Berlinale: Generation


Generation

Generation Kplus und Generation 14plus: zwei Wettbewerbe, die internationales Kino am Puls der Zeit präsentieren. Für ein junges Publikum und für alle anderen. Epische Erzählungen und Momentaufnahmen, Sehnsüchte, Fantasien und bittere Realitäten. Geschichten vom Erwachsenwerden: wundervoll, wild und wütend, emotional und eigensinnig.

Mit einem umfassenden Programm zeitgenössischer Filme, die sich mit den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen, genießt Berlinale Generation eine einzigartige Stellung als Impulsgeber für ein Kino für junge Menschen jenseits der Konventionen. Die Sektion ist ein Zuhause für ein engagiertes jugendliches Publikum und zieht ebenso ein neugieriges erwachsenes Publikum in den Bann.

Spielfilme, dokumentarische Arbeiten und Animationen, Genreformate und Filme, die die Formensprache des Kinos erweitern, konkurrieren in den beiden Wettbewerben Generation Kplus und Generation 14plus gleichrangig miteinander. Die Kinder- und die Jugendjury zeichnen die besten Lang- und Kurzfilme mit den Gläsernen Bären aus. Zwei internationale Jurys vergeben dotierte Preise in den gleichen Kategorien.

Im Fokus der Auswahl stehen Filme, die in ihren Erzählungen und ihrer Filmsprache Kinder und Jugendliche ernst nehmen. Filme, die durch die Augen ihrer jungen Protagonist*innen erzählt werden und deren Welt erfahrbar machen. Filme, die dem Publikum – oft zum ersten Mal – ein Tor in unbekannte Welten öffnen. Filme, die es erlauben, Mut zu fassen und sich weniger allein zu fühlen. Filme, die der Welt der Erwachsenen einen Spiegel vorhalten. Generation wahrt die Grenzen zwischen Herausforderung und Überforderung und pflegt einen offenen und kontroversen Dialog mit dem Publikum, Künstler*innen, Fachbesucher*innen der Filmindustrie und Filmkritiker*innen.

Der Anfang von Generation liegt im „Kino für Leute ab Sechs“. Mit der erstmals 1978 präsentierten Auswahl reagierte die Berlinale auf das Bedürfnis junger Cineast*innen, denen das Festival aufgrund der Altersbeschränkung bei Festivalvorführungen bis dahin nicht offen stand. Als Kinderfilmfest entwickelte sich die Initiative weiter zu einer wichtigen Plattform für ein Kino, das die Fülle der Filmkunst auch den jüngsten Kinogänger*innen zugänglich macht. Um dem stets wachsenden Interesse auch bei einem jugendlichen Publikum nachzukommen, wurde die Sektion 2004 um den Wettbewerb 14plus erweitert. 2007 wurde die Sektion in Generation umbenannt, mit nun zwei Wettbewerben: Generation Kplus – das ehemalige Kinderfilmfest – und Generation 14plus.

Die Präsentation der Filme spielt bei Generation eine wichtige Rolle. Die Premieren werden in Anwesenheit der Filmemacher*innen und ihrer jungen Darsteller*innen auf dem roten Teppich und in den Kinos gefeiert. Bei den moderierten Vorführungen legt die Sektion großen Wert auf den Austausch zwischen Publikum und Filmschaffenden. Sie ermöglichen vor allem den jungen Zuschauer*innen in Dialog zu treten. Sichtweisen und Fragen, die das Publikum zu den unterschiedlichen filmischen Formen und Inhalten vorbringen, sind immer überraschend und die Filmemacher*innen freuen sich über die erfrischenden Perspektiven auf ihr Werk. Diskurs ist für Generation zentraler Bestandteil des Festivalgeschehens.

Während des Q&A zu High Fantasy 2018 im Haus der Kulturen der Welt

Filmfragebögen, die in den Kinos verteilt werden, geben den Zuschauer*innen im Anschluss an die Vorstellungen die Möglichkeit, eigene Gedanken und Wahrnehmungen zu artikulieren und Botschaften an die Filmemacher*innen zu übermitteln.

Damit das Publikum die Filme aus aller Welt und in den unterschiedlichsten Sprachen verstehen kann, werden in Generation Kplus Filme in der Originalfassung mit englischen Untertiteln und deutscher Einsprache präsentiert. Die Einsprache-Fassungen werden von professionellen Übersetzer*innen angefertigt und von ausgebildeten Sprecher*innen während der Vorführung eingesprochen. Darüber hinaus lässt das Festival jährlich zwei bis drei Filme aus Generation Kplus deutsch untertiteln, um die jungen Cineast*innen an das Lesen von Untertitel heranzuführen. In Generation 14plus werden alle Filme in Originalfassung mit englischen Untertiteln, ohne Einsprache gezeigt.

Für jeden Film wird zusammen mit pädagogischen Berater*innen, eine nach oben offene Altersempfehlung ausgesprochen. Diese Empfehlung gewährleistet, dass die jungen Zuschauer*innen Filmen begegnen, die ihren Lebenserfahrungshorizonten entsprechen.

In den Wettbewerben Generation Kplus und Generation 14plus vergeben vier Jurys Preise an die besten Lang- und Kurzfilme. Die Gläsernen Bären werden von einer Kinder- bzw. einer Jugendjury vergeben. Die Kinderjury in Generation Kplus bilden elf Kinder im Alter zwischen elf und 14 Jahren, die Jugendjury in Generation 14plus setzt sich aus sieben Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zusammen. Junge Leute bewerben sich über die Filmfragebögen, die nach den Vorstellungen in den Kinos verteilt werden.

Zwei Jurys aus jeweils drei internationalen Kino-Experten vergeben Preise, die im Wettbewerb Kplus vom Deutschen Kinderhilfswerk und im Wettbewerb 14plus von der Bundeszentrale für Politische Bildung gestiftet werden.

Filme, die bei Generation präsentiert werden, können sich zudem für zwei sektionsübergreifende Preise des Festivals qualifizieren: den GWFF Preis Bester Erstlingsfilm und den Glashütte Original Dokumentarfilmpreis.

Generation pflegt eine enge Beziehung zur Filmindustrie und versteht Vertriebe und Verleiher*innen als Bündnispartner in der Arbeit an einer anspruchsvollen Filmkultur. Die Sichtbarkeit der Wettbewerbe und ihrer Preise sowie die Anbindung an den European Film Market eröffnen den Filmen wichtige Möglichkeiten, ihre Verbreitung unter den bestmöglichen Voraussetzungen zu beginnen. In Zusammenarbeit mit dem EFM ist Generation daran gelegen, Filmen Zugang zu neuen Publikumssegmenten zu ebnen und sie auf ihrem weiteren Weg jenseits des Festivalzusammenhangs zu unterstützen. Der starke Publikumszuspruch ist ein Beweis für die vorhandenen Möglichkeiten, ein junges Publikum für ein in seinen Formen vielfältiges, künstlerisch ambitioniertes Kino zu begeistern.

Als Teil des Engagements gegenüber dem Publikum pflegt Generation eine enge Verbindung zur Berliner Schullandschaft. Frühzeitiges Bereitstellen von Informationen, Kartenbestellmöglichkeiten bereits vor dem offizielle Verkaufsstart, sowie eine Vielzahl an Vormittagsvorführungen machen den Festivalbesuch für Schulklassen möglich.

Mit dem Berlinale Schulprojekt wird seit 2006 die Einbindung von Generation-Filmen in den Schulunterricht aktiv unterstützt. Dabei beraten zwei Medienpädagog*innen rund 50 ausgewählte Lehrer*innen aller Schultypen und Klassenstufen aus Berlin und dem Umland. Das Berlinale Schulprojekt findet in Kooperation mit Vision Kino statt. 2017 wurde das Projekt auf die Integration von Willkommensklassen ausgeweitet.

Für alle Filmanmeldungen gelten die Allgemeinen Anmelde- und Teilnahmerichtlinien.

1 – Zugelassene Filme

Vorführformate im Festival: DCP, QuickTime ProRes oder 35mm (kinoabhängig). Andere Formate nur nach Rücksprache.

Für Generation zugelassen sind

Langfilme (mindestens 60 Minuten) sowie
Kurzfilme (maximal 20 Minuten), die

  • in Europa noch nicht kommerziell ausgewertet wurden (für europäische Filme: Auswertung im Ursprungsland erlaubt).
  • noch auf keinem anderen europäischen Festival gezeigt wurden (für europäische Filme: im Ursprungsland ist die Teilnahme an nationalen Festivals, nationalen Reihen oder expliziten Kinder- bzw. Jugendfilmfestivals erlaubt).
  • außerhalb ihres Ursprungslandes weder im Fernsehen noch im Internet oder als VOD präsentiert wurden.

Im Falle internationaler Koproduktionen gilt das Hauptproduktionsland als Ursprungsland.

  • Weltpremieren werden bevorzugt.
  • Deutsche Filme müssen (mit Ausnahme der Anmeldungen für die Sektion Perspektive Deutsches Kino) eine Weltpremiere sein.

Der Direktor des Festivals hat das Recht, alle in den Richtlinien nicht vorgesehenen Fälle zu regeln.

2 – Auswahl und Programmierung

Der Direktor des Festivals lädt auf Vorschlag der Sektionsleiterin die Filme ein, die im Programm von Generation gezeigt werden. Die Leiterin entscheidet auch darüber, in welchem Wettbewerb innerhalb der Sektion ein eingeladener Film programmiert wird. Ein Auswahlgremium unterstützt und berät die Sektionsleiterin bei ihrer Arbeit.

3 – Fassung und Untertitel

Alle eingeladenen Filme werden in ihrer Originalfassung mit englischen Untertiteln vorgeführt. Die Kosten der Untertitelung gehen zu Lasten der Produktion. Als Originalfassung gilt jede Fassung, in welcher der Film in seinem Ursprungsland gezeigt wird oder werden soll.

Die Filme von Generation Kplus werden während der Vorführung zusätzlich von professionellen Sprechern deutsch eingesprochen. Deshalb ist für jeden in diesen Wettbewerb eingeladenen Film eine vollständige Dialogliste in der Originalsprache erforderlich.