Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Berlinale Shorts Sonderprogramm

Antigone

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Ein klassischer Stoff wird auf seine reinen Handlungsmomente reduziert, ein Drama in neun Minuten: Im Krieg gegen Kreon kämpft ein Bruder Antigones für den König, einer gegen ihn, beide sterben. Einer erhält ein Begräbnis, den anderen lässt man liegen. Antigone widersetzt sich dem König und will den Bruder bestatten, zur Strafe wird sie eingemauert. Ihr Verlobter Haimon stürzt sich daraufhin in den Tod, seine Mutter Eurydike erhängt sich in ihrer Verzweiflung. Wie der Seher es voraussagt, erwächst Kreon aus alldem kein Glück, auch er wird umgebracht. Am Ende gibt es sechs Tote, obwohl der Krieg vorbei ist. Die Filmemacherin Ula Stöckl: „Antigone ist eine Figur, die mich gelehrt hat, dass es immer einen Moment im Leben eines jeden Menschen gibt, wo er für sich ganz alleine entscheiden muss: Bis hierher und nicht weiter und jetzt muss ich ‚Nein‘ sagen, und wenn es das Leben kostet. Und mit unserer deutschen Geschichte war das für mich natürlich immer so eine Frage, woher hat diese Figur die innere Sicherheit genommen, wie wusste sie das, woher hatte sie den Mut, hätte ich, Ula, den Mut auch gehabt?“
Maike Mia Höhne

von
Ula Stöckl

Bundesrepublik Deutschland 1964

Deutsch, deutsche Zwischentitel

9 Min · Schwarz-Weiß · 35 mm

DCP: Günther Hörmann, Institut für Filmgestaltung Ulm e.V., Ulm

Mit

Heide Sparmann (Antigone)
Surja Balodis (Theiresias)
Robert Roeschke (Kreon)
Rainer von Dietz (Haimon)

Stab

Regie, Buch
Ula Stöckl

Biografie

Ula Stöckl

Geboren 1938 in Ulm. Sprachstudium in London und Paris sowie Studium am Institut für Filmgestaltung in Ulm. Neben ihren Regiearbeiten für Kino und TV inszenierte sie auch am Theater. Ula Stöckl ist Associate Professor an der University of Central Florida (UCF), Orlando.

Filmografie (Auswahl)

1968 Neun Leben hat die Katze; 86 Min., Retrospektive 1977, Classics 2015 1972 Das goldene Ding; 90 Min., Forum 1972, Co-Regie: Alf Brustellin, Nikos Perakis, Edgar Reitz 1974 Ein ganz perfektes Ehepaar; 90 Min., Berlinale 1977 1976 Erikas Leidenschaften; 64 Min., Forum 1977 1984 Der Schlaf der Vernunft; 82 Min., Forum 1984 · Jakobs Tauben; Forum 1984, 45 Min. 1991 Das alte Lied; 82 Min., Forum 1992 2015 Die Widerständigen „also machen wir das weiter ...“; 87 Min., Panorama 2015, Co-Regie: Katrin Seybold

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2018

Produktion

Hochschule für Gestaltung