Berlinale

Citadel (Ciudadela)

Synopsis
San Pedro in La Paz, Bolivien, war ursprünglich für 300 Nonnen konzipierten. Heute leben hier 1500 Gefängnisinsassen. Es gibt keine Einzelzellen, nur einen offenen Raum im Inneren, in dem man sich wie in einer kleinen Stadt bewegt. Geschäfte und Dienstleistungen sind im Überfluss vorhanden. Die Gefangenen leben in der Anlage so, wie sie es draußen tun würden. Es herrscht eine strenge Selbstorganisation, die das Leben des Einzelnen regelt. Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es Hunderte von Frauen, die Ehefrauen der Insassen und fast 300 Kinder, die sich entschlossen haben, die Gefangenschaft mit ihren Männern zu teilen. Sie sind nicht verurteilt, haben sich aber für ein Leben hinter Gittern entschieden, um den Zusammenhalt der Familie zu bewahren.
Zwei Jahre lang ist eine drei Quadratmeter große Zelle das Zuhause eines Gefangenen, seiner Frau und fünf seiner acht Kinder. Als Abraham (41) feststellte, dass auch Freiwillige in San Pedro lebten, rief er seine Frau Angélica (39) und seine jüngsten Kinder zu sich, um gemeinsam die Haftzeit durchzustehen. Citadel begleitet das Familienleben und zeigt die ambivalente Situation der Frauen und Kinder, die das Gefängnis jederzeit verlassen können. Die Grenzen zwischen dem Leben in Gefangenschaft und dem in Freiheit lösen sich auf.

Director’s note
Citadel fängt durch eine explosive Unordnung den verstörenden und geheimnisvollen Ort des Männergefängnisses in La Paz ein. Der Film enthüllt das Leben im Inneren dieser ungewöhnlichen Haftanstalt, in der Frauen und Kinder mit den Insassen zusammenwohnen.
Obwohl der Alltag von physischer Ausgrenzung und strafender Beeinträchtigung bestimmt wird, schafft diese einmalige Koexistenz in Kombination mit der mietshausähnlichen Architektur eine Gemeinschaft, die man nicht erwartet hätte.


Weltpremiere
International Documentary Film Festival Amsterdam 2011

Festivals und Preise (Auswahl)
DocBuenosAires 2012
Taiwan International Documentary Film Festival 2012
Festival Internacional Unasur Cine 2013

Bolivien 2011
Regie: Diego Mondaca
Produktion: Manosudaca Videofilmes (Bolivien), Pucara Films (Bolivien), Blinker Filmproduktion (Deutschland)
Deutscher WCF-Partner: Blinker Filmproduktion
Weltvertrieb: Pucara Films (Bolivien)

Gefördert in den WCF-Jurysitzungen im November 2009
Fördersumme: 30.000 €