Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Panorama 40

Les nuits fauves

Savage Nights

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Jean, ein 30-jähriger Kameramann, kehrt von Dreharbeiten in Marokko nach Paris zurück, und stürzt sich in sein altes exzessives Leben, seiner HIV-Infektion zum Trotz. Er jagt mit seinem Sportwagen durch die Nacht, sucht schnellen Sex mit Männern am Seine-Ufer, liebt Laura und ist zugleich mit Samy zusammen. Immer rasanter folgt er seinem ausschweifenden Verlangen, von dem sich Laura und Samy in schlaflosen Nächten mitreißen lassen. Fieberhaft verausgaben sich alle drei in dieser von Sehnsucht und Lebenswut elektrisierten emotionalen Achterbahnfahrt und werden zu Grenzgängern zwischen Leidenschaft und Zerstörungslust. Dabei eröffnet Lauras bedingungslose Hingabe Jean eine neue Wirklichkeit: Er beginnt die anderen und schließlich auch sich selbst neu wahrzunehmen und ins Herz zu schließen.
Cyril Collards auf der Grundlage seines gleichnamigen Romans realisiertes Debüt überrascht und fesselt mit unzähligen Einfällen, ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und einer Sprunghaftigkeit, die jegliche dramaturgische Ordnung aushebelt. Er komponierte dafür nicht nur die Musik selbst, sondern übernahm auch die Hauptrolle. Collard gehörte zu den ersten Künstlern in Frankreich, die öffentlich erklärten, HIV-positiv zu ein. Mit nur 35 Jahren starb er an der Immunschwäche, drei Tage bevor sein Werk unter Jurypräsident Marcello Mastroianni mit vier Césars ausgezeichnet wurde.

von
Cyril Collard

Frankreich / Italien 1992

Französisch

126’ · Farbe · 35 mm

Mit

Cyril Collard (Jean)
Romane Bohringer (Laura)
Carlos López (Samy)
Corine Blue (Lauras Mutter)
Claude Winter (Jeans Mutter)
René-Marc Bini (Marc)
Maria Schneider (Noria)
Clémentine Célarié (Marianne)
Laura Favali (Karine)
Denis D'Archangelo (Sänger)
Jean-Jacques Jauffret (Pierre Ollivier)
Aissa Jabri (Kader)
Francisco Gimenez (Paco)
Marine Delterme (Sylvie)
Yannick Tolila (Krankenschwester)
Olivier Pajot (Lempereur)
Diego Porres (Jaime)
Stephan Lakatos (Jipe)
Christophe Chantre (Martial)
Michel Voletti (Mr André)
Régine Arniaud (Véro)

Stab

Regie
Cyril Collard
Buch
Cyril Jacques, Jacques Fieschi, nach dem gleichnamigen Roman von Cyril Collard
Kamera
Manuel Teran
Montage
Lise Beaulieu
Musik
René-Marc Bini, Cyril Collard, Corine Blue
Ton
Michel Brethez, Dominique Hennequin
Ausstattung
Jacky Macchi, Katja Kosenina
Kostüm
Régine Arniaud
Maske
Hertz Nativ
Regieassistenz
Jean-Jacques Jauffret, Corine Blue
Production Managers
Olivier Ramon, Agnès Berthola
Ausführender Produzent
Jean-Frédéric Samie
Produzent
Nella Banfi
Co-Produktion
Orango Film, Rom
La Sept, Paris

Biografie

Cyril Collard

Geboren 1957 in Paris. Gab sein naturwissenschaftliches Studium auf, um Anfang der 1980er-Jahre als Regieassistent von Maurice Pialat zu arbeiten. 1986 erfuhr er von seiner HIV-Infektion. 1989 veröffentlichte er seinen zweiten, autobiografisch geprägten Roman „Les nuites fauves“ über das Leben mit der Krankheit, den er 1992 verfilmte. Dabei schrieb er nicht nur das Drehbuch und die Musik und führte Regie, sondern spielte auch die Hauptrolle. Der Film wurde 1993 mit vier Césars ausgezeichnet, was Collard nicht mehr erlebte, da er drei Tage vor der Preisverleihung starb.

Filmografie

1982 Grand huit; Kurzfilm 1986 Alger la blanche; Kurzfilm 1988 Les raboteurs 1992 Les nuits fauves (Savage Nights); Panorama

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2019

Produktion

Banfilm