Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Retrospektive

Show Boat

Mississippi-Melodie

## ## ##
Der Mississippi, 1890. Wo immer Kapitän Hawks mit seinem „Show Boat“ anlegt, wird dies begeistert begrüßt, in den Villen der Weißen wie in den Hütten der Schwarzen. Mit aller Fröhlichkeit an Bord ist es jedoch aus, als Julie, der weibliche Star, das Schiff verlassen muss, weil ihre Mutter eine Schwarze war, und ihr Ehemann und Partner sich ihr anschließt. Das gleiche Los ereilt ihre Nachfolger, Hawks’ Tochter Magnolia und den Glücksspieler Gaylord, nachdem sich die beiden nicht nur auf der Bühne ihre Liebe gestanden haben. Während der Flitterwochen in Chicago macht Gaylord schnell ein Vermögen, das er ebenso schnell wieder verspielt. Finanziell ruiniert, verlässt er Magnolia, nicht ahnend, dass sie schwanger ist … „Schöne Lieder, schöne Menschen!“ Versprüht das Show Boat zu Beginn noch jede Menge Oberflächenglanz, treten aus seinen bunten Kulissen bald jene Tragödien hervor, die der Song vom „Ol’ Man River“ früh anklingen ließ. Mit Gaylords Pechsträhne verfinstert sich auch die Farbpalette des ungewöhnlich ernsten Musicals. Seine schöne Schlussbotschaft, dass anrührender Gesang zerstörte Existenzen nachhaltig aufhellen kann, gehört dann allerdings zum „Make Believe“ des Amüsierbetriebs.

USA 1951, 108 Min

von

George Sidney

mit

Kathryn Grayson
Ava Gardner
Howard Keel