Berlinale: Perspektive Deutsches Kino


Kompass-Perspektive-Preis &
Kompagnon-Förderpreis

Der Kompass-Perspektive-Preis wird an den besten Film aus dem aktuellen Programm der Perspektive Deutsches Kino vergeben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Als Trophäe bekommt der/die Regisseur*in einen Kompass überreicht.

Gemeinsam vergeben Perspektive Deutsches Kino und Berlinale Talents jährlich den Kompagnon–Förderpreis. Teilnahmeberechtigt sind Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen eines Kurz- oder Langfilms aus dem jeweils letzten Jahrgang der Perspektive Deutsches Kino sowie dauerhaft in Deutschland lebende Teilnehmende der „Script Station“, „Doc Station“ oder „Short Film Station“ der aktuellen Edition von Berlinale Talents.

Eine dreiköpfige Jury wählt jeweils eine*n Gewinner*in von Berlinale Talents und Perspektive Deutsches Kino aus. Neben einem Stipendium von 5.000 Euro (2.500 Euro für Kurzfilme) zur unabhängigen Drehbuch- bzw. Projektentwicklung bietet der „Kompagnon“ ein Mentorenprogramm zur Stärkung der künstlerischen Handschrift, berufsbegleitende Coachings sowie die bessere Vernetzung mit der Branche.

Gewinner Kompass-Perspektive-Preis 2019

Maryam Zaree

Born in Evin von Maryam Zaree

Jurybegründung
In Born in Evin begleiten wir Maryam Zaree auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, einem grausamen Kapitel der iranischen Geschichte. Aufrichtig, mutig, entschieden und berührend sucht die Filmemacherin unerbittlich nach Antworten auf bisher nicht gestellte Fragen und zieht uns dabei immer tiefer in ihre Geschichte und zu einem kollektiven blinden Fleck. Sie steht unerschrocken auf und übernimmt die Verantwortung für eine ganze Generation, das Schweigen zu brechen.

Gewinner Kompagnon-Förderpreise 2019

Trini Götze, Ana-Felicia Scutelnicu, Julian Pörksen, Andrea Hohnen, Jerry Hoffmann

Transit Times von Ana-Felicia Scutelnicu (Berlinale Talents 2019)

Jurybegründung
Moldawien, Anfang der 1990er Jahre, postsowjetischer Umbruch: Eine Familie erlebt den Zerfall aller vertrauten Strukturen und die zunehmend verzweifelten Überlebensstrategien der starken Mutter helfen irgendwann nicht mehr. Transit Times richtet den Blick auf Menschen, die unfreiwillig ihre Heimat verlassen müssen. Die visuelle Kraft von Ana-Felicia Scutelnicus bisherigen Filmen lässt uns darauf vertrauen, dass auch dieses Projekt ihre ganz eigene, sinnliche und poetische Handschrift tragen wird.

To Be Continued von Julian Pörksen (Perspektive Deutsches Kino 2018).

Jurybegründung
Am Sterbebett der Matriarchin erfahren ihre erwachsenen Kinder von ihrem Plan, sich einfrieren zu lassen. Es entspinnt sich am Totenbett eine zärtlich beobachtete Familienkrise als schwarzhumorige, surreale Groteske. Aus seinen künstlerischen Erfahrungen zwischen Theater und Film entwickelt Julian Pörksen einen eigenwilligen Figurenkosmos, der uns auf einen individuellen und besonderen Film hoffen lässt.

Die Jury 2019

Trini Götze
Geboren 1982 in Dresden, absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Marketing- und Kommunikationskauffrau. Während des anschließenden Studiums an der HFF München realisierte sie unter anderem I Remember unter der Regie von Janna Ji Wonders, der 2015 in der Perspektive Deutsches Kino Premiere feierte, und gründete ihre Firma Trimafilm. Dort ist sie seit 2017 neben David Armati Lechner geschäftsführende Gesellschafterin und produzierte ihre ersten zwei Kinofilme: Alles ist gut und Relativity. Alles ist gut, der Abschlussfilm von Regisseurin Eva Trobisch, wurde auf dem Filmfestival in Locarno mit dem First Feature Award ausgezeichnet und gewann mehrere Preise auf dem Filmfest München. 2018 erhielten Götze und Armati Lechner dafür den VGF Nachwuchsproduzentenpreis.

Jerry Hoffmann
Jerry Hoffmann studierte Schauspiel und Filmregie in Berlin, Los Angeles und München. Sein Debüt gab der damals 18-Jährige in der Rolle des Samir in dem Film Shahada, der 2010 im Wettbewerb der Berlinale lief und international Preise gewann. Es folgten Theater- und Filmrollen in nationalen und internationalen Produktionen, die vielfach ausgezeichnet wurden (Deutscher Filmpreis, Grimme-Preis, Deutscher Fernsehpreis, Gold Hugo, Crystal Globe, Goldene Kamera, Prix Europa). Gerade stand er für den Kinofilm Am Ende Legenden vor der Kamera, der 2019 in die Kinos kommt.

Andrea Hohnen
Geboren in Bonn, studierte Musik in Florenz und Stuttgart (Diplom 1980), anschließend Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Berlin (M.A. 1987). Arbeitete u.a. als Kabarettistin, Klavierlehrerin, Theaterregisseurin, Videodozentin und Dokumentarfilmerin. Mitarbeiterin der Akademie der Künste Berlin bei den Europäischen Sommerakademien Film und Medien, Referentin für internationale Festivalkontakte und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, Programmleiterin der europäischen Spiel- und Kurzfilmwettbewerbe des Filmfests Ludwigsburg/Stuttgart. Seit 2000 als Programmleiterin des Deutschen Nachwuchspreises First Steps zuständig für die Gesamtkonzeption und –umsetzung. Seit 2018 ist sie künstlerische Leiterin des First Steps.