Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Die bleierne Zeit

The German Sisters

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Marianne und Juliane sind Pastorentöchter. Die jüngere der beiden, Marianne, hat sich dem „bewaffneten Kampf“ in der Bundesrepublik verschrieben und ist in den politischen Untergrund abgetaucht. Juliane ist Redakteurin einer feministischen Frauenzeitschrift; den Radikalismus ihrer Schwester verurteilt sie. Als Marianne verhaftet wird, besucht Juliane sie wiederholt im Gefängnis. Ihre Gespräche berühren auch die gemeinsame Kindheit: die strenge Erziehung des Vaters, die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs, den Schrecken der NS-Verbrechen und frühe Formen jugendlicher Rebellion. Als man Marianne tot in ihrer Zelle findet, will Juliane nicht an Selbstmord glauben … „Die deutschen Schwestern“ lautete der Arbeitstitel des Films, in dem Margarethe von Trotta vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund der RAF eine Familientragödie aus dezidiert weiblicher Sicht entfaltet und den Terrorismus in Beziehung zu den repressiven, „bleiernen“ 50er-Jahren setzt. Dabei orientierte sie sich am Schicksal von Gudrun und Christiane Ensslin und widmete letzterer den Film. Für Die bleierne Zeit wurde die Regisseurin bei den Filmfestspielen in Venedig als erste Frau mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

von
Margarethe von Trotta

Bundesrepublik Deutschland 1981

Deutsch

107’ · Farbe · 4K DCP

Digital restaurierte Fassung 2018

Altersfreigabe FSK 16

Mit

Jutta Lampe
Barbara Sukowa
Rüdiger Vogler
Doris Schade
Verena Rudolph
Luc Bondy
Franz Rudnick
Julia Biedermann
Ina Robinski
Carola Hembus
Margit Czenki

Stab

Regie, Buch
Margarethe von Trotta
Kamera
Franz Rath
Montage
Dagmar Hirtz
Musik
Nicolas Economou
Ton
Vladimir Vizner
Ausstattung
Georg von Kieseritzky
Kostüm
Monika Hasse, Jorge Jara
Produzent
Eberhard Junkersdorf
Redaktion
Christa Vogel, Jürgen Sehmisch

Biografie

Margarethe von Trotta

Geboren 1942 in Berlin. Studium der Germanistik und Romanistik in München und Paris. Schauspielschule in München. Neben Theaterengagements Rollen unter anderem in Filmen von Fassbinder, Achternbusch und Volker Schlöndorff, ihrem späteren Ehemann, mit dem sie auch als Autorin und Co-Regisseurin zusammenarbeitete. Mit Das Zweite Erwachen der Christa Klages gab sie 1977 ihr Regiedebüt. Als prägende Figur des gegenwärtigen deutschen Films hat Margarethe von Trotta zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Sie ist Mitglied der Europäischen Filmakademie und lebt in Paris.

Filmografie (Auswahl, als Regisseurin)

1975 Die verlorene Ehre der Katharina Blum; Co-Regie; Regie: Volker Schlöndorff 1978 Das zweite Erwachen der Christa Klages 1979 Schwestern oder Die Balance des Glücks 1981 Die bleierne Zeit 1983 Heller Wahn 1985 Rosa Luxemburg 1987 Felix 1988 Paura e amore (Fürchten und Lieben) 1990 L'africana (Die Rückkehr) 1993 Il lungo silenzio (Zeit des Zorns) 1994 Das Versprechen 1997 Winterkind; TV-Film · Lulu 1998 Dunkle Tage; TV-Film · Mit fünzig küssen Männer anders; TV-Film 1999 Jahrestage; TV-Miniserie 2003 Rosenstraße · Die andere Frau; TV-Film 2005 Ich bin die Andere 2006 Tatort; TV-Serie, Episode Unter uns 2007 Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen 2009 Die Schwester; TV-Film 2010 Mai per amore; TV-Miniserie, Episode La fuga di Teresa 2013 Hannah Ahrendt 2014 Die abhandene Welt

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2019

DCP: Studiocanal, Berlin