Zum 70. Jubiläum der Berlinale

Mit der Berlinale 2020 feiern die Internationalen Filmfestspiele Berlin ihren 70. Geburtstag. Das Jubiläumsfestival findet erstmals unter der gemeinsamen Leitung von Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und dem Künstlerischen Leiter Carlo Chatrian statt.

Berlinale History

Zum 70. Jubiläum sucht die Berlinale ihre größten Fans: Menschen, die das Festival bereits gut kennen und besondere Ereignisse oder Erlebnisse und die Berlinale nicht missen mögen. Sie sollen ihre Geschichten erzählen.
Interessierte können sich unter der Telefonnummer 030 - 25 920 920 melden oder per E-Mail an: .

Countdown zum Festivalstart

„Es ist eine ganz besondere Ehre, als neue Festivalleitung gleich mit einem so großartigen Jubiläum zu starten. Wir möchten die Berlinale als Publikumsfestival und als Festival für Berlin weiterführen und freuen uns auf neue Begegnungen sowie neue Blicke auf die Filmfestspiele”, sagt das Führungsduo. „Die 70. Berlinale soll ein Auftakt sein, den Austausch mit anderen Kulturorten und Institutionen zu erweitern.”

Deshalb findet bereits in der ersten Februarhälfte eine Reihe von Veranstaltungen statt, die auf das Festival, das am Abend des 20. Februar im Berlinale Palast Eröffnung feiern wird, einstimmen. Die Veranstaltungen werfen einen Blick auf die Vergangenheit, die Gegenwart, aber auch die Zukunft des Films und seiner Gewerke und der Berlinale im Besonderen.

„Das Theater der Kinos“, Ausstellungseröffnung mit Alexander Kluge und Gästen

Alexander Kluge bei der 66. Berlinale, wo sein Film Abschied von Gestern in der Retrospektive gezeigt wurde

Dienstag, 11.02.2020, 18:00 Uhr
Volksbühne/ Foyers, Roter Salon, Grüner Salon
Linienstraße 227, 10178 Berlin
Eintritt frei

Gemeinsam präsentieren die Volksbühne und die Berlinale die Ausstellung „Das Theater der Kinos“ von Alexander Kluge. Vom 11. Februar bis zum 1. März 2020 werden in den Foyers der Volksbühne Filme und Installationen, u.a. von Jonathan Meese, sowie Interviews mit Berlinale-Protagonist*innen gezeigt. Zur Eröffnung im Sternfoyer lädt Alexander Kluge gemeinsam mit Gästen zu einem besonderen Programm mit Performances und Filmen ein. Kuratiert wird die Ausstellung von Atelier Impopulaire.
www.volksbuehne.berlin/de

14. Akademie-Gespräch: Wozu sind Filmfestivals da?

Mittwoch, 12.02.2020, 20:00 Uhr
Akademie der Künste
Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Eintritt: € 6,00 / € 4,00

Zu groß, zu klein, zu politisch, zu oberflächlich… Meinungen über die aktuellen Filmfestivals sind vielfältig und kontrovers.
In der Reihe Akademie-Gespräche diskutiert die Präsidentin der Akademie der Künste und Filmemacherin Jeanine Meerapfel mit den Künstlerischen Leitern bedeutender internationaler Filmfestivals über neue Ideen und künftige Entwicklungen. Ihre Gäste sind Carlo Chatrian, Karel Och (Karlovy Vary) und Eva Sangiorgi (Viennale). Moderiert wird der Abend von Andreas Kilb.

Das Gespräch findet in englischer Sprache mit deutscher und französischer Simultanübersetzung statt.
In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut
www.adk.de

Danny Elfman in der Philharmonie Berlin: Deutsche Erstaufführung seines Klavierquartetts

Das Philharmonische Klavierquartett Berlin

Sonntag, 16.02.2020, 20:00 Uhr
Konzerteinführung mit Danny Elfman um 19:15 Uhr
Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin
Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin
Eintritt: € 15,00 bis € 35,00

Der Komponist Danny Elfman hat sich der Welt der Filmmusik verschrieben. Für die fantasiereichen, oftmals von einem aberwitzigen wie dunklen Humor durchdrungenen Filme des Regisseurs Tim Burton verfasste er kongeniale, groß orchestrierte Klangkunstwerke, darunter die Filmmusiken zu cineastischen Klassikern wie Edward Scissorhands (Edward mit den Scherenhänden), Nightmare Before Christmas, Mars Attacks!, Batman und Batman Returns (Batmans Rückkehr) oder Corpse Bride (Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche). Er komponierte die bekannte Titelmelodie der Fernsehserie Die Simpsons und arbeitete 1990 mit Madonna im Rahmen der Comic-Verfilmung Dick Tracy mit Warren Beatty zusammen. Ab 2004 prägte er das musikalische Erscheinungsbild der Kultserie Desperate Housewives.

Der Aufführung von Elfmans Klavierquartett durch das Philharmonische Klavierquartett Berlin in der Philharmonie geht die Interpretation des melodienseligen „Phantasy Quartet“ des britischen Komponisten Frank Bridge voraus. Den Abschluss des Abends bildet Johannes Brahms‘ 1861 entstandenes, in symphonische Dimensionen vorstoßendes „Klavierquartett Nr. 1“.
www.berliner-philharmoniker.de

Filmpräsentation Gegen die Wand mit anschließendem Gespräch mit dem Regisseur Fatih Akin

Fatih Akin mit dem Goldenen Bären

Montag, 17.02.2020, 19:30 Uhr
Deutsche Filmakademie
im Zoo Palast, Hardenbergstraße 29A, 10623 Berlin

Die Berlinale und der Deutsche Filmpreis werden 70 – und feiern das Jubiläum mit einem besonderen Kinoabend: Gezeigt wird Gegen die Wand, mit dem Regisseur Fatih Akin 2004 sowohl einen Goldenen Bären als auch fünf Deutsche Filmpreise gewann.
Akins Triumph bei der 54. Berlinale wurde von vielen Beobachter*innen am Abend der Preisverleihung als Sensation aufgenommen. Schließlich hatte seit Reinhard Hauffs Stammheim 1986 kein deutscher Film mehr den Hauptpreis gewinnen können. Spekuliert wurde über eine neue Blüte des deutschen Films – und dies anhand eines Filmes, der die Frage nach der „deutschen Identität“ stellt. Akins selbstzerstörerische Amour fou hat auch nach 16 Jahren nichts von ihrer Wucht, Eindringlichkeit und Aktualität verloren.

Nach der Vorführung des Filmes führen Carlo Chatrian und Fatih Akin ein Bühnengespräch.

Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, NDR, Nordmedia und Arte.
Karten gibt es ab dem 20. Januar 2020 im Vorverkauf im Zoo Palast, sowie online.
www.deutsche-filmakademie.de

Weltpremiere des Films Numbers von Oleg Sentsov mit anschließendem Gespräch

Dienstag, 18.02.2020,19:30 Uhr
Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Eintritt: € 10,00

Die Berlinale ist zu Gast im Gorki, um gemeinsam die Weltpremiere von Oleg Sentsovs Film Numbers zu feiern. Der ukrainische Regisseur ist Berlinale-Besucher*innen spätestens seit Askold Kurovs Dokumentation The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov, der 2017 im Berlinale Special zu sehen war, ein Begriff. Der Regisseur und Aktivist war 2014 unter dem Vorwand des Terrorverdachts von Russland festgenommen und nach einem Schauprozess zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Erst 2019 wurde er wieder freigelassen.

Basierend auf Sentsovs gleichnamigen Theaterstück ist Numbers, der noch während der Haftzeit gedreht wurde, eine bitterböse Dystopie und Parabel: Zehn Zahlen gehorchen strengen Regeln und werden von ihrem Oberhaupt und der sogenannten Null manipuliert. Dank der Sieben gelingt es ihnen, das unterdrückerische Regime zu stürzen. Aber wird der Umsturz sie wirklich befreien?

Oleg Sentsov wird bei der Premiere anwesend sein. Im Anschluss an die Vorführung wird er über den Film und die Bedingungen seines Entstehens sprechen.

Gezeigt wird die ukrainische Originalfassung mit englischen Untertiteln. Das Filmgespräch findet auf Russisch mit englischer Übersetzung statt.
www.gorki.de

Dialog bei „On Transmission”

Tord och Tord | Tord and Tord von Niki Lindroth von Bahr

Während der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin wird das Jubiläum mit dem Sonderprogramm „On Transmission“ gefeiert.

„‚On Transmission‘ ist aus dem Wunsch heraus entstanden, wichtige und zeitlose Filme aus der Geschichte des Festivals nicht nur zu zeigen, sondern diese auch in Verbindung zu anderen Werken zu bringen. Dank der Beiträge von sieben Regisseur*innen, die einen besonderen Eindruck beim Festival hinterlassen haben, wurde ein Programm zusammengestellt, in dessen Zentrum der Austausch in Form eines Gesprächs zweier Regisseur*innen steht“, so Carlo Chatrian.

Der Künstlerische Leiter hat sieben renommierte Regisseur*innen eingeladen, die wiederum sieben weitere Gäste „mitbringen“, um über die Filmkunst zu diskutieren. Das Gespräch wird von zwei Filmvorführungen eingerahmt: dem Film der Berlinale-Regisseur*in, bzw. des Berlinale Regisseurs sowie einem aktuellen Werk der von ihnen benannten Regisseur*innen.

Geschichten, Erfahrungen und Wissen teilen: Jeder großartige Film, der die Geschichte des Kinos beeinflusst hat, nimmt etwas aus der Vergangenheit, verarbeitet es und präsentiert es auf eine neue Art und Weise der nächsten Generation. Künstler*innen arbeiten nicht in einem Elfenbeinturm; ihre Werke sind das Resultat ihrer eigenen Fähigkeiten und der Art, die Werke der anderen zu filtern.

Veranstaltungsort ist die Akademie der Künste im Hanseatenweg.

Programm „On Transmission“:

Freitag, 21. Februar 2020

Testről és lélekről (Körper und Seele)
Ungarn 2017
von Ildikó Enyedi
mit Géza Morcsányi, Alexandra Borbély, Zoltán Schneider

Berlinale-Preisträgerin Ildikó Enyedi im Dialog mit Zsófia Szilágyi.
Im Anschluss an das Gespräch:

Egy Nap (One Day)
Ungarn 2018
von Zsófia Szilágyi
mit Zsófia Szamosi, Leó Füredi, Annamária Láng

Samstag, 22. Februar 2020

Cesare deve morire (Cäsar muss sterben)
Italien 2012
von Paolo und Vittorio Taviani
mit Cosimo Rega, Salvatore Striano, Giovanni Arcuri, Antonio Frasca

Berlinale-Preisträger Paolo Taviani im Dialog mit Carlo Sironi.
Im Anschluss an das Gespräch:

Sole
Italien / Polen 2019
von Carlo Sironi
mit Sandra Drzymalska, Claudio Segaluscio, Barbara Ronchi, Bruno Buzzi, Marco Felli, Vitaliano Trevisan

Sonntag, 23. Februar 2020

Heller Wahn
Bundesrepublik Deutschland 1983
von Margarethe von Trotta
mit Hanna Schygulla, Angela Winkler, Peter Striebeck, Christine Fersen
Weltpremiere der digital restaurierten Fassung im Vorführformat 4K DCP

Berlinale-Regisseurin Margarethe von Trotta im Dialog mit Ina Weisse.
Im Anschluss an das Gespräch:

Der Architekt
Deutschland 2008
von Ina Weisse
mit Josef Bierbichler, Hilde van Miegheim, Matthias Schweighöfer, Sandra Hüller, Sophie Rois, Lucas Zolger

Montag, 24. Februar 2020

Xiao Wu (Artisan Pickpocket)
Volksrepublik China 1998
von Jia Zhang-Ke
mit Wang Hongwei, Zuo Baitao, Hao Hongjian
Weltpremiere der digital restaurierten Fassung
im Vorführformat 4K DCP

Berlinale-Regisseur Jia Zhang-Ke im Dialog mit Huo Meng.
Im Anschluss an das Gespräch:

Guo Zhao Guan (Crossing the Border - Zhaoguan)
Volksrepublik China 2018
von Huo Meng
mit Yang Taiyi, Li Yunhu, Wan Zhong

Dienstag, 25. Februar 2020

35 rhums (35 Shots of Rum)
Frankreich / Deutschland 2008
von Claire Denis
mit Alex Descas, Mati Diop, Nicole Dogué, Grégoire Colin

Berlinale-Regisseurin Claire Denis im Dialog mit Olivier Assayas.
Im Anschluss an das Gespräch:

Irma Vep
Frankreich 1996
von Olivier Assayas
mit Maggie Cheung, Jean-Pierre Léaud, Nathalie Richard

Mittwoch, 26. Februar 2020

En kärlekshistoria (A Swedish Love Story)
Schweden 1970
von Roy Andersson
mit Ann-Sofie Kylin, Rolf Sohlman, Anita Lindblom, Bertil Norström, Lennart Tellfeldt, Margreth Weivers

Berlinale-Regisseur Roy Andersson im Dialog mit Niki Lindroth von Bahr.
Im Anschluss an das Gespräch:

Kurzfilm-Programm
mit Filmen von Niki Lindroth von Bahr
Schweden

Tord och Tord (Tord and Tord) 2010, 11’
Simhall (Bath House) 2014, 15’
Min Börda (The Burden) 2017, 14’
Någt att minnas (Something to Remember) 2019, 5’

Donnerstag, 27. Februar 2020

Brokeback Mountain
USA 2005
von Ang Lee
mit Heath Ledger, Jake Gyllenhaal, Anne Hathaway, Michelle Williams

Berlinale-Preisträger Ang Lee im Dialog mit Hirokazu Kore-eda.
Im Anschluss an das Gespräch:

Wandafuru Raifu (After Life)
Japan 1998
von Hirokazu Kore-eda
mit Arata, Erika Oda, Kyōko Kagawa, Susumu Terajima, Takashi Naitô