Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Kameradschaft / La tragédie de la mine

Comradeship

Ein Kohlerevier dies- und jenseits der deutsch-französischen Grenze. Auch ein Dutzend Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs sind auf beiden Seiten nationale Ressentiments zu spüren. Als jedoch in der französischen Grube Gas austritt und eine Feuerwalze in Gang setzt, eilen die deutschen Kumpel den eingeschlossenen Bergarbeitern ohne Zögern zu Hilfe und lassen sich selbst von den Grenzposten nicht aufhalten. Zur gleichen Zeit arbeiten sich drei Bergleute auch unter Tage in den französischen Stollen vor. Hier markiert ein Eisengitter den Grenzverlauf. Doch der Entschlossenheit der Helfer hält es nicht stand … In dokumentarisch wirkenden Bildern und konsequent zweisprachigen Dialogen formuliert Kameradschaft einen flammenden Appell zur Völkerversöhnung. Wegen des pazifistischen Tenors des Films und seiner sozialistischen Parolen als »roter Pabst« gebrandmarkt, zeichnet der Regisseur die politische Zukunft hier eher skeptisch: Während die Arbeiter im Rausch der internationalen Solidarität von Vergesellschaftung träumen (»Die Kohle gehört allen!«), stellen die Staatsorgane den bisherigen Zustand gegenseitiger Abgrenzung einvernehmlich wieder her: »Ordnung muss sein!«

von
Georg Wilhelm Pabst

Deutschland / Frankreich 1931

Deutsch, Französisch

90 Min · Schwarz-Weiß · 2K DCP

Digital restaurierte Fassung 2015

Altersfreigabe FSK 12

Mit

Alexander Granach
Fritz Kampers
Daniel Mendaille
Ernst Busch
Elisabeth Wendt
Gustav Püttjer
Oskar Höcker
Hélèna Manson
Andrée Ducret
Alex Bernard

Stab

Regie
Georg Wilhelm Pabst
Buch
Ladislaus Vajda, Karl Otten, Peter Martin Lampel, nach einer Idee von Karl Otten
Kamera
Fritz Arno Wagner, Robert Baberske
Schnitt
Hans Oser
Musik
G. von Rigelius
Ton
Adolf Jansen
Bau-Ausführung
Ernö Metzner, Karl Vollbrecht
Maske
Paul Dannenberg
Produzent
Seymour Nebenzahl

Produktion

Nero-Film GmbH

Gaumont-Franco-Film Aubert

DCP: Deutsche Kinemathek, Berlin