Berlinale

Jean Gentil

Synopsis
Der haitianische Professor Jean Remy Genty ist unermüdlich auf der Suche nach Arbeit. Seine anmutige Gestalt sticht aus der Masse: ein Parade-Christ. Bei seinen Reisen sehen wir den Wandel und die exzessiven Bauprojekte der Stadt. Jean hätte die Möglichkeit, auf einer Baustelle zu arbeiten, doch er fühlt sich zu schwach und zu alt dafür. Er sucht etwas, das seinen intellektuellen Ansprüchen entspricht. Und so bringt Jahre damit zu, Arbeit zu suchen, die ihm und seinem Bildungsstand gerecht wird. Jean fängt an, zu resignieren; er hat das Bedürfnis, zu wachsen, ein Zuhause zu haben, eine Frau zu heiraten. Seine Wünsche und Gedanken geraten durcheinander. Der zunehmende innere Unmut beginnt, seine Alltagswahrnehmung zu trüben.

Director’s note
Jeden Tag kommen mehr Haitianer in die Dominikanische Republik, um Arbeit zu finden. In der Vergangenheit arbeiteten sie meist auf Zuckerrohrfeldern, doch neuerdings herrscht auf den Baustellen der Städte ein großer Bedarf an Arbeitskräften. Die Stadt wächst überraschend schnell und die meisten Häuser werden abgerissen und durch riesige Apartmentblöcke ersetzt. Einem wie Jean Gentil nutzt das wenig. Er hat die letzten Jahre nach einem Job gesucht, der seinem Bildungsstand entspricht. Wir lassen der Figur viel Zeit und Raum. Anhand Jeans Weg lässt sich das wandelnde Landschaftsbild als Figur und Erzählmittel des Films begreifen, man erkennt den Kontrast zwischen der wachsenden Stadt und der verschwindenden Stille der Provinz und Küste. Man sieht den Menschen in seinem Schaffen und Zerstören und die Menschheitsentwicklung im Vergleich zu der persönlichen Entwicklung eines Einzelnen.


Weltpremiere
Venice International Film Festival 2010, Orizzonti

Festivals und Preise (Auswahl)
Thessaloniki International Film Festival 2011
Rotterdam International Film Festival 2011
Viennale 2010
BAFICI 2011
Jury’s Special Mention, Venice Film Festival 2010

Dominikanische Republik 2010
Regie: Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas
Produktion: Aurora Dominicana (Dominikanische Republik), Canana Films (Mexiko), Bärbel Mauch Films (Deutschland)
Deutscher WCF-Partner: Bärbel Mauch Film
Weltvertrieb: Aurora Dominicana (Dominikanische Republik)

Gefördert in der WCF-Jurysitzung im Juni 2009
Fördersumme: 40.000 €