Berlinale

Rojo

Synopsis
Argentinien Mitte der 70er Jahre. Eine noch nie da gewesene Welle politischer Gewalt breitet sich im Land aus. Ein gewöhnlicher Mann gerät in außergewöhnliche Umstände und findet sich in einer Situation wieder, in der er eine schlimme Tat verbergen muss.

Director’s note
In Rojo behandle ich das Problem der stillen Mehrheit in einer traumatischen historischen Zeit. Während der 70er Jahre, als Argentinien zunächst unter demokratischer Führung und dann unter einer Diktatur stand, wurden 30.000 Menschen von militärischen und paramilitärischen Gruppen getötet. Wir haben diese traumatischen Ereignisse schon mehrmals gesehen, doch verstehen heute immer noch kaum, wie sie das alltägliche Leben gewöhnlicher Menschen beeinflusst haben. Daher scheitern wir, als Gesellschaft, darin die notwendige Rolle der stillen Mehrheit während eines Genozids zu erkennen.
Während ich über die Zeit der 1970er Jahre recherchierte, entdeckte ich, dass viele Menschen unter diesen zerrütteten Umständen, die Möglichkeit fanden, alle möglichen „Unfälle“ und schlimme Taten zu verbergen. Somit liegt der Fokus in Rojo auf eher gewöhnlichen Charakteren, welche sich in außergewöhnlichen Ereignissen wiederfinden.

Argentinien / Belgien / Brasilien / Deutschland / Frankreich / Schweiz 2018
Regie: Benjamín Naishtat
Produktion: Pucará Cine (Argentinien), Sutor Kolonko (Deutschland), Desvia (Brasilien), Ecce Films (Frankreich), Viking Film (Niederlande)
Weltvertrieb: tbc
Deutscher WCF-Partner: Sutor Kolonko (Deutschland)

Gefördert in der WCF-Jurysitzung im Juli 2016
Fördersumme: 40.000 €