Blau

Der Ozean. Die unendliche Weite. Eine Walkuh und ihr Kalb. Ein alter Volksglaube besagt, dass ein Wal sein ganzes Leben lang träumt. In Blau verweben sich Leben und Mythos des großen Meeressäugers zu einer fantastischen realistischen Geschichte. Die Walkuh begibt sich mit ihrem Kalb auf die Reise. Auf dieser Reise stirbt die Mutter. Das Kind erlebt dieses Morden neben ihr und bleibt fortan alleine. Es erforscht sein Umfeld. Das U-Boot ersetzt keine Mutter. Außerdem explodiert es, kurz nachdem das Kalb seine Schnauze an den Stahl geschmiegt hat. Die Menschen haben sich mit ihrer Technologie hineingedrängt in den Lebensort der anderen. Das Kalb bewegt sich durch die Objekte, die sichtbar unorganisch fehl am Platz sind. Wer träumt was. Das weiße Quadrat unter Wasser, die Spitze der Eisberge darüber. Das Kalb beginnt zu fliegen und ist doch der Menschenhand erlegen.
In aller Abstraktion erzählt Jansen von einer sehr konkreten Realität. Sein Einstieg in die Welt der anderen erlaubt dem Zuschauer mit Ruhe imaginierten Emotionen zu folgen, die nicht so fern der Wirklichkeit sind. Jansen eröffnet Assoziationsräume.
Maike Mia Höhne
von David Jansen Deutschland 2017 Ohne Dialog 15’ Farbe Weltpremiere

Stab

Regie, Buch David Jansen
Animation Sophie Biesenbach, David Jansen
Montage David Jansen
Sound Design Marcus Zilz

David Jansen

Geboren 1981 im oberbergischen Wipperfürth. Nach dem Ende seiner Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Von 2006 bis 2013 studierte er im grundständigen Studiengang Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Er lebt als freischaffender Animationsfilmemacher mit seiner Familie in Köln. Mit Däwit war er 2015 schon einmal Gast bei den Berlinale Shorts.

Filmografie (Kurzfilme)

2008 Äthergeschichten (Airwave Stories) 2009 Beelzebubs Tagtraum (Beelzebub) 2010 I don’t care · The Duck 2011 9,6% 2012 Das Tier das lügen kann (The Animal That Can Lie) 2015 Däwit (Daewit); Berlinale Shorts 2018 Blau

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018