Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Der Favorit der Königin

The Queen's Favourite

London um 1590. Als eine Seuche immer mehr Todesopfer fordert, setzt sich der Arzt Pembroke über das strenge Verbot, Leichen zu sezieren, hinweg. Lord Surrey, der Liebhaber der Königin, der auch Pembrokes Tochter Evelyne begehrt, lässt daraufhin den Arzt hinrichten und seinen Assistenten Leyde, den Evelyne von Herzen liebt, zu langer Haft verurteilen. Die eifersüchtige Königin aber durchkreuzt Surreys Pläne: Sie bestimmt die junge Hofdame dem Herzog von Warwick zur Frau und begnadigt Leyde. Schließlich lässt Surrey Evelyne entführen. Doch ihm ausgeliefert, fällt sie in Todesstarre. Als Leyde sie sezieren will, macht er eine Entdeckung … Im selben Münchner Atelier und im gleichen Geist entstanden wie Nathan der Weise (Manfred Noa, 1922), war auch Der Favorit der Königin aufklärerischen Ideen verpflichtet. »Die Wissenschaft von ihren Fesseln, das Volk von einer Geißel zu befreien« ist in dem spannenden Historiendrama das erklärte Ziel der Ärzte. Provokant musste 1922 nicht nur im katholischen Bayern das demokratische Ideal erscheinen, das der Obrigkeit und dem Klerus beim Sturm auf den Tower entgegenschallt: »Die Stimme des Volkes ist Gottes Stimme.«

von
Franz Seitz sen.

Deutschland 1922

deutsche Zwischentitel

109 Min · Viragiert · 35 mm

Mit

Hanna Ralph
Albert Patry
Wilhelm Kaiser-Heyl
Maria Minzenti
Erich Kaiser-Titz
Oskar Marion
Alf Blütecher
Carl Goetz
Otto Kronburger
Ferdinand Martini

Stab

Regie
Franz Seitz sen.
Buch
Alfred Schirokauer, nach dem Theaterstück „Das zweite Leben“ (1910) von Georg Hirschfeld
Kamera
Franz Planer, Karl Attenberger
Bau-Ausführung
Willy Reiber
Kostüm
Ludwig Kirschner

Produktion

Münchner Lichtspielkunst AG (Emelka)

Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin