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Ta'ang

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Als im Frühjahr 2015 in der Kokang-Region Myanmars der seit Jahrzehnten schwelende Bürgerkrieg die Ta’ang (auch als Palaung bekannt) wieder einmal Angst um ihr Leben haben müssen, fliehen vor allem die Frauen und Kinder über die Grenze nach China. Wang Bing begleitet einige dieser gleichzeitig modern und fast mythisch-altertümlich wirkenden Schicksalsgemeinschaften, die mit ein paar Habseligkeiten durch die entlegenen Berge irren. Sie campieren in notdürftig hergerichteten Lagern, manchmal können sie bei der Zuckerrohrernte ein paar Yuan verdienen. Oder sie ziehen weiter, zum nächsten Ort, wo es nicht besser ist. Manchmal, abends am Feuer, reden sie über das Erlebte, bis jemand sagt, es wäre besser, nicht zu reden, weil das zu schmerzhaft sei. Wang Bings Film ist kein Versuch, diesen vergessenen Krieg zu analysieren, vielmehr eine feinfühlige Annäherung an einige von aller Welt vergessene Menschen in Not, für die man am Ende größte Hochachtung empfindet – allein für die Würde, mit der sie für sich und ihre Kinder einen Schuppen für die nächste Nacht einrichten. Und der eigenen Mutter am Handy versichern, es sei alles ok, sie hätten ja einander und deswegen keine Angst.

2016, 148 Min

von

Wang Bing