Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2018

Preise und Ehrungen

23.02.2018:
Berlinale 2018: Gläserne Bären und Preise der Bundeszentrale für politische Bildung bei Generation 14plus

Die Mitglieder der Jugendjury Generation 14plus – Jascha Katjana Richer, Lilly Rinklebe, Zoe Rentmeister, Rosa Nietzsche, Robert Schlücker, Joseph Askar Schönfelder, Jonathan Auer - vergeben die folgenden Preise:

Gläserner Bär für den Besten Film:

Fortuna
Von Germinal Roaux, Schweiz / Belgien
In starken Bildern erzählt unser Gewinnerfilm eine aktuelle und zugleich zeitlose Geschichte. Mit der bestechenden Klarheit der fotografischen Aufnahmen gibt uns der Film einen detailreichen Einblick in viele Themen des Menschseins in einer ausgrenzenden Welt, ohne dabei den Blick auf das Große und Ganze zu verlieren. Durch die feinfühlige Darstellung der Hauptcharaktere werden wir mit Abhängigkeit, Nächstenliebe und gesellschaftlichen Strukturen konfrontiert.

Lobende Erwähnung:

Retablo
Von Álvaro Delgado-Aparicio L., Peru / Deutschland / Norwegen
Der Film, den wir mit der Lobenden Erwähnung für den Langfilm küren, führt uns in eine für uns fremde Welt. Wir dürfen einen jungen Menschen beim Herausfinden, wer er sein möchte und wie er mit den Geschehnissen in seinem Leben umgehen will, begleiten. Stilmittel wie abwechslungsreiche Perspektiven der Kamera und Überraschungsmomente in Bild und Geschichte überzeugen uns von dem Film, der auf sanfte Art ein wichtiges Thema behandelt. Die Sensibilität des Protagonisten auf dem Weg zum Mannwerden in einer gewaltvollen Welt berührt uns sehr.

Gläserner Bär für den Besten Kurzfilm:

Kiem Holijanda
Von Sarah Veltmeyer, Niederlande
Der Gläserne Bär für den Besten Kurzfilm geht an einen Film, der beeindruckte, indem er den Fokus auf eine innige Beziehung setzte. Wir sind dankbar, einen Einblick in die Lebenswelt zweier authentischer Charaktere bekommen zu haben. Der Film überzeugte mit der Fähigkeit, subtil Emotionen zu vermitteln und Einblick in die gesellschaftliche Situation einer in Vergessenheit geratenen Region zu gewähren.

Lobende Erwähnung:

Je fais où tu me dis (Dressed for Pleasure)
Von Marie de Maricourt, Schweiz
Der Film fasziniert mit einer klaren und choreografisch anmutenden Komposition. Statische Kameraeinstellungen bilden die äußere Isoliertheit der Protagonistin ab, während ihr Innenleben durch detailverliebte dynamische Bilder dargestellt wird. Das Thema der Selbstbestimmung und Verwirklichung der eigenen sexuellen Identität hat uns berührt und zur Diskussion angeregt.

Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation 14plus – Felipe Bragança, Verena von Stackelberg, Mark Rogers – vergeben die folgenden Preise:

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Film, im Wert von 7.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung:

Fortuna
Von Germinal Roaux, Schweiz / Belgien
Ein vollkommenes Gleichgewicht der Elemente, in dem die aufrichtige Performance der Schauspieler*innen und die sublime Kameraarbeit in Schwarz und Weiß eine bezwingende Welt schaffen, die zugleich zeitgenössisch und zeitlos ist. Dieser Film überwindet religiöse und politische Dogmen und schafft eine wundervoll realisierte Erzählung von Reinheit und vom Überleben – gesehen durch die Augen eines willensstarken, äthiopischen Mädchens.

Lobende Erwähnung:

Dressage
Von Pooya Badkoobeh, Iran
Dieser Film begeisterte uns mit seinem intelligenten Storytelling ebenso wie mit der komplexen und unvorhersehbaren Entwicklung der Charaktere. Kompromisslos verweigert sich die Protagonistin dem Teufelskreis der Korruption, der Lügen, der Heuchelei der Mittelschicht und der falschen Moral.

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Besten Kurzfilm, im Wert von 2.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für politische Bildung:

Juck
Von Olivia Kastebring, Julia Gumpert, Ulrika Bandeira, Schweden
Dieser Film sprang von der Leinwand und eroberte sich das Publikum mit den Worten: „Ich bin jetzt an diesem Platz und er gehört mir.“ Ein kraftvoller, explosiver, freudiger Film dieser Zeit, der uns zeigt, dass Weiblichkeit von einem Individuum nach ihren Vorstellungen beansprucht werden kann. Durch unbändige Performance im öffentlichen Raum kreieren diese Frauen eine neue Sprache der Weiblichkeit.

Lobende Erwähnung:

Na zdrowie! (Bless You!)
Von Paulina Ziolkowska, Polen
Ein sehr gelungenes, poetisches, lyrisches und eindringliches Kunstwerk. Körper, die im Meer der Menschlichkeit miteinander verschwimmen, zeigen, dass Individualität nicht unter unserer Kontrolle ist – ein Nieser kann zum Körperräuber werden.



Presseabteilung
23. Februar 2018

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