Berlinale: Programm


NATIVe - Indigenous Cinema

Angry Inuk

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Die Robbenjagd ist elementarer und identitätsstiftender Teil der Inuit-Kultur. Als jahrhundertelange Tradition spielt sie eine zentrale Rolle im sozialen Leben und ist weit mehr als reine Nahrungsquelle. Denn für viele Familien bildet der Verkauf von Robbenpelzen die ökonomische Grundlage, um am globalen Wirtschaftskreislauf teilzunehmen. Jahrzehntelange, aggressiv geführte Kampagnen namhafter Umweltschutzorganisationen erfreuen sich prominenter Unterstützung. Sie prägen das durch und durch negative Bild der Robbenjagd in den westlichen Ländern der Erde. Als Konsequenz brachte unter anderem das 2009 von der EU erlassene Handelsverbot für Robbenfelle den Markt faktisch zum Erliegen – mit katastrophalen Auswirkungen für die Inuit-Gemeinschaften. Die Inuk-Regisseurin und Aktivistin Alethea Arnaquq-Baril gibt ihrer Bewegung eine Stimme. Mithilfe von Film und Social Media und unter Einbindung der jungen Generation problematisiert sie westliche Vorurteile rund um die Robbenjagd der Inuit. Sie zeigt auf, wie Handelsverbote die Existenzgrundlage ihres Volkes gefährden und verhindern, dass Inuit-Produktionsweisen als Teil der globalen Wirtschaft anerkannt werden.

von
Alethea Arnaquq-Baril

Kanada 2016

Englisch, Inuktitut

Dokumentarische Form
85 Min · Farbe

Stab

Regie, Buch
Alethea Arnaquq-Baril
Kamera
Qajaaq Ellsworth
Schnitt
Sophie Farkas Bolla
Musik
Florencia Di Concilio
Produzenten
Alethea Arnaquq-Baril, Bonnie Thompson
Ausführende Produzenten
Bob Moore, Daniel Cross, David Christensen
Co-Produktion
National Film Board of Canada, Edmonton
Associate Producer
EyeSteelFilm, Montreal

Biografie

Alethea Arnaquq-Baril

Inuk-Filmemacherin aus der kanadischen Arktis, wo auch ihre Produktionsfirma Unikkaat Studios ihren Sitz hat. Zu ihren Arbeiten zählen die Kurzfilme Inuit High Kick und die Animation Lumaajuuq: The Blind Boy and the Loon. Ihr Kurzfilm Aviliaq: Entwined ist Teil des Embargo Project, einer Kollaboration von indigenen Filmemacherinnen. Für ihren Dokumentarfilm Tunniit: Retracing the Lines of Inuit Tattoos sprach sie mit Expertinnen aus der Arktis über traditionelle Inuit-Tätowierungen und die Gründe für deren fast vollständiges Verschwinden; anschließend ließ sie sich selbst tätowieren.

Filmografie

2009 Lumaajuuq 2010 Tunnit: Retracing the Lines of Inuit Tattoos 2011 Sloth 2014 Aviliaq: Entwined, The Embargo Project 2016 Angry Inuk

Produktion

Unikkaat Studios
Iqaluit, Kanada
+1 867 2221919

www.unikkaat.com/

Weltvertrieb

National Film Board of Canada
Montréal, Kanada
+1 514 2839133