Berlinale: Pressemitteilungen


Pressemitteilungen 2015

Kurzmeldungen

13.01.2015:
Im Gedenken an Francesco Rosi zeigt die Berlinale Bataillon der Verlorenen

Plakat Hommage / Poster Homage
Ausschnitt aus dem offiziellen Plakat der Hommage „Francesco Rosi“ 2008

Der mehrfach preisgekrönte italienische Regisseur und Drehbuchautor Francesco Rosi ist am Samstag im Alter von 92 Jahren verstorben. Rosi gehört zu den wichtigsten Vertretern des europäischen Nachkriegskinos.

„Mit Francesco Rosi haben wir einen herausragenden Filmemacher verloren. Rosis Filme überzeugen bis heute mit ihrer explosiven Kraft und gehören zu den Klassikern des politisch engagierten Kinos“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

In seinen Filmen reflektierte Rosi kritisch die politischen, wirtschaftlichen und geistigen Entwicklungen Italiens und löste damit oft heftige öffentliche Reaktionen aus.

Mit Salvatore Giuliano (Wer erschoss Salvatore G.?, 1961/62) fand er seinen persönlichen Stil und es gelang ihm der internationale Durchbruch: Der Film wurde auf der Berlinale 1962 mit dem Silbernen Berliner Bären für die beste Regie ausgezeichnet. 2008 widmete die Berlinale Francesco Rosi eine Hommage mit 13 Filmen und verlieh ihm den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.

In Salvatore Giuliano, Il caso Mattei (Der Fall Mattei, 1971/72, in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet) und Lucky Luciano (1972/73) untersuchte er die engen Verflechtungen ökonomischer und politischer Mächte mit der Mafia. Für Le mani sulla città (Hände über der Stadt, 1963) erhielt er in Venedig den Goldenen Löwen. Ende der 1970er Jahre ging Francesco Rosi ästhetisch und thematisch neue Wege. In Cristo si è fermato a Eboli (Christus kam nur bis Eboli, 1978/79) und Tre fratelli (Drei Brüder, 1980/81) wendete er sich dem Innenleben seiner Figuren zu.

Die 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden im Gedenken an Francesco Rosi in ihrem aktuellen Programm Uomini Contro (Bataillon der Verlorenen) aus dem Jahr 1970 zeigen. Rosis Antikriegsfilm spielt zur Zeit des Ersten Weltkriegs an der österreichisch-italienischen Gebirgsfront.


Presseabteilung
13. Januar 2015

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