Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Kulinarisches Kino

Lorello e Brunello

In der Geschichte der Zwillinge Brunello und Lorello Biondi aus Pianetti di Sovana in der südlichen Toskana geht es um Zeit. Jeden Tag und jede Stunde kümmern sie sich um das Anwesen, auf dem sie geboren wurden – ihr ganzes Leben wird davon in Anspruch genommen, eine Sisyphusarbeit, zu der sie verdammt zu sein scheinen. Trotz all der Mühen droht ihnen das Aus: Hilflos stehen sie den sinkenden Weltmarktpreisen gegenüber. Es kommt den Brüdern vor, als müssten sie gegen einen unsichtbaren Feind kämpfen, der sie und ihre verarmten Nachbarn belagert, während die großen Weinhersteller wachsen und gedeihen. Die Nachbarn spielen ebenfalls eine Rolle in dieser modernen Fabel: Ultimina, die sie schon ihr ganzes Leben lang begleitet; Giuliano, der seine Schweine nicht versorgen kann und dessen Mutter Wilma, die gern gegen das ganze Übel aufbegehren würde. Jeden Samstag besucht Mirella, Brunellos rumänische Freundin, die in der nahen Stadt arbeitet, die Brüder. Sie kommt zum Kochen und Putzen vorbei, kann aber nicht über Nacht bleiben. Der in vier Kapiteln erzählte Film folgt den Jahreszeiten: Nachts fallen Wölfe die Schafe an; die Arbeit im Morgengrauen; Staub, Zäune, Tiere – Tode und Geburten.

von
Jacopo Quadri

Italien 2017

Italienisch

Dokumentarische Form
86 Min · Farbe

Mit

Brunello Biondi
Lorello Biondi
Ultimina Capecchi Biondi
Mirella Plugaru
Wilma Funghi Biondi
Giuliano Biondi
Raniero Marroni
Domenico Serra
Addis Pampanini

Stab

Regie, Buch
Jacopo Quadri
Kamera
Greta De Lazzaris
Kameraassistenz
Nicolò Tettamanti
Schnitt
Jacopo Quadri
Musik
Valerio Vigliar
Sound Design
Daniela Bassani, Stefano Grosso
Ton
Antonio Barba, Max Gobiet
Production Manager
Irene Abrescia
Produzenten
Gregorio Paonessa, Marta Donzelli, Jacopo Quadri

Biografie

Jacopo Quadri

Geboren 1964 in Mailand. Der Regisseur, Editor und Produzent übernahm die Montage sämtlicher Filme von Gianfranco Rosi und Mario Martone. Zudem arbeitete er mit Regisseuren wie Bernardo Bertolucci, Zhang Yuan oder Mohammed Soudani zusammen. Als Regisseur realisierte er zunächst diverse Filme mit Archiv- oder Found-Footage-Material. In seinem ersten Dokumentarfilm La scuola d’estate porträtierte er den gefeierten Theaterregisseur Luca Ronconi, in Il paese dove gli alberi volano den Regisseur Eugenio Barba und seine Theatergruppe Odin Teatret. Lorello e Brunello wurde 2017 auf dem Filmfestival von Turin mit dem Cipputi Award ausgezeichnet.

Filmografie

1997 Saharawi, voci distanti dal mare 1998 La terra trema 1999 Statici 2000 Un posto al mondo · Marisa 2014 La scuola d‘estate 2015 Il paese dove gli alberi volano 2017 Lorello e Brunello

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018

Produktion

Ubulibri