Berlinale: Preise Unabhängige Jurys


Preise von unabhängigen Jurys

Als unabhängig gelten Jurys, die ihre Preise im Namen externer, vom Festival unabhängiger Organisationen und Institutionen vergeben. Das hohe Qualitätsniveau und die Vielfalt im Festival-Programm laden dazu ein, sich kritisch mit dem Medium auseinanderzusetzen und mit einem eigenen Werturteil Akzente zu setzen. Dementsprechend vergeben die unabhängigen Jurys ihre Preise nach unterschiedlichen Kriterien, je nach dem speziellen Anliegen, das sich mit der Auszeichnung verbindet.

Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - durch eine aus sechs Mitgliedern bestehende gemeinsame ökumenische Jury vertreten. Die Jury vergibt ihren Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb, sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.

Die Jury ehrt mit den Preisen Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren.

Preisträger Wettbewerb 2018

In den Gängen
von Thomas Stuber

Jurybegründung
Wenn das Leben ein Supermarkt ist, dann ist das, was wir brauchen, nicht in den Regalen zu finden, sondern „Zwischen den Gängen“. Künstlerisch überzeugend erzählt der Film, was es heißt: Selig, die reinen Herzens sind (Mt 5).

Lobende Erwähnung:
Utøya 22. juli (U – July 22)
von Erik Poppe

Jurybegründung
Die Ökumenische Jury zeichnet Utøya 22. juli mit einer Lobenden Erwähnung aus. In einer langanhaltenden, nur mit der Handkamera gefilmten und ungeschnittenen Sequenz konfrontiert uns der Film mit dem schockierenden Attentat von Utøya, dem 69 junge Menschen zum Opfer fielen. Zugleich eröffnet er dem Zuschauer überzeugende Momente von Stärke und Hoffnung im Angesicht der Tragödie.

Preisträger Panorama 2018, dotiert mit € 2.500

Styx
von Wolfgang Fischer

Jurybegründung
Styx ist ein künstlerisch herausragender und spannungsvoller Film. Er überzeugt die Ökumenische Jury mit der Geschichte einer guten Samariterin, die in sich ihrem Einsatz für Flüchtlinge als kompromisslos und zugleich klug erweist, und darin eine überzeugende Antwort gibt auf eine der größten ethischen Herausforderungen unserer Zeit.

Preisträger Forum 2018, dotiert mit € 2.500

Teatro de guerra (Theatre of War)
von Lola Arias

Jurybegründung
Die Geschichte des Falklandkrieges wird in Szenen lebendig, die den klassischen Theaterrahmen sprengen. Sie wird in lebenden Gemälden und überraschenden Schauplätzen mit argentinischen und britischen Veteranen sowie jungen Schauspielern reinszeniert. Die Regisseurin gibt den Protagonisten 35 Jahre später Raum und Zeit, ihre persönlichen Geschichten zu erforschen und darzustellen. Das Geschehen und dessen traumatische Folgen werden so stellvertretend für alle Kriegserlebnisse in Reenactments dargestellt. - Gezeigt wird, wie Erinnerungsarbeit den Weg zu neuem Leben eröffnen kann und Menschlichkeit durch den Krieg nicht zerstört werden muss.

Jurymitglieder 2018
Jurypräsidentin: Dr. theol. Inge Kirsner
Joachim Opahle
Jeffrey H. Mahan
Vesna Andonovic
Winifred Loh
Freek L. Bakker

Die Jurys der „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“ (FIPRESCI), des internationalen Verbands der Filmkritik, sichten Filme aus dem Programm des Wettbewerbs und in den Sektionen Panorama und Forum. Pro Sektion wird ein Preis für den besten Film vergeben.

Preisträger Wettbewerb 2018

Las herederas (The Heiresses)
by Marcelo Martinessi

Preisträger Panorama 2018

River’s Edge
von Isao Yukisada

Preisträger Forum 2018

Jurymitglieder 2018

Wettbewerb
Mario Abbade Neto
Sandra Perovic
Shahla Nahid

Panorama
Bettina Schuler
Tina Poglajen
James Evans

Forum
Ahmed Muztaba Zamal
Carlota Mosegui
Teresa Vena

Die Jury des „Gilde Filmpreis“ setzt sich aus drei Juror*innen zusammen, die Kinobetreiber*innen und Mitglieder der AG Kino - Gilde e.V. sind. Sie vergibt ihren Preis an einen Film des Wettbewerbs.

Preisträger 2018

In den Gängen
von Thomas Stuber

Jurymitglieder 2018
Adrian Kutter
Dominique Henz
Erdmann Lange

Für die „Confédération Internationale des Cinémas D´Art et Essai" (C.I.C.A.E.), den Internationalen Verband der Filmkunsttheater, sind zwei Jurys auf der Berlinale tätig: eine vergibt einen Preis an einen Film des Panoramas, eine kürt einen Film des Forums.

Preisträger Panorama 2018

Tinta Bruta (Hard Paint)
von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher

Jurybegründung
Aus der diesjährigen starken Auswahl der Berlinale Panorama-Sektion hat die Jury beschlossen, den diesjährigen CICAE-Preis an den brasilianischen Film Tinta Bruta zu vergeben.
Die Jury war von der Hauptfigur Pedro und seiner Identitätssuche durch seine Online-Persona Neon Boy tief bewegt.
Der Film erzählt die Geschichte seines Kampfes in einem homofeindlichen Umfeld, durch Kunst und seine verführerischen Performances in den Chat-Rooms sucht die Hauptfigur Trost und Zuflucht.
Die Kamera, das Sounddesign und die Musik sowie die herausragende schauspielerische Leistung von Shico Menegat verleihen der Geschichte eine besondere künstlerische Kraft, und wir sind sicher, dass der Film sein Publikum in unseren Programmkinos auf der ganzen Welt finden wird.

Preisträger Forum 2018

Teatro de guerra (Theatre of War)
von Lola Arias

Jurybegründung
Im Geiste der Philosophie des Berlinale Forums, die Grenzen zwischen Dokumentarischem und Fiktionalem aufhebend, ist Teatro de guerra eine mutige Verhandlung eines post-kolonialen Konflikts des späten 20. Jahrhunderts, des Falkland- bzw. Malvinas-Krieges und seiner schmerzhaften Hinterlassenschaft. Wir möchten das Potential des Films hervorheben, auf vielfältige Art und Weise Zuschauer*innen auf sowohl analytischer als auch emotionaler Ebene zur Auseinandersetzung mit den durch den Film eröffneten Themen anzuregen. Wir freuen auf zukünftige Arbeiten von Regisseurin Lola Arias, Bildgestalter Manuel Abramovich sowie auch von den anderen argentinischen Filmemacher*innen im diesjährigen Forumsprogramm.

Jurymitglieder 2018

Panorama
Elisa Rosi
Pierre-Alexandre Moreau
Johan Fogde Dias

Forum
Natalie Gravenor
Kirill Adibekov
Piotr Szczyszyk

Das „Label Europa Cinemas“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel der Initiative ist die Förderung europäischer Filme, ihres Verleihs und ihrer Wahrnehmung beim Publikum und in den Medien. Es wird jeweils ein europäischer Film der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes und seit 2004 auch der Venice Days in Venedig mit dem Label durch eine Jury von fünf Mitgliedskinobetreiber*innen ausgezeichnet ausgezeichnet. 2005 wurde diese Auszeichnung zum ersten Mal auf der Berlinale vergeben, und zwar an einen europäischen Film des Panoramas.

Preisträger 2018

Styx
von Wolfgang Fischer

Jurymitglieder 2018
Nora Kasza
Stanislav Ershov
Frederic Cornet
Mustafa El Mesaoudi

Der TEDDY AWARD, der bedeutendste queere Filmpreis der Welt, ist eine gesellschaftlich engagierte politische Auszeichnung, die Filmen und Personen zugutekommt, die queere Themen auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene kommunizieren und somit einen Beitrag für mehr Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und Gleichstellung in der Gesellschaft leisten.

Der Preis wird im Rahmen der Berlinale in den Kategorien BESTER SPIELFILM, BESTER DOKUMENTAR-/ESSAYFILM und BESTER KURZFILM sowie als SPECIAL JURY AWARD vergeben. Filme aus allen Sektionen der Internationalen Filmfestspiele Berlin konkurrieren jedes Jahr um die TEDDY AWARDS.

Der TEDDY engagiert sich bereits seit seiner Gründung im Jahr 1987 intensiv für den Filmnachwuchs. Ab 2018 wird diesem Engagement mit dem neu geschaffenen L'Oréal Paris TEDDY NEWCOMER AWARD besonderer Nachdruck verliehen. Die Auszeichnung wird von L'Oréal Paris gestiftet. Der L'Oréal Paris TEDDY NEWCOMER AWARD wird an einen abendfüllenden Debüt- oder Zweitfilm mit queerem Inhalt der Internationalen Filmfestspiele Berlin vergeben.

Bester Spielfilm 2018

Tinta Bruta (Hard Paint)
von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher

Nominiert: Las herederas (The Heiresses) von Marcelo Martinessi und Touch Me Not von Adina Pintilie

Bester Dokumentar-/Essayfilm 2018

Bixa Travesty (Tranny Fag)
von Claudia Priscilla und Kiko Goifman

Nominiert: Yours in Sisterhood von Irene Lusztig und Shakedown von Leilah Weinraub

Bester Kurzfilm 2018

Three Centimetres
von Lara Zeidan

Nominiert: T.R.A.P von Manque La Banca und Je fais où tu me dis (Dressed for Pleasure) von Marie de Maricourt

Special Jury Award 2018

Obscuro Barroco
von Evangelia Kranioti

L'Oréal Paris TEDDY NEWCOMER AWARD 2018

Retablo
von Álvaro Delgado-Aparicio L.

Jurymitglieder 2018
Natascha Frankenberg
Bohdan Zhuk
Roisin Geraghty
Franck Finance-Madureira
Marthe Djilo Kamga
Pecha Lo
Antonio Harfuch

Die aus fünf Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Caligari-Filmpreis an einen Film des Forums. Der Preis wird vom „Bundesverband kommunale Filmarbeit“ und der Europäischen Film Philharmonie gestiftet. Er ist mit 4.000 Euro dotiert, wobei die eine Hälfte an die Regisseur*innen des Films geht, die andere den Verleih fördert.

Preisträger 2018

La casa lobo (The Wolf House)
von Cristóbal León und Joaquín Cociña

Jurybegründung
Ein Wagnis ins Unbekannte erfordert immer Mut. Emotionen bewegen. Lassen Traumata verarbeiten und Träume aufleben. Vergänglichkeit vollzieht sich auch im vermeintlichen Innehalten. Beständigkeit eröffnet immerwährende detailreiche Metamorphosen. Abstraktionsebenen beflügeln ein anderes Sehen historischer und politscher Ereignisse. Wiegenlieder, wie „Schlaf, Kindlein, schlaf“ lassen zehntausende von einzelnen Einstellungen ablaufen. Faszination aus der Kombination von einer Mischung aus deutsch- und spanischsprachigen Erzählsträngen, vermeintlich bekannte Märchen und dem dadurch ausgelösten Zusammenpuzzeln in atemberaubendem Stopptrick mit diversen Materialien entwickelt eine Sogwirkung für den Blick in: La casa lobo.

Jurymitglieder 2018
Peter Link
Vanessa Elges
Margarete Wach

Der unabhängige Friedensfilmpreis prämiert jährlich Filme, die durch eine eindringliche Friedensbotschaft und ästhetische Umsetzung des Filmthemas überzeugen. Die Jury besteht aus sieben Mitgliedern, die Filme aus allen Sektionen sichten. Der Friedensfilmpreis ist mit 5.000 € dotiert und wird in Form einer Bronzeplastik von Otmar Alt verliehen.
Getragen wird der Preis von der Friedensinitiative Zehlendorf, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst e.V.

Preisträger 2018

The Silence of Others
von Almudena Carracedo und Robert Bahar

Jurymitglieder 2018
Burhan Qurbani
Lena Müller
Helgard Gammert-Jakli
Peter Steudtner
Florian Hoffmann
Matthias Coers
Miraz Bezar

Die deutsche Sektion von Amnesty International verlieh auf der Berlinale 2005 erstmalig den Amnesty International Filmpreis. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Jury sichtet Filme der Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und Generation und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf Dokumentationen. Ziel des Preises ist es, die Aufmerksamkeit von Fachbesucher*innen und breitem Publikum auf das Thema Menschenrechte zu lenken und Filmschaffende dazu zu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen.

Preisträger 2018

Zentralflughafen THF
von Karim Aïnouz

Lobende Erwähnung: Eldorado von Markus Imhoof

Jurymitglieder 2018
Friederike Kempter
Ali Samadi Ahadi
Bettina Müller

Eine aus drei Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Heiner-Carow-Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst an einen Dokumentar-, Spiel- oder Essayfilm der Sektion Panorama. Der Preis wird von der DEFA-Stiftung ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Filme, die sich sozialen und politischen Fragen der Gegenwart und Geschichte mit außergewöhnlichen ästhetischen Mitteln annehmen.

Preisträger 2018

Styx
von Wolfgang Fischer

Jurymitglieder 2018
Helene Hegemann
Barbara Barlet
Christian Steyer

Leser- und Publikumspreise

Für den Panorama Publikums-Preis können alle Besucher*innen der Berlinale mittels Stimmzetteln in der Sektion Panorama votieren. Der Preis wird seit 1999 verliehen und gemeinsam von radioeins (rbb), dem rbb Fernsehen und dem Panorama vergeben.
Die Preise für das Publikum werden durch die freundliche Unterstützung von Mastercard zur Verfügung gestellt.

Preisträger Spielfilm 2018

Profile
von Timur Bekmambetov

2. Platz
Styx von Wolfgang Fischer

3. Platz
L’ Animale von Katharina Mueckstein

Preisträger Dokumentarfilm 2018

The Silence of Others
von Almudena Carracedo und Robert Bahar

2. Platz
Partisan von Lutz Pehnert, Matthias Ehlert und Adama Ulrich

3. Platz
O processo (The Trial) von Maria Augusta Ramos

Die Jury besteht aus zwölf Lesern der Tageszeitung „Berliner Morgenpost“. Es wird ein Spielfilm des Wettbewerbs prämiert.

Preisträger 2018

Dovlatov
von Alexey German Jr

Jurymitglieder 2018
Angelika Zitzelsberger-Schlez
Inge Schumacher
Wolfgang Jungermann
Alexandra Nagel
Ingrid Kaatz
Kristin Büchner
Felix Waszak
Chiara Santjer
Gerald Wohlschieß
Anke Herzog
Jacqueline Blösch
Derek Stotz

Seit der Berlinale 2007 beruft auch der „Tagesspiegel“ eine Leserjury. Sie besteht aus neun Mitgliedern, die in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt werden. Der Leserpreis des Tagesspiegel geht an den besten Film des Forums.

Preisträger 2018

L'empire de la perfection (In the Realm of Perfection)
von Julien Faraut

Jurybegründung
Die Leserjury des Tagesspiegel vergibt den Preis für den besten Film im Berlinale Forum an L’empire de la perfection von Julien Faraut. Auf perfekte Weise, leichtfüßig und humorvoll verbindet er unterschiedliche Genres miteinander, den Western, den Lehrfilm, Oper und Psychogramm. Auch befasst er sich eindrucksvoll mit den Obsessionen des Filmemachers, des Sportlers und jedes Menschen, der um Perfektion kämpft. Augenzwinkernd, ohne belehrend zu sein, geht es in vielen Sinnbildern und Metaphern um das Beherrschen der Zeit, im Film, im Sport, im Leben. Filme können lügen, die Zeit nicht!?

Jurymitglieder 2018
Guillaume Bazan
Gabriele Breuer
Annette Sichler
Mona Körte
Wolfram Irmer
Melvyn Zeyns
Birgit Heller
Martin Boschmann
Julia Johannsen

Die TEDDY Leser*innen-Jury des MANNSCHAFT-Magazins vergibt den TEDDY READERS' AWARD powered by MANNSCHAFT im Rahmen der Preisverleihung der TEDDY AWARDS. Filme mit queerem Inhalt aus allen Sektionen der Internationalen Filmfestspiele Berlin konkurrieren um den Preis.

Preisträger 2018

Las herederas (The Heiresses)
von Marcelo Martinessi

Jurymitglieder 2018
Martin Busse
Katayun Pirdawari
Holger Beisitzer
Christine Burkart
Adriell Kopp

Förderpreise

Eine dreiköpfige Jury vergibt den Kompass-Perspektive-Preis an den besten Film aus dem aktuellen Programm der Perspektive Deutsches Kino. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Als Trophäe bekommt die Regisseurin oder der Regisseur einen Kompass überreicht.

Preisträger 2018:

Überall wo wir sind von Veronika Kaserer

Die Begründung der Jury:

Veronika Kaserer hat einen Film über Trauer gemacht, auch um uns daran zu erinnern, wie lebenswert das Leben ist. Mit erstaunlicher Nähe, unkonventioneller Montage und vielen überraschenden Momenten erzählt sie von den letzten Wochen und Tagen des 29-jährigen Berliner Tanzlehrers Heiko Lekutat und vor allem von seiner wunderbaren, großherzigen Familie. Tut uns der Film weh, weil uns das Leiden der Familie so nahe geht, oder leiden wir, weil wir die große Nähe zu den Trauernden als Grenzüberschreitung unserer eigenen Wohlfühlposition empfinden? Die Montage springt kontinuierlich zwischen „vor dem Tod“ und „nach dem Tod“ hin und her. Darf man den Prozess des Sterbens so zerreißen, um auf einer abstrakten Ebene den mentalen und emotionalen Prozess des Trauerns nachzuempfinden? Dass ein Film heftige Emotionen und Diskussionen auslöst, ist eine Qualität. Wir gratulieren der Regisseurin, Produzentin und Kamerafrau Veronika Kaserer

Jurymitglieder 2018
Sol Bondy
Jules Herrmann
Sung-Hyung Cho

Siehe auch: Kompass-Perspektive-Preis & Kompagnon-Förderpreis

Berlinale Talents und Perspektive Deutsches Kino vergeben gemeinsam ab 2017 jährlich den Kompagnon–Förderpreis. Teilnahmeberechtigt sind Regisseur*innen und Drehbuchautor*innen eines Kurz- oder Langfilms aus dem jeweils letzten Jahrgang der Perspektive Deutsches Kino sowie dauerhaft in Deutschland lebende Teilnehmende der „Script Station“, „Doc Station“ oder „Short Film Station“ der aktuellen Edition von Berlinale Talents.

Eine dreiköpfige Jury wählt jeweils eine*n Gewinner*in von Berlinale Talents und Perspektive Deutsches Kino aus. Neben einem Stipendium von 5.000 Euro (2.500 Euro für Kurzfilme) zur unabhängigen Drehbuch- bzw. Projektentwicklung bietet der „Kompagnon“ ein Mentorenprogramm zur Stärkung der künstlerischen Handschrift, berufsbegleitende Coachings sowie die bessere Vernetzung mit der Branche.

Preisträger 2018

When a Farm Goes Aflame, the Flakes Fly Home to Bear the Tale von Jide Tom Akinleminu (Berlinale Talents 2018)

Die Begründung der Jury:

Als der dänisch-nigerianische Filmemacher einen Dokumentarfilm über seinen angeblich einsamen Vater in Nigeria beginnt, entdeckt er, dass sein Vater ein Doppelleben führt.
Die Spur des Familiengeheimnisses reicht weit in die Vergangenheit – sie beginnt mit dem Unabhängigkeitskampf Nigerias - und führt auf drei Kontinente: Afrika, Europa, Amerika.
Wir freuen uns auf diesen berührenden, vielschichtigen Film.

Blutsauger von Julian Radlmaier (Perspektive Deutsches Kino 2017).

Die Begründung der Jury:

Blutsauger von Julian Radlmaier ist eine elegante deutsche Komödie, die unter dem Deckmantel des Vampirfilms einen ebenso lustigen wie bissigen Kommentar zum weltweit aufkeimenden Nationalismus abgibt.
Der Kompagnon-Förderpreis soll Julian Radlmaier darin unterstützen, seine unverwechselbare Handschrift als Perspektive des deutschen Kinos weit hinaus in die Welt zu tragen.

Jurymitglieder 2018
Sol Bondy
Jules Herrmann
Sung-Hyung Cho

Siehe auch: Kompass-Perspektive-Preis & Kompagnon-Förderpreis

ARTE vergibt seit 2011 den mit 6.000 Euro dotierten ARTE International Prize an eins der für den Berlinale Co-Production Market ausgewählten Projekte.

Preisträger 2018

The War Has Ended von Hagar Ben Asher, produziert von Madants (Polen), Match Factory Productions (Deutschland) und Transfax Film Productions (Israel)

Eurimages vergab 2015 erstmals den mit 20.000 Euro dotierten Eurimages Co-Production Development Award an die Produzent*innen eines der ausgewählten Projekte des Berlinale Co-Production Market. Berücksichtigt werden Projekte in der offiziellen Auswahl, die als Kino-Koproduktion zwischen mindestens zwei Eurimages-Mitgliedsländern geplant sind. Es darf sich dabei nicht um rein finanzielle Koproduktionen handeln. Herausragende künstlerische Qualität und die Chancen des Projektes, als mehrheitlich europäische Koproduktion realisiert zu werden, sind die Hauptkriterien bei der Vergabe des Preises.

Preisträger 2018

Madants (Polen), Match Factory Productions (Deutschland) und Transfax Film Productions (Israel) für The War Has Ended (Regie: Hagar Ben Asher)

Der Talent Project Market bietet zehn an Berlinale Talents teilnehmenden Produzent*inne die Möglichkeit, ihre Projekte potentiellen Koproduzent*innen und Finanziers im Berlinale Co-Production Market vorzustellen. Seit 2004 wird der mit 10.000 Euro dotierte VFF Talent Highlight Award im Rahmen des Talent Project Market von der VFF - Verwertungsgesellschaft für Film- und Fernsehproduzenten gestiftet. Eine internationale Jury vergibt neben dem Hauptpreis zwei Nominierungspreise à 1.000 Euro.

Preisträger 2018

Produzentin Jing Wang (Volksrepublik China) für Tropical Memories (Regie: Shipei Wen)