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Hallaq Darb al-Fuqara’

The Barber of the Poor District

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Miloud ist Friseur in Darb el-Soltane, einem alten Arbeiterviertel in Casablanca. Mit Mühe bewahrt er sich einen Anschein von Würde. Auch sein Freund Hmida schlägt sich durchs Leben. Vom Vater verstoßen zog der Junge vom Land in die Stadt und hält sich mit Kleindiebstählen über Wasser. Dafür ist er auch schon im Gefängnis gelandet. Hmida ist arbeitslos, aber ausgelassen. Miloud dagegen ist launisch, und die kriminellen Aktivitäten seines Freundes bedrücken ihn. Als ein wohlhabender, einflussreicher Unternehmer Milouds Friseurladen zwangsräumen lässt, um ein Zentrum für Koranunterricht zu errichten, stachelt Hmida seinen Freund an, sich zur Wehr zu setzen. Hallaq Darb al-Fuqara’ besticht durch seinen außerordentlichen Realismus und zählt zu den unterschätzten Meisterwerken des marokkanischen Kinos. Mohamed Reggabs einziger Spielfilm beruht auf einem Theaterstück des gefeierten Dramatikers, Romanautors und Drehbuchschreibers Youssef Fadel, der aus Darb el-Soltane stammt und für sein Stück „Der Krieg“ im Gefängnis saß. Für die Finanzierung des Filmprojekts verschuldete sich der Regisseur derart, dass er sogar eine Haftstrafe absitzen musste.

von
Mohamed Reggab

Marokko 1982

Arabisch

110 Min · Farbe · 35 mm

Mit

Mohamed Habachi
Khadija Khammouli

Stab

Regie
Mohamed Reggab
Buch
Youssef Fadel
Kamera
Mohamed Reggab
Schnitt
Mohamed Reggab

Biografie

Mohamed Reggab

Geboren 1942 in Safi, Marokko. Er studierte an der École nationale supérieure Louis-Lumière in Paris und an der russischen Filmhochschule WGIK in Moskau, bevor er an der Freien Universität in Brüssel ein Psychologiestudium aufnahm. 1982 entstand sein erster und einziger abendfüllender Film Hallaq Darb al-Fuqara’. Mohamed Reggab starb 1990 in Paris.

Filmografie (Auswahl)

1966 Information et la télévision 1969 Histoire en verre; 60 Min. 1972 La Séquestration; 60 Min. 1976 Les Cendres du clos; 90 Min. 1982 Hallaq Darb al-Fuqara’ (The Barber of the Poor District); 110 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2017