Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Panorama 40

Mysterion

## ## ## ## ##

Etwa 160 orthodoxe Nonnen mehrheitlich russischer Abstammung leben 1991 in im jahrhundertealten Kloster von Pyhtitsa im Nordosten Estlands. Mysterion zeichnet ihren von Feldarbeit, Schafschur und Liturgien geprägten Alltag nach. Hingebungsvoll schneiden die Frauen Eisblöcke aus einem gefrorenen See und verehren im Gebet Erde, Luft und eine Heilquelle, die vor Krankheiten und Seuchen zu schützen verspricht. In unmittelbarer Nähe der Quelle breitet sich das ausgemergelte Brachland der Kohtlajärve-Bergwerke aus, eine abgestorbene Landschaft mit Schlackebergen und vergiftetem Wasser. In der Ferne liegt die Uranmine von Sillamäki. Während die Nonnen in Fasten, Entsagen, Gehorsam und Chorgesang nach Harmonie und Geborgenheit streben, unterwirft der weltliche Mensch die umliegende Natur seinem Willen.
In von Sprachlosigkeit erfüllten Bildern erschließt Pirjo Honkasalo gegensätzliche Welten extremer Erfahrungen. Ihre Kameraarbeit ist von einer Intensität, die eine tiefe Nähe zu ihren Protagonistinnen und deren Verbindung mit ihrem Glauben und der Natur herstellt. Beharrlich forscht sie nach der Motivation junger, im Kommunismus aufgewachsener Frauen, ihren Lebensweg in einer klösterlichen Gemeinschaft fortzuführen.

von
Pirjo Honkasalo

Finnland 1991

Russisch

Dokumentarische Form
95’ · Farbe · 4K DCP

Stab

Regie
Pirjo Honkasalo
Co-Regie
Eira Mollberg
Buch
Pirjo Honkasalo, Eira Mollberg
Kamera
Pirjo Honkasalo
Montage
Pirjo Honkasalo
Musik
Eero Ojanen, Chor des Pyhtitsa-Klosters
Ton
Jussi Väntänen, Martti Turunen
Producer
Elina Katainen

Biografie

Pirjo Honkasalo

Geboren 1947 in Finnland. Die Filmregisseurin, die auch als Kamerafrau und Drehbuchautorin erfolgreich ist, wandte sich in den 1990er-Jahren verstärkt dem Dokumentarfilm zu. Es entstand die „Trilogy of the Sacred and the Satanic“, deren erster Teil Mysterion ist. Neben ihren Dokumentationen drehte Honkasalo weiterhin Spielfilme, die auf Festivals gezeigt und ausgezeichnet wurden. Concrete Night gewann 2014 sechs Jussi Awards. Ihrem Werk wurden weltweit über 30 Retrospektiven gewidmet, sie war Mitglied internationaler Jurys und gibt Masterclasses.

Filmografie (Auswahl)

1980 Tulipää (Flame Top) 1983 250 grammaa (250 Grams); Panorama 1985 Da Capo 1991 Mysterion; Panorama 1993 Tanjuska ja 7 perkelettä
 (Tanjuska and the 7 Devils); Forum 1996 Atman 1998 Tulennielijä (Fire-Eater) 2004 Melancholian 3 huonetta (The 3 Rooms of Melancholia) 2009 ITO – Seitti – Kilvoittelijan päiväkirja (ITO - Diary of an Urban Priest) 2013 Betoniyö (Concrete Night)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2019

Produktion

Epidem

Weltvertrieb

Baabeli Ky