Berlinale

Sur la Planche (On the Edge)

Synopsis
Badia und Imane leben inmitten eines Heers von Arbeitern. Tagsüber pulen sie Krabben in einer sterilen Fabrik, nachts gehen sie anschaffen. Die Mädchen verdienen etwas Geld dazu, indem sie Sachen, die sie ihren nächtlichen Kunden stehlen, verhökern. Hinter Tangier liegt die „freie Zone“, ein Symbol für das Subunternehmertum der globalen Welt. Hier ist Europa auf marokkanischem Land: nah, fassbar und nur mit einer Arbeitserlaubnis zugänglich. Eines Abends treffen sie zwei Mädchen, die den Vorteil haben, in der „freien Zone“ zu arbeiten. Badia sieht hierin das Sprungbrett in eine materialistischere Welt. Gestärkt durch die neue Freundschaft erkunden die Mädchen jeden Winkel dieses neuen Ortes und machen ihn sich von der Dämmerung bis zum Morgengrauen zu eigen.

Director’s Note
On the Plank ist ein Film Noir, der Konventionen vermeidet. Es geht in der Geschichte nicht um romantische Außenseiter oder eine überwältigende Landschaft, und es ist auch kein Kampf zwischen Gut und Böse.
Der Film zeigt ein bestimmtes kulturelles Milieu, die „Debarrins" (wörtlich: die, die hier sind). Zugleich ist es ein Film über Nordmarokko zu Anfang des 21. Jahrhunderts, eng verbunden mit dem Wunsch der Gesellschaft, um jeden Preis nach Europa vorzudringen. Badias körperliche Widerstandsfähigkeit ist beeindruckend. Sie ist nicht fähig, sich auszuruhen, ihre Erschöpfung hält sie wach. Sie hat sich über die Müdigkeit hinweggesetzt, so wie man im Gefängnis irgendwann die Langeweile besiegt. Badia hat keine Angst davor, zusammenzubrechen oder zu sterben. Damit übt sie auf die anderen drei Figuren, Imane, Asma und Nawal, eine magnetische Anziehungskraft aus. Sie sind Zeugen eines regelrechten Naturwunders.


Weltpremiere
Cannes International Film Festival 2011, Quinzaine des Réalisateurs

Festivals und Preise (Auswahl)
Best Film, Antalya Golden Orange Festival 2011
Marrakesh Film Festival 2011
Best Actress, Special Jury Award, Brussels International Independent Film Festival 2011
FIPRESCI Prize, Oslo Films from the South Festival 2011
Best Actress, Best Director and Golden Tauro, Taormina International Film Festival 2011

Marokko 2011
Regie: Leila Kilani
Produktion: Aurora Films (Frankreich), Socco Chicco Films (Marokko), Vandertastic (Deutschland), DKB Productions (Frankreich), INA (Frankreich)
Deutscher WCF-Partner: Vandertastic
Weltvertrieb: Fortissimo Films (Niederlande)

Gefördert in der WCF-Jurysitzung im November 2010
Fördersumme: 30.000 €