeiten, zunächst beim Alba Film Festival, später beim Festival dei Popoli und Visions du Réel.

Ende der 1990er Jahre konzentrierte er sich auf das Dokumentarische als Genre, dessen Sprache und Methode zur Bildung und Gestaltung von Wirklichkeit. Er veranstaltete Workshops mit Filmemachern wie Johan van der Keuken, Frederick Wiseman und Errol Morris. 2003 begann er, für das Filmfestival in Locarno zu arbeiten und kuratierte dort Retrospektiven zum japanischen Animationsfilm, zu Ernst Lubitsch, Vincente Minnelli und Otto Preminger.

Von 2013 bis 2018 war Chatrian künstlerischer Leiter des internationalen Filmfestivals von Locarno. Mit großer Freude zeigte er sowohl populäre Filme für die 8.000 Zuschauer*innen auf der Piazza Grande als auch Autorenfilme für ein noch cinephileres Publikum. Er durfte Meister*innen des Kinos wie Michael Cimino, Werner Herzog und Agnès Varda auszeichnen. Die französische Nouvelle Vague ehrte er mit Hommagen an Anna Karina, Bulle Ogier und Jean-Pierre Léaud. Dem deutschen Kino zollte er mit „Beloved and Rejected“, einer Retrospektive des westdeutschen Nachkriegsfilms, sowie mit Sonderpreisen für Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf Respekt. Darüber hinaus wurden während seiner sechsjährigen Amtszeit in Locarno ostasiatische Filmemacher wie Lav Diaz, Hong Sangsoo und Wang Bing sowie die amerikanische Schauspielerin Brie Larson ausgezeichnet.

Festivalleitung
Künstlerischer Leiter

Carlo Chatrian
Potsdamer Platz 11
10785 Berlin