Berlinale: Programm


Berlinale Shorts (Außer Konkurrenz)

Monangambeee

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„Monangambeee!“ Von Dorf zu Dorf weitergegeben, ließ dieser Schrei in Angola selbst die Mutigsten erblassen. Männer, Frauen und Kinder ergriffen die Flucht und suchten Deckung im Busch. Der Schrei bedeutete soviel wie weißer Tod, zumindest aber Deportation ohne Rückkehr. Früher begleitete er die Ankunft der portugiesischen Sklavenhändler. In den 1960er-Jahren ertönte er als Erkennungszeichen und Signal zum Sammeln für die Volksbefreiungsfront.
Eine Frau besucht ihren Mann im Gefängnis. Beim Weggehen verspricht sie ihm ein „Complet“, der Gefängniswärter verrät es dem Direktor. Beruhend auf einem Missverständnis darüber, in welcher Sprache sie spricht, und über die Bedeutung des Wortes, kommt es zu Verhör und Folter.
Sarah Maldoror, die ihren ersten Film mit Unterstützung der Konferenz der nationalen Organisation der portugiesischen Kolonien und der technischen Beihilfe der nationalen Volksarmee drehte, entschied sich bewusst gegen einen „deskriptiven Realismus“ und für eine mimetische Abbildung der Empfindungen. Die Regisseurin sagt: „I feel at home wherever I am. I am from everywhere and from nowhere.“ In ihrer Haltung für ein Kino der Befreiung Afrikas macht sie das noch entschiedener.

von
Sarah Maldoror

Algerien 1969

Französisch

18 Min · Schwarz-Weiß

Mit

Mohamed Zinet
Carlos Pestana
Elisa Andrade

Stab

Regie
Sarah Maldoror
Buch
Sarah Maldoror, Mario de Andrade, Serge Michel
Producer
Département Orientation et information du Front National de libération

Biografie

Sarah Maldoror

Geboren 1938. Die französische Filmemacherin gründete 1956 die erste Schwarze Theatercompagnie in Frankreich. Anschließend studierte sie Film in Moskau. Seitdem hat sie über 30 Filme realisiert, die wichtige Themen der afrikanischen Geschichte und Gegenwart aus einer Schwarzen Perspektive verhandeln. Monangambeee wurde 1971 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes präsentiert.

Filmografie (Auswahl)

1969 Monangambeee; Kurzfilm 1970 Des fusils pour Banta 1972 Sambizanga 1973 Saint-Denis sur Avenir; Dokumentarfilm 1974 Et les chiens se taisaient; Dokumentarfilm 1977 Aimé Césaire - un homme une terre; Dokumentarfilm 1979 Fogo, île de feu; Dokumentarfilm · Un carnaval dans le Sahel; Dokumentarfilm 1980 Carnaval en Guinée Bissau; Dokumentarfilm 1981 Un dessert pour Constance 1982 L’Hôpital de Leningrad 1985 Le passager du Tassili 1986 Aimé Césaire - le masque des mots; Dokumentarfilm 1989 Vlady - Peintre; Dokumentarfilm 1995 Léon G. Damas; Dokumentarfilm 1997 L’enfant cinéma; Kurzfilm 1998 La tribu du bois de l’é; Dokumentarfilm 2001 Scala Milan A.C; Kurzfilm 2003 La route de l’esclave; Dokumentarfilm 2005 Les oiseaux mains; Animation 2008 Ana Mercedes Hoyos; Dokumentarfilm 2009 Eia pour Césaire; Dokumentarfilm

Weltvertrieb

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