Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Hommage

Martha

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In Rom begegnen sich Martha und Helmut das erste Mal. Als sie sich später in Konstanz wiedersehen, folgt die Heirat wie selbstverständlich. Doch in der Ehe offenbart Helmut sadistische Neigungen. Im Bett brutal und im Alltag besitzergreifend, isoliert er die lebensunerfahrene Martha immer mehr, um sie zur Ehefrau ohne eigenen Willen abzurichten. Helmuts Psychoterror hilflos ausgeliefert, steigert sich Martha in einen Verfolgungswahn … Für Martha entwickelte Michael Ballhaus die erste seiner spektakulären 360-Grad-Kamerafahrten. Die schicksalhafte Begegnung des Paares in Rom hebt er hervor, indem er die beiden mit der Kamera mehrfach umkreist, während sich die Schauspieler zusätzlich umeinander drehen. Raffinierte Spiegelbilder weisen auf das gebrochene Verhältnis der Charaktere hin. Ursprünglich eine Fernsehproduktion, entstand Martha als 16mm-Film. Ballhaus verwendete nahezu durchgehend ein 16mm-Objektiv, das der natürlichen Wahrnehmung des menschlichen Auges am nächsten kommt. Umso verstörender muss angesichts dieser »normalen« Perspektive die perverse Handlungsweise Helmuts erscheinen. Bis heute empfindet Ballhaus Martha als den wichtigsten seiner 15 Fassbinder-Filme.

Deutschland (BRD ab 1949) 1974, 116 Min

von

Rainer Werner Fassbinder

mit

Margit Carstensen
Karlheinz Böhm
Barbara Valentin
Peter Chatel