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ORG

 
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Fernando Birris ORG ist ein monströser, seit seiner Uraufführung beim Festival von Venedig 1979 äußerst selten gezeigter, knapp dreistündiger Film. Der heute 91-jährige Regisseur, Dichter, Maler, Lehrer und Gründer von Filmschulen gilt seit seinem Debütfilm Tire Dié als eine zentrale Figur des lateinamerikanischen Kinos. Für Birri war der Film das Ergebnis seiner italienischen Exilerfahrung: „Der Film ORG ist ein Alptraum mit geschlossenen Augen, weil er zu den schrecklichsten Augenblicken meines Lebens zählt, zu meinem zweiten Exil, das sehr lange dauerte.“ Die Geschichte von ORG basiert auf einer antiken indischen Legende, die auch Thomas Mann in seiner Erzählung „Die vertauschten Köpfe“ aufgegriffen hat. Vor allem aber ist der Film ein Wahrnehmungsexperiment mit über 26.000 Schnitten und knapp 700 Tonspuren.
Teils finanziert vom Hauptdarsteller Mario Girotti, auch bekannt als Terence Hill, ermöglicht ORG einen kaleidoskopartigen Einblick in die experimentellen, ästhetischen und politischen Strömungen der 1970er Jahre.
Birri überließ dem Arsenal 1991 eine 35-mm-Kopie, die im Rahmen des Projekts „Living Archive“ digitalisiert wurde. Zur Berlinale erscheint auch die DVD des Films.

von
Fernando Birri

Italien 1967-78

Italienisch

177 Min · Farbe

Mit

Terence Hill (Zohommm)
Lidija Juraçik (Shuick)
Isaak Twen Obu (Grrr)
Nolika Pereda (P.P. (Primer Piano))
Pietro Santalamazza (Toute-la-mémoire-du-monde)
Francesco Di Giacomo (Ave phoenix)

Stab

Regie, Buch
Fernando Birri
Kamera
Mario Masini, Ugo Piccone, Mario Vulpiani, Houston Simmons, Cesare Ferzi
Schnitt
Fernando Birri, Paolo Zamattio, Giuliano Nucci, Settimio Presutto
Musik
Sergio Pagoni, Enrico Rava
Sound Design
Fernando Birri
Ton
Eugenio Rondani, Houston Simmons
Kostüm
Nato Frasca, Dafne Ciriacchi, Giacomo Carlo Carducci, Sandro La Ferla
Visual Effects
Fernando Birri, Settimio Presutto
Produzent
Terence Hill

Biografie

Fernando Birri

Geboren 1925 als Nachkomme italienischer Auswanderer in Santa Fe de la Vera Cruz, Argentinien. Er studierte Filmregie in Rom, kehrte 1956 nach Argentinien zurück und gründete in seiner Geburtsstadt das Instituto de Cinematografía de la Universidad del Litoral, die erste Filmschule Lateinamerikas. Der Regisseur, Dichter, Maler und Lehrer gilt seit seinem Langfilmdebüt, dem sozialkritischen Dokumentarfilm Tire Dié, als einer der Begründer des Neuen Lateinamerikanischen Kinos.

Filmografie (Auswahl)

1951 Selinunte · Alfabeto Notturno (Night School in Toretta) 1953 Immagini popolari siciliane sacre e profane; Koregie: Mario Verdone 1959 La verdadera historia de la primera fundacion de Buenos Aires 1960 Tire dié · Buenos días, Buenos Aires 1961 Los inundados (Flooded Out) 1963 La pampa gringa 1967 Castagnino, diario romano 1979 ORG 1983 Rafael Alberti, un retrato de poeta 1984 Remitente: Nicaragua / Carta al mundo 1985 Mi hijo el Chè 1988 Un señor muy viejo con alas enormes 1997 Che: Muerte de la utopía? 1999 El siglo del viento 2006 ZA 05. Lo viejo y lo nuevo 2007 Elegia Friulana 2011 El Fausto Criollo