Berlinale: Preise Unabhängige Jurys


Preise von unabhängigen Jurys

Als unabhängig gelten Jurys, die ihre Preise im Namen externer, vom Festival unabhängiger Organisationen und Institutionen vergeben. Das hohe Qualitätsniveau und die Vielfalt im Festival-Programm laden dazu ein, sich kritisch mit dem Medium auseinanderzusetzen und mit einem eigenen Werturteil Akzente zu setzen. Dementsprechend vergeben die unabhängigen Jurys ihre Preise nach unterschiedlichen Kriterien, je nach dem speziellen Anliegen, das sich mit der Auszeichnung verbindet.

Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - durch eine aus sechs Mitgliedern bestehende gemeinsame ökumenische Jury vertreten. Die Jury vergibt ihren Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb, sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.

Die Jury ehrt mit den Preisen Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren.

Preisträger Wettbewerb 2019

Gospod postoi, imeto i’ e Petrunija (God Exists, Her Name Is Petrunya)
von Teona Strugar Mitevska

Jurybegründung
Die Ökumenische Jury von SIGNIS und INTERFILM verleiht ihren Preis an das zeitgenössische Gleichnis Gospod postoi, imeto i’ e Petrunija für seine wagemutige Schilderung der Verwandlung einer entmachteten jungen Frau in eine unverblümte Verteidigerin der Rechte der Frau. Als Petrunya spontan an einem Ritual der orthodoxen Kirche teilnimmt, im Rahmen dessen junge Männer einem Kreuz hinterherspringen, das von einem Priester in einen Fluss geworfen wird, bricht sie mit sozialen und kirchlichen Traditionen. Ihre anfängliche Weigerung, das Kreuz zurückzugeben, setzt ihre innere Kraft angesichts institutioneller Konventionen frei und offenbart, dass Gott in ihr selbst ist.

Preisträger Panorama 2019, dotiert mit € 2.500

Buoyancy
von Rodd Rathjen

Jurybegründung
Die Ökumenische Jury von SIGNIS und INTERFILM verleiht ihren Preis in der Panorama-Sektion an Buoyancy, der von moderner Sklaverei handelt und auf einzigartig erschütternde Weise vom Erwachsenwerden erzählt. Rodd Rathjens vorzüglich inszenierter Debütspielfilm folgt einem 14-jährigen Jungen aus Kambodscha, der auf dem Lande aufgewachsen ist und der Armut seiner Familie zu entkommen sucht, jedoch auf einem thailändischen Fischerboot versklavt wird. Die erbärmlichen und grausamen Zustände drohen seine Seele zu zerbrechen, doch er findet den Überlebensmut, die Ketten zu sprengen. Indem der Film in seiner dichtmaschigen Erzählung die brutale Wirklichkeit freilegt, beleuchtet er als ein künstlerischer Aufruf zum Handeln die weitgehend übersehenen Menschenrechtsverletzungen im Zentrum unserer globalen Ökonomie.

Lobende Erwähnung
Midnight Traveler von Hassan Fazili
Jurybegründung
Eine Lobende Erwähnung vergibt die Jury an Midnight Traveler von Hassan Fazili für seine einzigartige Darstellung einer Fluchterfahrung. Indem er die Flucht seiner Familie aus Afghanistan lediglich durch die Verwendung von Filmmaterial nacherzählt, das anhand von drei Smartphones aufgezeichnet wurde, verleiht Fazili der weltweiten Migrationskrise eine besondere Dringlichkeit und Unmittelbarkeit. Seine rauen und gleichermaßen liebevollen Bilder werden durch den entschlossenen Geist seiner Frau und der seiner beiden Töchter vertieft und offenbaren hoffnungsvolle Menschlichkeit und immerwährende Liebe trotz konstanter Bewegung.

Preisträger Forum 2019, dotiert mit € 2.500

Erde
von Nikolaus Geyrhalter

Die Ökumenische Jury von INTERFILM and SIGNIS verleiht ihren Preis in der Sektion Forum an Erde für die Beschreibung der Verwüstung unseres Planeten durch menschliches Eingreifen - ein drängendes Thema unserer Zeit. Dieser Dokumentarfilm zeigt brennend scharfe Bilder von der Zerstörung der Topographie der Erde und ebenso offenherzige Gespräche mit Arbeitern, Ingenieuren und Wissenschaftlern. Die Jury hebt besonders das Klagelied einer indigenen Kanadierin für Mutter Erde am Ende des Films hervor, das uns dazu einlädt, unsere Verantwortung zu reflektieren.

Jurymitglieder 2019
Jurypräsidentin: Dr. Anna Grebe
Pamela Aleman
Micah Bucey
Dominique Dipio
Margrit Frölich
Kristine Greenaway

Die Jurys der „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“ (FIPRESCI), des internationalen Verbands der Filmkritik, sichten Filme aus dem Programm des Wettbewerbs und in den Sektionen Panorama und Forum. Pro Sektion wird ein Preis für den besten Film vergeben.

Preisträger Wettbewerb 2019

Synonymes (Synonyme)
von Nadav Lapid

Preisträger Panorama 2019

Dafne
von Federico Bondi

Preisträger Forum 2019

Die Kinder der Toten
von Kelly Copper, Pavol Liska

Jurymitglieder 2019

Wettbewerb
Orlando Margarido
José Romero
Rita di Santo

Panorama
Angelika Kettelhack
Salome Kikaleishvili
Massimo Lechi

Forum
Ricardo Brunn
Eithne Mary O'Neill
Suncica Unevska

Die Jury des „Gilde Filmpreis“ setzt sich aus drei Juror*innen zusammen, die Kinobetreiber*innen und Mitglieder der AG Kino - Gilde e.V. sind. Sie vergibt ihren Preis an einen Film des Wettbewerbs.

Preisträger 2019

Gospod postoi, imeto i’ e Petrunija (God Exists, Her Name Is Petrunya)
von Teona Strugar Mitevska

Jurymitglieder 2019
Adrian Kutter
Anna Rosa Ligeia Kruse
Jens Schneiderheinze

Für die „Confédération Internationale des Cinémas D´Art et Essai" (C.I.C.A.E.), den Internationalen Verband der Filmkunsttheater, sind zwei Jurys auf der Berlinale tätig: eine vergibt einen Preis an einen Film des Panoramas, eine kürt einen Film des Forums.

Preisträger Panorama 2019

37 Seconds
von HIKARI

Jurybegründung
Unsere Wahl fiel auf einen Film, der kulturelle Vielfalt feiert. Er zeigt die Geschichte einer jungen Frau, die in einer sehr strengen Kultur lebt und ihre Reise zur Autonomie – anfangs eine schwache, verletzliche Person, ein Mensch, der von Sehnsüchten getrieben ist, eine Frau, die sich fremd in ihrer Welt fühlt aber der es gelingt, sehr unabhängig und stark zu werden.
Wir sahen eine fantastische junge Darstellerin in einem beeindruckenden Langfilm-Debüt, gestützt von einem wundervollen Ensemble, das uns durch die bunte Welt von Mangas und Familien-Geheimnissen führt – ein Film, welchen das Arthouse-Publikum lieben wird.
Wir vergeben den Panorama Art Cinema Ward an 37 Seconds von HIKARI.

Preisträger Forum 2019

Nos défaites (Our Defeats)
von Jean-Gabriel Périot

Jurybegründung
Wir haben Nos défaites wegen seiner filmischen Form, seines Inhaltes und seiner Komplexität als Gewinnerfilm gewählt. In ihm begegnen wir zum einen dem Gespräch zwischen Regisseur Jean-Gabriel Périot und Schülern, die an einem Film-Workshop an einem Gymnasium in Ivry-sur-Seine teilnehmen, zum anderen einer Reflexion auf die Geschichte des politisch engagierten Films.
Während die Schüler*innen versuchen, politischen Begriffen wie Klassenkampf, Freiheit oder Solidarität habhaft zu werden, indem sie Szenen aus den bekanntesten und einflussreichsten Filmen zu reenacten, die in Frankreich während der 1960er und 1970er veröffentlicht wurden, wird man dem Scheitern einer Generation gewahr, Bedeutung und Verständnis von sozioökonomischen Konflikten an die folgende Generation weiterzugeben.
Nos défaites lässt uns über die Zukunft Europas nachdenken, über das Medium Film als Tool, sozialen Wandel herbeizuführen und Bewusstsein zu verändern. Zudem befragt er die Kulturtechnik Kino auf seine Potentiale und auf seine Grenzen hin, genauso wie vergangenes und gegenwärtiges revolutionäres Handeln.
Obwohl der Titel Nos défaites pessimistisch klingen mag, ist es der Film selbst keinesfalls - er lässt uns unsere Niederlagen annehmen, sie überschreiten und über die Verbindung von Kino und Gesellschaft neu nachdenken.

Jurymitglieder 2019

Panorama
Matthias Damm
Elaheh Godarzi
Tanja Helm

Forum
Sebastian Gebeler
Dina Pokrajac
Sabine Putorti

Das „Label Europa Cinemas“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel der Initiative ist die Förderung europäischer Filme, ihres Verleihs und ihrer Wahrnehmung beim Publikum und in den Medien. Es wird jeweils ein europäischer Film der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes und seit 2004 auch der Venice Days in Venedig mit dem Label durch eine Jury von Mitgliedskinobetreiber*innen ausgezeichnet. 2005 wurde diese Auszeichnung zum ersten Mal auf der Berlinale vergeben, und zwar an einen europäischen Film des Panoramas.

Preisträger 2019

Šavovi (Stitches)
von Miroslav Terzić

Jurymitglieder 2019
Juha Elomäki
Marlena Gabryszewska
Daniela Zuklic

Der TEDDY AWARD, der bedeutendste queere Filmpreis der Welt, ist eine gesellschaftlich engagierte politische Auszeichnung, die Filmen und Personen zugutekommt, die queere Themen auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene kommunizieren und somit einen Beitrag für mehr Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und Gleichstellung in der Gesellschaft leisten.

Der Preis wird im Rahmen der Berlinale in den Kategorien BESTER SPIELFILM, BESTER DOKUMENTAR-/ESSAYFILM und BESTER KURZFILM und JURY AWARD sowie als SPECIAL TEDDY AWARD an herausragende Persönlichkeiten vergeben. Filme aus allen Sektionen der Internationalen Filmfestspiele Berlin konkurrieren jedes Jahr um die TEDDY AWARDS.

Bester Spielfilm 2019

Breve historia del planeta verde (Brief Story from the Green Planet)
von Santiago Loza

Nominiert: Greta von Armando Praça und Der Boden unter den Füßen von Marie Kreutzer

Bester Dokumentar-/Essayfilm 2019

Lemebel
von Joanna Reposi Garibaldi

Nominiert: Searching Eva von Pia Hellenthal und Self-Portrait in 23 Rounds: a Chapter in David Wojnarowicz’s Life, 1989–1991 von Marion Scemama

Bester Kurzfilm 2019

Entropia
von Flóra Anna Buda

Nominiert: Lidérc úr (Mr. Mare) von Luca Tóth und Parsi von Eduardo Williams, Mariano Blatt

Special Jury Award 2019

Special Teddy Award 2019

Falk Richter

Jurymitglieder 2019
Jay Bernard
Paul Struthers
Sandra Hezinová
Maria Paula Lorgia Garnica
Andrea Kuhn
Fan Popo
Kevin Mwachiro

Die aus drei Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Caligari-Filmpreis an einen Film des Forums. Der Preis wird vom „Bundesverband kommunale Filmarbeit“ und filmdienst.de gestiftet. Er ist mit 4.000 Euro dotiert, wobei die eine Hälfte an die Regisseur*innen des Films geht, die andere den Verleih fördert.

Preisträger 2019

Heimat ist ein Raum aus Zeit
von Thomas Heise

Jurymitglieder 2019
Wolfgang Peters
Lucas Barwenczik
Silke Johanna Räbiger

Der unabhängige Friedensfilmpreis prämiert jährlich Filme, die durch eine eindringliche Friedensbotschaft und ästhetische Umsetzung des Filmthemas überzeugen. Die Jury besteht aus sieben Mitgliedern, die Filme aus allen Sektionen sichten. Der Friedensfilmpreis ist mit 5.000 € dotiert und wird in Form einer Bronzeplastik von Otmar Alt verliehen.
Getragen wird der Preis von der Friedensinitiative Zehlendorf, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst e.V.

Preisträger 2019

Espero tua (re)volta (Your Turn)
von Eliza Capai

Lobende Erwähnung
Système K von Renaud Barret
Midnight Traveler von Hassan Fazili

Jurymitglieder 2019
Nora Al-Badri
Andreas Höfer
Helgard Gammert
Peter Steudtner
Lena Müller
Borbala Nagy
Jean Peters

Die deutsche Sektion von Amnesty International verlieh auf der Berlinale 2005 erstmalig den Amnesty International Filmpreis. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Jury sichtet Filme der Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und Generation und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf Dokumentationen. Ziel des Preises ist es, die Aufmerksamkeit von Fachbesucher*innen und breitem Publikum auf das Thema Menschenrechte zu lenken und Filmschaffende dazu zu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen.

Preisträger 2019

Espero tua (re)volta (Your Turn)
von Eliza Capai

Jurymitglieder 2019
Pegah Ferydoni
Feo Aladag
Markus Beeko

Eine aus drei Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Heiner-Carow-Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst an einen Dokumentar-, Spiel- oder Essayfilm der Sektion Panorama. Der Preis wird von der DEFA-Stiftung ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Filme, die sich sozialen und politischen Fragen der Gegenwart und Geschichte mit außergewöhnlichen ästhetischen Mitteln annehmen.

Preisträger 2019

Schönheit & Vergänglichkeit
von Annekatrin Hendel

Jurymitglieder 2019
Henrika Kull
Maren Liese
Pierre Sanoussi-Bliss

Leser- und Publikumspreise

Für den Panorama Publikums-Preis können alle Besucher*innen der Berlinale mittels Stimmzetteln in der Sektion Panorama votieren. Der Preis wird seit 1999 verliehen und gemeinsam von radioeins (rbb), dem rbb Fernsehen und dem Panorama vergeben.
Die Preise für das Publikum werden durch die freundliche Unterstützung von Mastercard zur Verfügung gestellt.

Preisträger Spielfilm 2019

37 Seconds
von HIKARI

2. Platz
Šavovi (Stitches) von Miroslav Terzić

3. Platz
Buoyancy von Rodd Rathjen

Preisträger Dokumentarfilm 2019

Talking About Trees
von Suhaib Gasmelbari

2. Platz
Midnight Traveler von Hassan Fazili

3. Platz
Shooting the Mafia von Kim Longinotto

Die Jury besteht aus zwölf Lesern der Tageszeitung „Berliner Morgenpost“. Es wird ein Spielfilm des Wettbewerbs prämiert.

Preisträger 2019

Systemsprenger
von Nora Fingscheidt

Jurymitglieder 2019
Adam Bebenek
Doreen Genzel
Sigrid Kadereit
Stefanie Klein
Valentina Kouziakina
Dorothea Kreter
Anna Polze
Rochdi Alexander Schmitt
Varinia Seide
Peter Volkmann
Oliver Vorthmann
Hinrich Westerkamp

Seit der Berlinale 2007 beruft auch der „Tagesspiegel“ eine Leserjury. Sie besteht aus neun Mitgliedern, die in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt werden. Der Leserpreis des Tagesspiegel geht an den besten Film des Forums.

Preisträger 2019

Monștri. (Monsters.)
von Marius Olteanu

Jurymitglieder 2019
Christoph Beissner
Roman Clawien
Anna Heller
Daniela Ishorst
Robert Neumann
Jacqueline Raddau
Daniela Richter
Christoph Serries
Barbara Wetzel

Die TEDDY Leser*innen-Jury von QUEER.DE vergibt den TEDDY READERS' AWARD powered by QUEER.DE im Rahmen der Preisverleihung der 33. TEDDY AWARDS in der Volksbühne Berlin. Filme mit queerem Inhalt aus allen Sektionen der Internationalen Filmfestspiele Berlin konkurrieren um den Preis.

Preisträger 2019

Breve historia del planeta verde (Brief Story from the Green Planet)
von Santiago Loza

Jurymitglieder 2019
Oliver Maus
Katayun Pirdawari
Amanda Halbrock
Gerlinde Kenkel
Fabian Schäfer

Förderpreise

Eine dreiköpfige Jury vergibt den Kompass-Perspektive-Preis an den besten Film aus dem aktuellen Programm der Perspektive Deutsches Kino. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Als Trophäe bekommt die Regisseurin oder der Regisseur einen Kompass überreicht.

Preisträger 2019

Born in Evin von Maryam Zaree

Jurybegründung
In Born in Evin begleiten wir Maryam Zaree auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, einem grausamen Kapitel der iranischen Geschichte. Aufrichtig, mutig, entschieden und berührend sucht die Filmemacherin unerbittlich nach Antworten auf bisher nicht gestellte Fragen und zieht uns dabei immer tiefer in ihre Geschichte und zu einem kollektiven blinden Fleck. Sie steht unerschrocken auf und übernimmt die Verantwortung für eine ganze Generation, das Schweigen zu brechen.

Jurymitglieder 2019
Trini Götze
Jerry Hoffmann
Andrea Hohnen

Siehe auch: Kompass-Perspektive-Preis & Kompagnon-Förderpreis

Berlinale Talents und Perspektive Deutsches Kino vergeben gemeinsam ab 2017 jährlich den Kompagnon–Förderpreis. Teilnahmeberechtigt sind Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen eines Kurz- oder Langfilms aus dem jeweils letzten Jahrgang der Perspektive Deutsches Kino sowie dauerhaft in Deutschland lebende Teilnehmende der „Script Station“, „Doc Station“ oder „Short Film Station“ der aktuellen Edition von Berlinale Talents.

Eine dreiköpfige Jury wählt jeweils eine*n Gewinner*in von Berlinale Talents und Perspektive Deutsches Kino aus. Neben einem Stipendium von 5.000 Euro (2.500 Euro für Kurzfilme) zur unabhängigen Drehbuch- bzw. Projektentwicklung bietet der „Kompagnon“ ein Mentorenprogramm zur Stärkung der künstlerischen Handschrift, berufsbegleitende Coachings sowie die bessere Vernetzung mit der Branche.

Preisträger 2019

Transit Times von Ana-Felicia Scutelnicu

Jurybegründung
Moldawien, Anfang der 1990er Jahre, postsowjetischer Umbruch: Eine Familie erlebt den Zerfall aller vertrauten Strukturen und die zunehmend verzweifelten Überlebensstrategien der starken Mutter helfen irgendwann nicht mehr. Transit Times richtet den Blick auf Menschen, die unfreiwillig ihre Heimat verlassen müssen. Die visuelle Kraft von Ana-Felicia Scutelnicus bisherigen Filmen lässt uns darauf vertrauen, dass auch dieses Projekt ihre ganz eigene, sinnliche und poetische Handschrift tragen wird.

To Be Continued (AT) von Julian Pörksen

Jurybegründung
Am Sterbebett der Matriarchin erfahren ihre erwachsenen Kinder von ihrem Plan, sich einfrieren zu lassen. Es entspinnt sich am Totenbett eine zärtlich beobachtete Familienkrise als schwarzhumorige, surreale Groteske. Aus seinen künstlerischen Erfahrungen zwischen Theater und Film entwickelt Julian Pörksen einen eigenwilligen Figurenkosmos, der uns auf einen individuellen und besonderen Film hoffen lässt.

Jurymitglieder 2019
Trini Götze
Jerry Hoffmann
Andrea Hohnen

Siehe auch: Kompass-Perspektive-Preis & Kompagnon-Förderpreis

ARTE vergibt seit 2011 den mit 6.000 Euro dotierten ARTEKino International Prize an eins der für den Berlinale Co-Production Market ausgewählten Projekte.

Preisträger 2019

A Responsible Adult von Shira Geffen, produziert von Marker Films (Israel)

Eurimages vergab 2015 erstmals den mit 20.000 Euro dotierten Eurimages Co-Production Development Award an die Produzent*innen eines der ausgewählten Projekte des Berlinale Co-Production Market. Berücksichtigt werden Projekte in der offiziellen Auswahl, die als Kino-Koproduktion zwischen mindestens zwei Eurimages-Mitgliedsländern geplant sind. Es darf sich dabei nicht um rein finanzielle Koproduktionen handeln. Herausragende künstlerische Qualität und die Chancen des Projektes, als mehrheitlich europäische Koproduktion realisiert zu werden, sind die Hauptkriterien bei der Vergabe des Preises.

Preisträger 2019

Avalon PC (Spanien) für Alcarràs (Regie: Carla Simón)

Jurymitglieder 2019
Helena Danielsson
Jakub Duszynski
Karin Schockweiler

Der Talent Project Market bietet zehn an Berlinale Talents teilnehmenden Produzent*inne die Möglichkeit, ihre Projekte potentiellen Koproduzent*innen und Finanziers im Berlinale Co-Production Market vorzustellen. Seit 2004 wird der mit 10.000 Euro dotierte VFF Talent Highlight Award im Rahmen des Talent Project Market von der VFF - Verwertungsgesellschaft für Film- und Fernsehproduzenten gestiftet. Eine internationale Jury vergibt neben dem Hauptpreis zwei Nominierungspreise à 1.000 Euro.

Preisträger 2019

Produzent Vincenzo Cavallo (Kenia) für Bufis (Regie: Mahad Ahmed)

Jurymitglieder 2019
Roshanak Behesht Nedjad
Ellis Driessen
Prof. Georg Feil
Katriel Schory