Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Berlinale Shorts

Omarska

 
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Bosnienkrieg 1992. Im Norden von Bosnien und Herzegowina befindet sich das Gefangenenlager Omarska, das nach serbischen Angaben ein Sammel- und Untersuchungslager war. Dort wurden im Zeitraum von Mai bis August 1992 Tausende von Menschen interniert, gefoltert, vergewaltigt und ermordet. Heute ist an diesem Ort eine Fabrik der ArcelorMittal Company angesiedelt. Bislang gibt es keine Möglichkeit, der dort Ermordeten zu gedenken.
Der Film basiert auf den quälenden Erinnerungen der bis zum Ausbruch des Krieges als Richterin tätigen Nusreta Sivac. Sie kam in das Konzentrationslager Omarska und musste in der Küche arbeiten. Von dort konnte sie die Gräueltaten beobachten und wurde selbst Opfer der Gewalt. Omarska versucht mittels Archivmaterial, Videos und Aussagen von Überlebenden in einer 3D-Animation eine virtuelle Gedenkstätte zu konstruieren. Sobald die letzten Zeitzeug*innen gestorben sind, werden Text- und Bilddokumente eine zentrale Rolle in der historischen Aufarbeitung der Ereignisse spielen. Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Filmemacher*innen und Schriftsteller*innen werden zu Interpreten der Vergangenheit und müssen die Überlebenden ersetzen, die Historiker*innen ihrer eigenen Erfahrung waren.

von
Varun Sasindran

Frankreich 2018

Bosnisch, Englisch

Dokumentarische Form
19’ · Farbe · 2K DCP

Weltpremiere

Mit

Nusreta Sivac
Edin Ramulić
Midhat Fazlić
Emin Delić (Übersetzer)

Stab

Regie
Varun Sasindran
Kamera
Varun Sasindran
Montage
Sajra Subasic
3D-Animation
Oh Eun Lee
Sound Design
Yannick Delmaire

Biografie

Varun Sasindran

Geboren 1987 in Kerala, Indien. Er studierte Elektro- und Kommunikationstechnik und arbeitete vier Jahre lang als Softwareentwickler, bevor er 2012, inspiriert von seinen Besuchen internationaler Filmfestivals, beschloss, seinen Job zu kündigen und sich dem Film zuzuwenden. Er studierte Visuelle Medien an der Calicut University in Kerala und absolvierte den Masterstudiengang an der Sarajevo Film Academy. Über den Regisseur Alain Fleischer, der dort einen Workshop leitete, wurde er auf das französische Institut Le Fresnoy – Studio National des Arts Contemporains aufmerksam, das er anschließend besuchte.

Filmografie (Kurzfilme)

2017 La Chambre (The Room) 2018 Omarska

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2019

Produktion

Le Fresnoy – Studio National des Arts Contemporains
www.le-fresnoy.tm.fr

Weltvertrieb

Le Fresnoy – Studio National des Arts Contemporains
www.le-fresnoy.tm.fr