Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Mahlzeiten

Table for Love

## ## ## ##
Elisabeth besucht die Fotoschule, Rolf studiert Medizin. Da sie sich lieben, gibt es zur Ehe keine Alternative. Sie entspricht auch Elisabeths Überzeugung: »Ich glaube, jede Frau sollte heiraten.« Rasch stellen sich Kinder ein – auch ein Ausdruck ihrer Willensstärke. Doch an dieser Dominanz krankt »das junge Glück«. Rolf gibt sein Studium auf. Er verlässt vorübergehend die Familie, arbeitet dann als Pharmavertreter und nach seiner Kündigung für eine Kosmetikfirma. Schließlich sind fünf Kinder zu ernähren, obwohl Rolf bereits einen Schwangerschaftsabbruch bei Elisabeth vorgenommen hat. Die Hinwendung der beiden zur Religion bedeutet für Rolf keine Rettung … »Es war eben alles zu früh, alles zu schnell«: Die Katastrophe eines jungen Paares, das den eigenen Idealvorstellungen nicht genügen kann, hat Edgar Reitz eingebettet in einen bewusst artifiziellen Film, »der es unternimmt, gesellschaftliche Wirklichkeit im Modell darzustellen« (Enno Patalas, 1967). Avantgardistische Formelemente wie Off-Kommentar, Großaufnahmen, Inserts und Interviews unterbrechen die Filmerzählung. Auch ihretwegen erhielt Reitz bei den Filmfestspielen in Venedig den Preis für das beste Erstlingswerk.

Deutschland (BRD ab 1949) 1966/1967, 95 Min

von

Edgar Reitz

mit

Heidi Stroh
Georg Hauke
Nina Frank
Ruth von Zerboni