Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Hommage

La caduta degli dei

The Damned

Die Verdammten

## ## ## ## ## ##

In der Nacht des Reichstagsbrandes 1933 wird der Stahlfabrikant Joachim von Essenbeck in seiner Villa erschossen. Gezielt lenken seine mit den Nazis paktierenden Verwandten den Verdacht auf den eingeheirateten Liberalen Herbert Thalmann. Während er ins Ausland fliehen kann, muss seine Ehefrau Elisabeth miterleben, wie der tatsächliche Täter im Konzern Karriere macht. Mithilfe eines SS-Offiziers liquidiert Friedrich Bruckmann auch Essenbecks Sohn und Nachfolger, ist dann jedoch gezwungen, selber Platz zu machen für den pädophilen Enkel Essenbecks. Aber da ist Elisabeth schon im KZ … Nibelungen an der Ruhr: In Viscontis düsterer Familiensaga, die den moralischen Bankrott einer deutschen Industriedynastie opulent zelebriert, ist Charlotte Rampling als Elisabeth Thalmann die einzige Lichtgestalt. Schön, elegant, fragil und verletzlich, wird sie unter lauter Tätern zum hilflosen Opfer. La caduta degli dei ist ganz große Oper. Für Charlotte Rampling aber waren die Auftritte als Kontrahentin des von Dirk Bogarde gespielten Karrieristen Bruckmann vor allem ein Präludium – für jene Rolle in Il portiere di notte (Der Nachtportier), die für ihre Laufbahn entscheidend werden sollte.

von
Luchino Visconti

Italien / Bundesrepublik Deutschland 1969

Englisch

156’ · Farbe · 35 mm

Altersfreigabe FSK 12

Mit

Dirk Bogarde
Ingrid Thulin
Helmut Griem
Helmut Berger
Charlotte Rampling
Florinda Bolkan
Reinhard Kolldehoff
Umberto Orsini
Albrecht Schoenhals

Stab

Regie
Luchino Visconti
Buch
Nicola Badalucco, Enrico Medioli, Luchino Visconti
Kamera
Armando Nannuzzi, Pasqualino De Santis
Montage
Ruggero Mastroianni
Musik
Maurice Jarre
Ton
Vittorio Trentino
Szenenbild
Pasquale Romano
Ausstattung
Enzo Del Prato
Kostüm
Vera Marzot, Piero Tosi
Produzent*innen
Alfredo Levy, Ever Haggiag

Biografie

Luchino Visconti

Geboren 1906 in Mailand. 1942 drehte er seinen Debütfilm Ossessione. Daran anschließend inszenierte Visconti Filme, die den italienischen Neorealismus mitbegründeten. Ab den 1960er-Jahren widmete er sich in seinen Werken vor allem der Welt des Großbürgertums und Adels. Zu seinen Filmen zählen Literaturverfilmungen wie Il Gattopardo und die sogenannte ‚Deutsche Trilogie‘ (La caduta degli dei, Morte a Venezia, Ludwig). Außerdem inszenierte Visconti zahlreiche Theaterstücke und Opern. Er starb 1976.

Filmografie

1945 Giorni di gloria (Tage des Ruhms); 70 Min., Retrospektive 1990 1948 La Terra Trema (Die Erde bebt); 165 Min., Forum 1972, Retrospektive 1997 1951 Bellissima; 151 Min., Retrospektive 2006 1954 Senso (Sehnsucht); 117 Min., Retrospektive 1988 1957 Le notti bianche (White Nights / Weiße Nächte); 102 Min., Retrospektive 2006 1960 Rocco e i suoi fratelli (Rocco and His Brothers / Rocco und seine Brüder); 177 Min. 1963 Il Gattopardo (The Leopard / Der Leopard); 184 Min. 1965 Vaghe stelle dell' Orsa... (Sandra); 100 Min., Retrospektive 2005 1969 La caduta degli dei (The Damned / Die Verdammten); 156 Min., Hommage 2019 1971 Morte a Venezia (Death in Venice / Tod in Venedig); 130 Min. 1973 Ludwig (Ludwig II.); 238 Min. 1974 Gruppo di famiglia in un interno (Conversation Piece / Gewalt und Leidenschaft); 117 Min. 1976 L’Innocente (The Innocent / Die Unschuld); 129 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2020