Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Algol. Tragödie der Macht

Algol. Tragedy of Power

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Der Grubenarbeiter Robert Herne erhält einen neuen Kollegen: Algol. Der außerirdische Besucher von einem fernen Stern gleichen Namens überlässt Herne eine Maschine, mit der sich die Strahlen seines Heimatplaneten in Energie umwandeln lassen. Sie sind das Kapital der »Bios-Werke«, mit denen sich Herne zum Herrn über die Erde aufschwingt, indem er alle Länder in wirtschaftliche Abhängigkeit bringt. Bis auf eines: Im agrarisch geprägten Nachbarstaat organisiert Peter Hell, der Sohn von Hernes emigrierter Jugendfreundin, noch zaghaften Widerstand gegen die drohende feindliche Übernahme … »Die Herrschaft der Kohle ist dahin. Die Bios-Werke werden die Welt von heute ab mit Kraft versorgen!« Algol – Dynastiendrama und düstere Industrie-Dystopie zugleich – lässt sich auch als Lehrstück darüber lesen, wie die Ablösung konventioneller Brennstoffe durch »erneuerbare« Energien auf einem monopolistischen Markt zu neuen Abhängigkeiten führt. Auch dramaturgisch griff Algol weit voraus: Die hier entworfene Dichotomie zwischen einer hellen »Oberwelt« der Mächtigen und Reichen und einer dunklen »Unterwelt« der Arbeitssklaven erwies sich als geradezu konstituierend für das Science-Fiction-Genre.

von
Hans Werckmeister

Deutschland 1920

deutsche Zwischentitel

104 Min · Viragiert · 2K DCP

Digital restaurierte Fassung 2011

Mit

Emil Jannings
Hanna Ralph
Gertrud Welcker
Ernst Hofmann
Käte Haack
Hans Adalbert Schlettow
Erna Morena
John Gottowt
Sebastian Droste

Stab

Regie
Hans Werckmeister
Buch
Hans Brennert, Friedel Köhne
Kamera
Axel Graatkjær, Herrmann Kricheldorff, drei Drehtage
Bau-Ausführung
Walter Reimann

Produktion

Deutsche Lichtbildgesellschaft

DCP: Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, München