Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2019

Preise und Ehrungen

15.02.2019:
Berlinale 2019: Gläserne Bären und Preise der Bundeszentrale für Politische Bildung bei Generation 14plus

Die Gewinnerfilme der Jugendjury von Generation 14plus

Die Mitglieder der Jugendjury Generation 14plus – Theodor Bittner Rosser, Christian Däbritz, Johanna Deventer, Pauline Rebmann, Avesta Schiefer, Alanza Clarice Leigh Lovejoy Schmidt, Janek Sommerfeldt - vergeben die folgenden Preise:

Gläserner Bär für den Besten Film: Hölmö nuori sydän (Stupid Young Heart)
von Selma Vilhunen, Finnland / Niederlande / Schweden
Der Film greift Themen auf, die vor allem für unsere Altersklasse von großer Relevanz sind. Er ergründet Motivationen des aktuellen politischen Rechtsruckes und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. Durch die Kombination aus Humor, Ernsthaftigkeit und Emotionen erzählt dieser Film die Liebesgeschichte zweier Jugendlicher, die in ihrem Leben wenig Konstanten haben. Das radikale Erwachsenwerden der Protagonist*innen wird stets von der Auseinandersetzung mit Rassismus und der Suche nach Identität überschattet.

Lobende Erwähnung: We Are Little Zombies
von Makoto Nagahisa, Japan
In diesem Film widersetzen sich diverse Kameraperspektiven und Schnittfolgen den Erzählkonventionen. Surreale und reale Bilder überschneiden sich in diesem Kunstwerk. Mit dem Voranschreiten der Handlung erreichen die Figuren ein neues Level. Soundeffekte, Musik und visuelle Elemente unterstützen die videospielartige Struktur. Mit der Lobenden Erwähnung zeichnen wir einen Film mit einem außergewöhnlichen Wiedererkennungswert aus.

Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm: Tattoo
von Farhad Delaram, Iran
Unser Gewinnerfilm setzt sich mit Themen wie Unterdrückung, Sexismus, Machtverhältnissen, sexueller Belästigung und Vorurteilen auseinander. Durch eine kontrastreiche Farbgebung wird trotz der ruhigen Grundstimmung eine angespannte Atmosphäre aufgebaut, die beachtenswerte Nutzung des quadratischen Formates verstärkt die Bedrängung der Hauptdarstellerin. Wenn am Ende des Films alles dunkel wird, ist klar, dass die Protagonistin eine Entscheidung von Bedeutung zu treffen hat.

Lobende Erwähnung: Four Quartets
von Marco Alessi, Großbritannien
Der Einsatz pulsierender Farben und die mitreißende Musik führen uns in einen traumartigen Flow. Dieser wird durch die Verschränkung verschiedener Erlebnisse und Erinnerungen verstärkt. Mit wenigen Worten und expressiven Bewegungen des Protagonisten baut sich eine Identifikation auf. Dieser Kurzfilm lässt auf vielfältige Weise Liebe, Freundschaft und Identitätsfindung erfahren.

Die Gewinnerfilme der Internationalen Jury von Generation 14plus

Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation 14plus – Nanouk Leopold, Pascal Plante, Maria Solrun – vergeben die folgenden Preise:

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Film, im Wert von 7.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung:

Beol-sae (House of Hummingbird)
von Kim Bo-ra, Republik Korea
Kim Bo-ras Beol-sae (House of Hummingbird) ist ein Erstlingsfilm, der durch die Reife einer unbeirrbaren Künstlerin besticht. Dieser kraftvolle Film ist das wundervoll gestaltete Portrait eines jungen Mädchens, das seinen Platz in einer dysfunktionalen Familie zu finden versucht. Der präzise kinematografische Stil ist zugleich subtil zurückhaltend und überaus bewegend.

Lobende Erwähnung: Bulbul Can Sing
von Rima Das, Indien
Die indische Filmemacherin Rima Das hat als Autorin, Regisseurin, Produzentin, Cutterin und in vielen weiteren Funktionen (!) einen lyrischen, authentischen und berührenden Film geschaffen. Zusammen mit den jungen Charakteren erleben wir den überwältigenden Verlust von Unschuld in einer unterdrückten Gesellschaft.

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Kurzfilm, im Wert von 2.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung:

Liberty
von Faren Humes, USA
Ein kraftvoller Film, der mit seiner Bildlichkeit das Publikum in die Welt der Trauer, Hoffnung und Freundschaft von Mädchen in einer schwarzen Community in Miami lockt. Auf äußert schöne Art und Weise werden Szenen und Charaktere kreiert und ein beeindruckender Sinn für Rhythmus und Schnitt bewiesen.

Lobende Erwähnung: Sœurs Jarariju (The Jarariju Sisters)
von Jorge Cadena, Schweiz
Sœurs Jarariju (The Jarariju Sisters) ist ein panoramaartiges Filmerlebnis. Jorge Cadena führt uns auf feinsinnige Art und Weise in eine von Kohleminen zerstörte Landschaft, wo zwei jugendliche Mädchen im Begriff sind, alles hinter sich zu lassen, auf der Suche nach einem besseren Leben. Der Film nähert sich dem Thema mit Respekt und großem visuellem Tiefgang.


Presseabteilung
15. Februar 2019

Download Pressemitteilung, PDF (209 KB)