Berlinale: Perspektive Deutsches Kino


Perspektive Deutsches Kino

Perspektive Deutsches Kino: Der Name ist Programm. Die Sektion eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf die deutsche Filmlandschaft. Hier beginnt der Weg in die Zukunft des Kinos, das gilt sowohl für Regisseur*innen und Produzent*innen als auch für alle anderen Gewerke.

Die Filme der Perspektive Deutsches Kino sind feinsinnig, eigenwillig, angstfrei. Hier darf man sich ausprobieren, spielen und auch provozieren. Die Sektion präsentiert Regisseur*innen mit ihren ersten Filmen, die ihre Themen auf der ganzen Welt finden, aber majoritär in Deutschland produziert wurden. Dafür vergeben wir Vorschusslorbeeren, weil wir an die ausgewählten Talente glauben und weil wir viel von ihnen erwarten. Die Perspektive Deutsches Kino unterstützt Persönlichkeiten, die selbstbewusst nach dem eigenen künstlerischen Ausdruck suchen und dazu auch Nebenwege fernab der Hauptstraße gehen. Unerwartetes, originelle Ideen und die Freude am Ausprobieren sind die Kriterien, die unsere Filmauswahl bestimmen.

Die stärkere Einbindung des deutschen Films in die Berlinale war eines der Kernanliegen von Dieter Kosslick bei seinem Debüt als Festivaldirektor im Jahr 2002. Mit der Perspektive Deutsches Kino schuf er eine Sektion, die sich eigens diesem Wunsch widmet und dem Nachwuchs des deutschen Films eine Möglichkeit zur Präsentation auf einem der wichtigsten Filmfestivals der Welt bietet. Alfred Holighaus war Mitbegründer der Perspektive und leitete die Reihe neun Jahre lang. Zur Berlinale 2011 übernahm Linda Söffker und prägt seitdem das Profil der Sektion.

Regisseur*innen wie Jan Speckenbach, Nicole Vögele, Dietrich Brüggemann, Anne Zohra Berrached, Nico Sommer, Sonja Heiss, Johannes Naber, Bettina Blümner, Nikias Chryssos oder Annekatrin Hendel präsentierten hier ihre ersten Werke.

Etablierte Produzent*innen wie Peter Rommel, Herbert Schwering und Christine Kiauk oder Florian Koerner von Gustorf produzierten Filme von herausragenden deutschen Nachwuchstalenten, die die Perspektive zeigte. Zu den jungen Produzent*innen, die hier ihre ersten Arbeiten noch unter der Ägide ihrer Filmhochschule präsentierten, zählen Jochen Laube, Fabian Maubach, Sol Bondy, Jamila Wenske, Anna und Linus de Paoli und Martin Heisler.

Die Sektion lädt Filmschaffende zum Gespräch über Fragen ein, die im Programm der Perspektive Deutsches Kino des aktuellen Jahrgangs aufgeworfen werden und Assoziations- und Diskussionsräume eröffnen. In den letzten Jahren haben wir uns unter anderem gefragt, wie mutig der Nachwuchs ist und ob es einen vorauseilenden Gehorsam gibt, haben über Filmkollektive und die Utopie eines gemeinschaftlichen Filmemachens geredet und über Fluch und Segen der Förderung von Abschlussfilmen diskutiert. Die Gespräche finden in der Audi Berlinale Lounge in deutscher Sprache statt.

Für alle Filmanmeldungen gelten die Allgemeinen Anmelde- und Teilnahmerichtlinien.

1 – Zugelassene Filme

Für die Perspektive Deutsches Kino zugelassen sind deutsche Spiel, Dokumentar- und Experimentalfilme mit einer Mindestlänge von 20 Minuten.

Vorführformate: DCP, QuickTime ProRes und 35mm (kinoabhängig). Andere Formate nur nach Rücksprache.

Weltpremieren werden bevorzugt. Eine Kinoauswertung sowie die Teilnahme an einem deutschen Filmfestival sind nicht erlaubt. Eine vorherige Teilnahme an einem Filmfestival außerhalb Deutschlands muss allerdings kein Ausschlusskriterium sein.

Der Direktor des Festivals hat das Recht, alle in den Richtlinien nicht vorgesehenen Fälle zu regeln.

Die Bearbeitungsgebühr für Einreichungen beträgt € 175 für Langfilme und € 75 für Filme bis 45 Minuten.

Für Hochschuleinreichungen gelten besondere Konditionen (zu erfragen bei oder Brigitte Abel )

2 – Auswahl und Programmierung

Die Auswahl erfolgt unter den im Artikel 1 formulierten Kriterien und lässt neben Spielfilmen ausdrücklich auch einen angemessenen Anteil von Dokumentar- und Experimentalfilmen zu.

Die Auswahl und Programmierung der eingeladenen Filme der Sektion Perspektive Deutsches Kino wird von deren Leiterin im Auftrag des Festivaldirektors vorgenommen.

Die ausgewählten Filme werden im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin bis zu vier Mal vorgeführt.

3 – Fassung

Alle eingeladenen Filme werden in der Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. Für nicht deutschsprachige Filme ist eine doppelte (deutsch/englische) Untertitelung gewünscht. Die Kosten der Untertitelung gehen zu Lasten der Produktion.

Hinweis:
Selbstverständlich werden deutsche Produktionen nicht nur in der Perspektive, sondern auch in allen anderen Sektionen des Festivals gezeigt. Darüber hinaus gibt es die dem European Film Market angegliederte Reihe LOLA at Berlinale, welche vorausgewählte Filme für die Nominierung zum Deutschen Filmpreis präsentiert und auf eine erfolgreiche internationale Vermarktung deutscher Produktionen zielt.