Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

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Bawabet Yafa

Jaffa Gate

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„Sonntag, 18. Dezember 1917: Mit großem militärischem Zeremoniell zieht Feldmarschall Allenby in Jerusalem ein und markiert damit den offiziellen Sieg und die Eroberung der Stadt... Ich erinnere mich immer noch an diesen großen Tag als er durch das Jaffator kam.“ Wasif Jawhariyyeh
Die Multimedia-Installation Bawabet Yafa befragt die Konzepte Erbe und Gedächtnis im palästinensischen Kontext am Beispiel des Jaffators. Mithilfe früher palästinensischer Fotografie und der gelebten Erinnerung Wasif Jawhariyyehs erzählt sie eine alternative Geschichte der Beziehung zwischen materieller Vergangenheit und kollektiven Vorstellungen von Nation. Sie denkt zukünftige Generationen mit und zeigt, dass die Bauten, die uns umgeben, obwohl sie nicht als Erbe anerkannt sind, Teil der räumlichen Diskurse waren, die Wissensproduktion über vergangene Ereignisse (in der Zukunft) beeinflussten. Bawabet Yafa lässt uns spekulieren, was passiert wäre, „hätte Jawhariyyeh Ashbee* eine Abreibung verpasst.“
*Charles Robert Ashbee, städtebaulicher Berater des britischen Mandatsgebiets von Palästina, war verantwortlich für den Abriss des Uhrenturms am Jaffator. Wasif Jawhariyyeh war sein Sekretär.

von
Mohanad Yaqubi
Riwaq
Khaldun Bshara

Palästina 2016

Arabisch, Englisch

4’ · Schwarz-Weiß · Videoinstallation

Stab

Recherche
Khaldun Bshara
Regie
Mohanad Yaqubi, des Videos „On That Day“, Riwaq, Khaldun Bshara
Bau-Ausführung
Yousef Taha, 3D Modell

Biografie

RIWAQ in Zusammenarbeit mit Yara Sharif & Nasser Golzari

RIWAQ – Centre for Architectural Conservation ist eine NGO, die 1991 in Ramallah, Palästina von der Architektin und Autorin Suad Amiry gegründet wurde. RIWAQs Hauptziel ist die Erhaltung historischer Zentren im ländlichen Palästina. Es ist RIWAQ gelungen, den Schwerpunkt des Erhalts des kulturellen Erbes von der Materialität historischer Gebäude weg auf die Lebensqualität der Menschen und die Qualität des privaten und öffentlichen Raums, in dem sie leben, zu verlagern. Dies wird vielleicht am besten durch RIWAQs Einsatz veranschaulicht, etwa 120 Gemeinde-/Kulturzentren in 80 Dörfern und Städten bereitzustellen, von denen die Hälfte Räume für Frauen und Kinder sind.
RIWAQ-Team: Suad Amiry (Leitende Architektin), Khaldun Bshara (Co-Direktor), Shatha Safi (Co-Direktorin), Michel Salameh, Aya Tahan, Dana Abbas, Saja Mansour und Yara Bamieh.

Yara Sharif und Nasser Golzari sind preisgekrönte Architekt*innen und Akademiker*innen, die sich für Design als Mittel zur Förderung und Stärkung „vergessener“ Gemeinschaften interessieren und dabei die Rolle von Architekturpolitik und sozialem Engagement hinterfragen. In ihrer Arbeit haben sie neue Ansätze zum Umdenken in der palästinensischen Landschaft durch spekulative Szenarien und Live-Projekte erforscht. Die gemeinsame Arbeit kombiniert Forschung und Design und ist zwischen dem Architekturbüro NG Architects in London, dem Designstudio der University of Westminster und ihrer designorientierten Forschungsgruppe Palestine Regeneration Team (PART) aufgeteilt.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2020

Khaldun Bshara

Khaldun Bshara, geboren 1972 in Palästina, ist Architekt, Restaurator und Anthropologe und lebt in Ramallah. Er ist der Direktor des Riwaq Centre in Ramallah, wo er seit 1994 arbeitet. Bshara hat Architektur- und Restaurationsprojekte durchgeführt und ist Autor zahlreicher Bücher und Artikel. Seine Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Raum und Identitätsbildung. Er interessiert sich vor allem für Randgebiete, Peripherien und begrenzte Räume, die identitätsstiftende Erzählungen und Raumtheorien herausfordern.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2017

Produktion

RIWAQ – Centre for Architectural Conservation
riwaq.org

Weltvertrieb

Idioms Film
www.idiomsfilm.com