Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

NATIVe - Indigenous Cinema

Fata Morgana

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In einem kaleidoskopischen Mix aus dokumentarischen Bildern und Animationen werfen die erfahrenen Filmemacher Anastasia Lapsui und Markku Lehmuskallio einen Blick auf die jüngere Geschichte der Tschuktschen, ihre Kolonialisierung und die heutigen Überlebenskämpfe. Eine Tschuktschin bringt in einer postkommunistischen Satellitenstadt anderen Tschuktschen ihre fast schon verlorene Muttersprache bei. Versiert in der Geschichte und Mythologie ihres Volkes, erzählt sie die Legende von Kymyrultyne. Diese verwebt sie mit der eigenen Realität und nimmt dabei eine unmissverständlich weibliche Perspektive ein. Im Grau der Großstadt fordert die gespenstische Präsenz des verlorenen Erbes – Kymyrultynes Idealismus zum Trotz – einen hohen Tribut. Ohne zu verurteilen und doch mit großer Empathie, teils auch mit Ironie, erzählt die nenzische Regisseurin von der Gewalt der russischen Kolonisatoren gegen die tschuktschische Bevölkerung und ihr Land. Der zeitgenössische Soundtrack unterstreicht in diesem experimentellen, postmodernen Film den enormen Reichtum an Geschichten der arktischen Kultur.

von
Anastasia Lapsui
Markku Lehmuskallio

Finnland 2005

Tschuktschisch, Russisch, Finnisch

59’

Mit

Ida Vladimirovna Kulikova
Victoria Kerginvat
Ylena Tynano
Xenya Nutave

Stab

Regie
Anastasia Lapsui, Markku Lehmuskallio
Kamera
Johannes Lehmuskallio
Musik
Tuomas Laurinen
Montage
Anastasia Lapsui, Markku Lehmuskallio

Biografie

Anastasia Lapsui

Geboren 1944 auf der Jamal-Halbinsel. Die Regisseurin arbeitet seit den Neunzigerjahren mit Markku Lehmuskallio zusammen. Ursprünglich im Bereich Dokumentarfilm tätig, widmen sie sich inzwischen der filmischen Dramatisierung von Sagen und Legenden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Volk der Nenzen, wobei auch Lapsuis persönliche Erfahrungen in die Filme einfließen. Mit ihren Filmen Seven Songs from the Tundra und A Bride of the Seventh Heaven waren sie bereits im Forum und bei NATIVe zu Gast.

Filmografie

2000 Seitsemän laulua tundralta (Seven Songs from the Tundra) 2002 Elämän äidit (Mothers of Life) 2003 Jumalan morsian (A Bride of the Seventh Heaven) 2005 Fata Morgana 2010 Sukunsa viimeinen (Pudana – Last of the Line)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018

Markku Lehmuskallio

Geboren 1938 in Finnland. 1980 lief sein Film Korpinpolska im Wettbewerb der Berlinale, 1983 präsentierte er Skierri – Land of the Dwarf Birk im Panorama. Seit den Neunzigerjahren arbeitet er kontinuierlich mit Anastasia Lapsui zusammen. Nach mehreren Einladungen ins Forum zeigten sie mit Pudana – Last of the Line 2010 erstmalig einen Film in der Sektion Generation.

Filmografie

2000 Seitsemän laulua tundralta (Seven Songs from the Tundra) 2002 Elämän äidit (Mothers of Life) 2003 Jumalan morsian (A Bride of the Seventh Heaven) 2005 Fata Morgana 2010 Sukunsa viimeinen (Pudana – Last of the Line)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018

Produktion

Giron Filmi Oy